www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 5/03 > Darmkrebs ist vermeidbar - Vorsorge ist alles

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Darmkrebs ist vermeidbar - Vorsorge ist alles

Um die Bevölkerung zu informieren, beteiligen sich neben vielen Prominenten auch das Sozialministerium und die Landesärztekammer Baden-Württemberg an einer Initiative der Felix-Burda Stiftung.
Jeder 20. Deutsche erkrankt an Darmkrebs und die Hälfte der Patienten stirbt an dieser Krankheit. Im Anfangsstadium verursacht die Krankheit keine Beschwerden, erste körperliche Anzeichen machen sich möglicherweise erst nach 10 Jahren bemerkbar. Kostenlose Vorsorgeuntersuchungen beim Haus- oder Facharzt sollte jeder über 50jährige in Anspruch nehmen, um das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, zu verringern. Rechtzeitig erkannt, ist die Krankheit heute heilbar!



Risikofaktoren - Wann ist eine Vorsorge-Untersuchung ratsam?

Darmkrebs gehört nach Lungenkrebs in Deutschland zur zweithäufigsten Krebsart mit tödlichem Verlauf. Jährlich sterben 30.000 Menschen in Folge ihrer Darmkrebserkrankung.
Rund 57.000 neue Fälle kommen jährlich hinzu. Krebswucherungen im Darm sind heimtückisch: Im frühen Stadium bleibt die Krankheit unbemerkt. Wenn sich die ersten Symptome zeigen, ist es für eine Heilung meist zu spät - denn dann hat der Krebs oftmals schon die umliegenden Organe befallen. Stuhltests (Okkultbluttest) und Darmspiegelungen können jedoch die Vorformen der Erkrankung - so genannte Adenome oder Polypen - bereits im Frühstadium aufspüren. Die Heilungschancen liegen dann bei fast 100 Prozent!
Ab dem 45. Lebensjahr tritt Darmkrebs verstärkt auf. Das Risiko einer Erkrankung steigt, wenn die Krankheit bei engen Familienmitgliedern diagnostiziert wurde.



Familiäre, erbliche Risikofaktoren

Bei etwa 30 Prozent aller Darmkrebsfälle war bei mindestens einem Familienmitglied Darmkrebs diagnostiziert worden. Daher sollten - auch bei völliger Beschwerdefreiheit - vor allem jene Menschen frühestmöglich zur Darmkrebsfrüherkennung gehen, in deren Familie (Eltern, Großeltern oder Geschwister) mindestens eine der folgenden Erkrankungen diagnostiziert wurde:
  • Dickdarm-, Gebärmutter- oder Magenkrebs vor dem 45. Lebensjahr
  • Vorformen von Darmkrebs (ein oder mehrere Adenome oder Polypen) vor dem 40. Lebensjahr
  • Drei Fälle von Darmkrebs oder anderen Krebsarten wie Gebärmutter-, Eierstock-, Magen-, Dünndarm- oder Blasen- und Harnleiterkrebs.


Individuelle Risikofaktoren

Neben der erblichen Veranlagung beeinflussen genetische Veränderungen durch den natürlichen Alterungsprozess sowie Ess- und Lebensgewohnheiten die Entstehung von Darmkrebs. Als Faustregel gilt: Das Darmkrebsrisiko steigt bei Menschen, die
  • 50 Jahre oder älter sind
  • über mehrere Jahre an entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis Ulcerosa) leiden
  • viel Fleisch und tierische Fette, aber wenig Obst, Gemüse und insgesamt zu wenig Ballaststoffe essen
  • wenig auf körperliche Bewegung achten und weniger als zweimal in der Woche für mindestens 30 Minuten Sport treiben
  • stark übergewichtig sind
  • rauchen
  • regelmäßig Alkohol trinken (täglich mehr als ein Glas Bier, Schnaps oder Wein).

Menschen, bei denen einer oder mehrere dieser Punkte zutreffen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, und sollten auf jeden Fall die Darmkrebsvorsorge wahrnehmen.
Ein Flyer zu dem Thema kann beim Sozialministerium Baden-Württemberg in Stuttgart bestellt werden, Telefon (07 11) 123 355 - 0. Hintergrundinformationen gibt es auf der Website www.darmkrebsmonat.de, die eine umfassende Informationssammlung zu dem Thema bietet.
Dr. Gerhard Ambrosius, StBG

Vorsorge-Flyer der Landesärztekammer   Die Felix Burda Stiftung
Die Felix Burda Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, die Öffentlichkeit für Darmkrebsprävention zu sensibilisieren. Gemeinsam mit führenden Ärzten und Gesundheitspolitikern verfasste sie die "Münchner Erklärung". Diese ruft Gesundheitspolitiker, Krankenkassen und ärztliche Verbände dazu auf, in gemeinsamer Anstrengung in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein für die hervorragenden Heilungschancen von Darmkrebs durch Früherkennung zu schaffen. Seit 2002 initiiert die Felix Burda Stiftung den "Darmkrebsmonat März". Zusammen mit ihren Netzwerk- und Kooperationspartnern koordiniert und organisiert die Stiftung öffentlichkeitswirksame Aktionen und Projekte.




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