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[Die Industrie der Steine + Erden]






Arbeitstitel Mailand

Gesangvereine, Kegelklubs und andere Gruppierungen, aufgepasst, ein neuer Trend rauscht auf Euch zu! Vorbei die Zeiten der Kegelfahrten ins Sauerland mit Spießbraten und Kutschfahrt, es geht heute für ein Wochenende nach Mailand. Die Billigflieger machen es möglich. Ausreichend lange im Voraus geplant und über Internet gebucht, können wir heute nach Neapel, Rom, Mailand oder Barcelona fliegen, um nur einige Ziele zu benennen. Aber der Reihe nach!

Seit Jahren treffe ich mich sonnabends in einem festen Kreis von Bekannten, um bei einem Kännchen Tee (ja, man wird älter) einen ausgiebigen Plausch zu halten. Bei jedem Treffen zahlen wir in einen Sparstrumpf ein, so dass wir nach einiger Zeit einen gemeinsamen Wochenendtripp unternehmen können. Um unseren Aktionsradius aufzuzeigen, sei erwähnt, dass unsere letzte Fahrt nach Grömitz ging. Wir verlebten dort - einstimmig - ein schönes Wochenende.

Als jedoch vor kurzem unser Gespräch auf die nächste Fahrt und deren Ziel kam, fiel das Stichwort "Mailand". Spitzbübisch hingeworfen, sorgte es sogleich für eine lebhafte Diskussion. Warum solle man eigentlich die neuen Flugangebote nicht nutzen? Wenn wir schon den Vorteil der Nähe zu einem Flughafen besitzen, wäre es doch töricht, diesen nicht zu nutzen. Rechtzeitig im Internet gebucht, würden wir sicher einen recht günstigen Durchschnittspreis für die Plätze erzielen können. Und Hotels sind ebenfalls schnell gebucht.

Ob es dann letztendlich das Wochenende in Mailand wird, sei dahingestellt. Bei besseren Konditionen finden wir uns eben auf der Rambla in Barcelona wieder oder schreiten in Rom über die Spanische Treppe. Dank der Dumpingpreise steht uns Europa offen. Mal eben kurz zum Vesuv gejettet, demnächst nach Florenz. Unsere schon sehr ausgeprägte Mobilität erhält nochmals eine andere Dimension. Nicht nur der Millionär leistet sich Kurztripps in ferne Städte, nein auch der Kegelklub. Der Wohlbetuchte wird schon ein Ersatzziel finden, da bin ich ganz sicher.

Oft landen die Billigflieger auf Flugplätzen außerhalb der großen Städte, weil dort die Nebenkosten günstiger sind. Aber was macht es schon, wenn der Flieger nach Mailand nicht auf dem Stadtflughafen landet, sondern in Bergamo. Für den Transfer wird schon gesorgt, und wenn nicht, hat man schnell den richtigen Bus oder die Bahn herausgesucht.

Also, machen wir mit im neuen Spiel. Besuchen wir neue Ziele, erweitern wir unseren Horizont. Seien wir angenehme Gäste in einem fremden Land, gute Botschafter unserer Heimat. Gerade in diesem Jahr ist eine gewisse Sensibilität gefragt. Nutzen wir die neuen Möglichkeiten zu neuen, interessanten Kontakten. Die Zeit der intensiven Vorbereitung ist gekommen. Auf geht`s, Arbeitstitel Mailand!

Hans-Jürgen Bahr

Flughafen





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