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"Rückbau" verändert Landschaftsbild: Bergbauhalden liefern Straßenbaustoffe

Das Mansfelder Land ist eine geologisch interessante Region, deren Kupferschiefervorkommen die regionale Entwicklung nachhaltig prägten. Auf den über viele Jahrzehnte aktiven Bergbau weisen noch heute weithin sichtbare Halden aus taubem Gestein hin. Aktuell verändert sich das Landschaftsbild allerdings erneut, denn die Halden werden zurückgebaut. Eine Recyclingmaßnahme, die u. a. wertvolle Straßenbaustoffe liefert.
Viele Jahrzehnte prägten die typischen "Kupferschieferhalden" das Bild vom Mansfelder Land, doch damit ist bald Schluss. Seit einigen Jahren wird konsequent zurückgebaut was als Haldenberg in dieser Form nicht in die natürliche Landschaft gehört. Übrig bleiben schließlich am Ende nur flache Kuppen aus nicht verwertbarem Material, für die bereits Rekultivierungsmaßnahmen vorgesehen sind.
Zwar klingt Haldenrückbau nicht sehr spektakulär, schließlich handelt es sich um bereits gelöstes Material in Stückgrößen von 0 bis 400 mm, doch die Aufgabe verlangt durchaus viel Erfahrung, um aus dem früheren Abfall des Bergbaus verkaufsfähige Produkte herzustellen.
Die BauRec Eisleben Baustoffrecycling GmbH hat darin mittlerweile eine gewisse Meisterschaft entwickelt. Beim Rückbau von fünf Halden, drei eigenen und zwei gepachteten, die umgerechnet derzeit noch 7,5 Mio. m3 potenzielles RC-Material enthalten, bewährt sich das langjährig erworbene Know how von Betriebsleiter Marc Feyenklassen. Als gelernter Baumaschinenschlosser und Anlagenfahrer von Asphaltmisch- und Recyclinganlagen kam er vor einigen Jahren aus dem Aachener Raum nach Eisleben und fand hier eine neue Heimat. In 2000 übernahm er die BauRec-Betriebsleitung und rückt den Haldenkörpern seitdem engagiert und mit der richtigen Technik zu Leibe. Produziert werden Schotter und Splitte der Bauklasse B2 für Frostschutzschichten im Straßenbau und darüber hinaus nicht frostsicheres Vorsiebmaterial für den Parkplatzbau oder für Füllzwecke. Material 5/32 wird außerdem als Zuschlagstoff von Mischanlagen nachgefragt. Trotz der schwierigen konjunkturellen Situation, bewertet der findige Betriebsleiter den Materialabsatz als zufrieden stellend. Hilfreich sei dabei auch die Tatsache, dass mit der Helbraer Schlackeverwertung der NNG ein starker Vertriebspartner gewonnen werden konnte, so dass sich BauRec ganz auf die eigentliche Produktion konzentrieren kann.

Aufgrund langjährig positiver Erfahrungen mit MFL-Maschinen, schwört Feyenklassen in Sachen Aufbereitung auf die standardmäßig gelb-grünen Spezialisten der MFL Maschinenfabrik Liezen und Giesserei Ges. m. b. H. und hat folgerichtig auch bei der BauRec erst kürzlich wieder für eine Neuinvestition in dieser Farbgebung plädiert.
So ist neben zwei älteren Modellen des Herstellers nun seit September 2003 auf und zwischen den Halden auch eine neue mobile MFL Prallbrechanlage R-CI 100- 130/T-V mit getrennter Zwei-Deck-Vorabsiebung auf Raupenfahrwerk aktiv. Die Anlage misst im Transportzustand 15 x 2,75 x 3,65 m und wiegt inklusive aller Optionen knapp 40 t, so dass die einfache Transportierbarkeit sicher gestellt ist.
Für den Betreiber hat sich die Markentreue erneut bewährt, denn allein in den ersten drei Monaten ihres Einsatzes absolvierte die Anlage etwa 1000 störungsfreie Betriebsstunden. Erfreut zeigt sich Marc Feyenklassen auch darüber, dass der Neuling mit nur einem Schlagleistensatz insgesamt etwa 165 000 t Material, vorzugsweise Zechsteinkalk und Ziegelbruch, durchsetzte und das bei sparsamsten Kraftstoffverbrauch.
Die R-CI 100-130/T-V kommt nämlich gegenüber ihren älteren Vorgängern mit einem um 40 Prozent geringeren Dieselverbrauch aus, sprich 19 bis 20 l/h genügen, um bis zu 250 t/h Naturstein, Bauschutt oder Asphalt in Aufgabegrößen von bis zu 550 mm Kantenlänge durchzusetzen. Dabei schafft es die Anlage in nur einem Brechgang je nach Spaltweite bis zu 75 Prozent der Aufgabe zu 0/30er bis 0/50er-Material zu zerkleinern.
Der Prallbrecher der Anlage verfügt über zwei Prallwerke die bei Fremdkörpereintritt ausweichen. Praktisch für eine optimale Beanspruchung ist, dass die Verschleißplatten im Brecher einfach untereinander austauschbar
sind.
Der groß dimensionierte Aufgabebunker der Anlage fast 8 m3 Material, welches über eine Vibrationsförderrinne Richtung Brecher bewegt wird. Dabei passiert es eine leistungsfähige Zwei-Deck-Vorabsiebung:
Im Oberdeck wird über eine Zwei-Stufen- Rostsektion auf einer Länge von je 650 mm und einer Spaltweite von 40 mm Unterkorn abgesiebt und im Unterdeck sorgt ein einstufiges freischwingendes Fingersieb mit einer Spaltweite von 25 mm für einen zusätzlichen Trennschnitt.
Natürlich verfügt die Anlage auch über eine leistungsfähige SPS-Steuerung. Integriert ist auch eine Funk-Fernsteuerung für den Fahrbetrieb und die Steuerung der Aufgaberinne.
Dass ein Überbandmagnetscheider im Recycling generell gebraucht wird, ist völlig klar und auch beim Haldenrückbau tritt manches Metallische zutage, was auszutragen ist. Eine integrierte Bandwaage zur Anzeige der momentanen Förderleitung, der Tagesmenge und der Bandgeschwindigkeit informiert den Betreiber ständig über die Anlagenleistung.
Selbst wenn die heute noch weithin sichtbaren Halden im Mansfelder Land einmal verschwunden sind, wird die Lieferanten-/Kundenkoalition zwischen BauRec und MFL wohl weiter halten. Wahrscheinlich schon deshalb, weil die Maschinen dann noch längst nicht zum "alten Eisen" gehören.
Dafür, dass dies noch sehr lange so bleibt, sorgt unter anderem der hervorragende Service, der durch die MFL-Außenstelle im brandenburgischen Zerpenschleuse für den Kunden BauRec sichergestellt wird.



Hermann Felbinger (li.), vom MFL-Servicestützpunkt Zerpenschleuse und Marc Feyenklassen, BauRec-Betriebsleiter (re.)
Hermann Felbinger (li.), vom MFL-Servicestützpunkt Zerpenschleuse
und Marc Feyenklassen, BauRec-Betriebsleiter (re.)


MFL-Prallbrecheranlage R-CI 100-130/T-V
Die MFL-Prallbrecheranlage R-CI 100-130/T-V bricht vorzugsweise
Zechsteinkalk von Aufgabestückgrößen 0/400 mm auf
Körnungen zwischen 0/30 bis 0/50 mm






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