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Neues elektronisches Zündsystem - jetzt auch für den deutschen Markt

Elektronische Zünder erfreuen sich weltweit einer stetig steigenden Beliebtheit, wobei diese Zünder nicht nur für Sondersprengungen sondern zunehmend auch für herkömmliche Produktionssprengungen eingesetzt werden. Neben der Möglichkeit von Sprengerschütterungsreduzierungen durch beliebig wählbare Zündzeiten kann in vielen Fällen die Haufwerksqualität durch eine feinstückigere und gleichmässigere Kornverteilung deutlich verbessert werden. Dieses kann für die Anwender erhebliche betriebliche (auch wirtschaftliche) Erfolge mit sich bringen.
Das elektronische Zündsystem Daveytronic befindet sich seit Juli 2003 auch auf dem deutschem Markt. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Erprobung wird zur Zeit in einigen Betrieben die Praxistauglichkeit des Systems demonstriert, die es seit einigen Jahren schon bei weltweiten Anwendungen bewiesen hat.
Beim Daveytronic-System handelt es sich um ein frei programmierbares System an einer einzigen parallelen Busleitung.
Das gesamte Zündsystem besteht aus folgenden Komponenten:
  • Daveytronic-Zünder (in 1 ms-Schritten bis 4000 ms frei programmierbar, Zünder bis max. 80 m Drahtlänge)
  • Daveytronic-Busleitung (zur parallelen Verbindung aller Zünder)
  • Daveytronic-Verbinder mit Verbinderzange (zum Herstellen der Verbindung Zünder/Busleitung)
  • Line-Tester (als einfaches Widerstands- und Isolationsmessgerät gemäß UVV-Sprengarbeiten)
  • Daveytronic-Programmier-Einheit (zum Programmieren und Prüfen der Zünder)
  • Daveytronic-Zündgerät (als Zündmaschine)

Die Handhabung des Systems ist denkbar einfach. Der einzelne Zünder wird wie gewohnt in die Schlagladung eingebracht und in das Bohrloch geladen. Die auf Spulen aufgebrachte Stegleitung aus abriebfestem Kunststoff, der die Bedingungen nach erhöhter mechanischer Festigkeit erfüllt, ermöglicht ein knoten- und klankenfreies Abrollen. Anschließend werden die Zünder an die Programmier-Einheit angeschlossen und die gewünschte Verzögerungszeit eingegeben. Hier wird der Zünder sowohl vor dem Programmiervorgang als auch danach vom Programmiergerät auf Funktionsfähigkeit geprüft. Ein besonderer Punkt der Handhabungssicherheit wird hierbei deutlich. Im Innern des Zünders befinden sich zwei getrennte Kondensatoren, wobei der erste nur für die Versorgung der Elektronik im Zünder und der zweite nur zum Zünden der Zündpille verwendet wird.
Hierdurch ist sichergestellt, dass bei allen Prüf- und Programmiervorgängen keinerlei Ladung auf den Zündkondensator gelangen kann. Erst durch die Zündmaschine kann der Zündkondensator aufgeladen werden.
Sollte nach dem Programmieren der Zünder der Wunsch nach geänderten Zündzeitpunkten bestehen, so kann der Zünder erneut angeschlossen und mit einer neuen Zündzeit programmiert werden. Die Programmierung kann beliebig oft wiederholt werden und bleibt dauerhaft im Zünder gespeichert.
Nach dem Ausrollen der Busleitung und dem Verbinden aller Zünder an die Busleitung kann jeder Busleitungszweig oder auch die gesamte Zündanlage mit dem Programmiergerät ausgelesen werden. Dabei werden die Ordnungsnummer und die dazugehörenden Verzögerungszeiten aller Zünder im Display des Gerätes aufgelistet. Hier kann ganz einfach kontrolliert werden, ob beim Programmieren vielleicht ein Fehler passiert Moder die Verbindung einzelner Zünder fehlerhaft ist.
Ist die Anlage fehlerfrei hergestellt und programmiert, kann der Zündvorgang mit dem Zündgerät eingeleitet werden. Dieser Zündvorgang beginnt mit einer umfassenden Prüfung der gesamten Zündanlage, bei der sogar der Zündkondensator und die Glühbrücke jedes einzelnen Zünders auf Funktionsfähigkeit geprüft wird. Der Isolationszustand der Zündanlage sowie möglicherweise fehlende oder zuviel angeklemmte Zünder werden festgestellt. Der im Programmiergerät abgespeicherte Zündplan wird in das Zündgerät eingelesen und vom Zündgerät mit der in jedem einzelnen Zünder vorhandenen Programmierung verglichen. Abweichungen werden von der Zündmaschine festgestellt und das Ausführen der Zündung verweigert. Nur eine nach allen Gesichtspunkten fehlerfreie Zündanlage wird mit der bekannten Zuverlässigkeit und Genauigkeit elektronischer Zünder gezündet.
Für die allgemeine Markteinführung in Deutschland muss noch der Abschluss der wissenschaftlichen Erprobung abgewartet werden.


Zündgerät
Zündgerät


  Programmiergerät   Daveytronic-Zünder  
  Programmiergerät   Daveytronic-Zünder  


Schnittbild Daveytronic-Zünder
Schnittbild Daveytronic-Zünder


Verbinder
Verbinder






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