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Die SUVA berichtet:

Tödlicher Arbeitsunfall an Fahrmischer

Im grau markierten Bereich der Mischtrommel eines Fahrmischers hatte sich zirka 1 Kubikmeter (2,5 Tonnen) Beton festgesetzt. Der Verunfallte hatte die Aufgabe, den Beton in der Trommel loszuschlagen. Zum Einstieg in die Trommel entfernte er den Mannlochdeckel und positionierte das Mannloch so über dem Kotflügel, dass er einsteigen konnte. Danach stellte er den Lkw-Motor, der auch die Hydraulikeinheit zum Drehen der Trommel antreibt, ab und nahm den Zündungsschlüssel in die Hosentasche. Zwischen die Trommel und das Lkw-Chassis trieb er noch zwei Holzstücke ein (gelber Pfeil).

Unfallhergang:
Der Beschäftigte war gerade beim Einsteigen in die Trommel (roter Pfeil) . Mit dem Oberkörper hatte er sich bereits durch das Mannloch gezwängt, als sich die Trommel plötzlich in Richtung des gelben Pfeiles zu drehen begann. Der Arbeitnehmer wurde dann im Bereich des gelben Kreises, zwischen Trommel und Lkw-Chassis eingeklemmt und dabei tödlich verletzt.

Unfallursache:
Die Trommel ist nur bei laufendem Lkw-Motor hydraulisch gehalten. Wird dieser abgestellt, so baut sich der Druck im Hydrauliksystem ab und die Trommel kann nach einer gewissen Zeit (bei der Unfalluntersuchung nach 1½ Minuten) frei drehen. Das Gewicht des Betons bewirkte nun, dass sich die Trommel in die "Neutralstellung" (Gewicht unten) zu drehen begann.
Das eingetriebene Holz vermochte die Trommel nicht zu halten. Die Reibkraft zwischen Holz und Trommel wurde zudem durch das auf die Trommel aufgesprühte Schalöl (Betontrennmittel) stark reduziert.
Am Trommelaufbau selbst besteht bisher weder die Möglichkeit, die Trommel hydraulisch noch mechanisch zu blockieren.


Der Unfallbereich am Fahrmischer
Der Unfallbereich am Fahrmischer






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