www.steine-und-erden.net > 2003 > Ausgabe 5/03 > Das StBG-Augenmobil geht auf Tour

[Die Industrie der Steine + Erden]






Das StBG-Augenmobil geht auf Tour

Zugfahrzeug mit Anhänger Gesunde Augen sind ein kostbares Gut, doch allein in der Baustoffindustrie ziehen sich jährlich rund 4600 Versicherte der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) am Arbeitsplatz Augenverletzungen zu. Deshalb hat die StBG gemeinsam mit namhaften Partnern eine neuartige Kampagne zum Schutz vor Augenverletzungen entwickelt.
Bei herrlichem Sommerwetter wurde am 25. August im Werk Höver der HOLCIM AG der Startschuss für die Tour des neuen chromblitzenden StBG-Augenmobils gegeben - das Motto: "Damit´s nicht ins Auge geht". In den nächsten zehn Monaten wird es kreuz und quer durch Deutschland fahren, um in den Mitgliedsbetrieben der Steinbruchs-BG über die Gefahren für das Augenlicht am Arbeitsplatz und entsprechende Schutzmaßnahmen zu informieren.
Rund 150 Mitarbeiter der HOLCIM AG, Gäste und Pressevertreter informierten sich in lockerer Atmosphäre über den ernsten Hintergrund der Kampagne, denn "Menschen nehmen 90 Prozent ihrer Eindrücke über das Auge wahr. Darum sollten wir alles Notwendige unternehmen, um unsere Augen zu schützen. Jeder Augenunfall ist ein Unfall zuviel", kommentierte Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, Leiter des Geschäftsbereichs Prävention der StBG, den Start der Kampagne. Gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des "Zentralverbandes der Augenoptiker", Jürgen Meyer, dem Marketing-Chef des "Kuratoriums Gutes Sehen", Thomas Schröter, und Dr. Klaus Eichas, dem Leiter des Werks Höver der HOLCIM AG, sowie Michael Fiesler, Marketing-Service-Manager der Firma "UVEX" wurde in einer Talkrunde - moderiert von Melanie Anschütz - über das ernste Thema vor den Gästen anschaulich diskutiert.
Ansatz der Kampagne ist es, rund um das Thema "Augen" zu informieren und so alle Beteiligten, ob aus dem Produktions- oder dem Verwaltungsbereich der versicherten Unternehmen, für die Inhalte zu sensibilisieren. Daher steht nicht allein der Schutz der Augen vor Verletzungen im Focus der Bemühungen. Es geht auch darum, zu verdeutlichen, dass die regelmäßige Kontrolle des Sehvermögens ein aktiver Beitrag zum Schutz vor Unfällen und damit zur Sicherheit aller dient. Ein innovativer Ansatz, der auch von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz in Bilbao unterstützt und finanziell gefördert wird.

  Videowand im Augenmobil   Besucher im Mobil   Ein Augenoptiker führt einen kostenlosen Sehtest durch  
  Videowand im Augenmobil   Das Mobil ist vollgepackt mit Informationen: Plakatwände (rechts), die Videowand (hinten) und eine Schutzbrillen-Ausstellung (links)   Ein Augenoptiker führt einen kostenlosen Sehtest durch  


Denn die Unfallursachen sind vielfältig: Mal werden bei der Arbeit mit einem Winkelschleifer winzige Metallsplitter weggeschleudert, mal fliegt 850 °C heißer Klinkerstaub bei Reinigungsarbeiten durch die Luft oder es spritzen gefährliche Säurereste hoch. Bei mehr als der Hälfte der Unfälle kommt es zu mechanischen Verletzungen, fast 30 Prozent werden durch Chemikalien oder ätzende Stoffe verursacht. Viele davon ließen sich aber durch einfache Schutzmaßnahmen leicht verhindern. "In 56 Prozent der Fälle haben die Betroffenen nicht einmal eine Schutzbrille getragen", klagt Helmut Ehnes. In anderen Fällen passe der gewählte Augenschutz nicht richtig oder sei ungeeignet.
Doch nicht nur die eigene Unvorsichtigkeit oder Sorglosigkeit sorgt für Unfälle. Oft sei den Mitarbeitern nicht bewusst, dass auch durch die Arbeit der Kollegen Gefahr drohe - so trügen sie beispielsweise am eigenen Arbeitsplatz ihr Schutzbrille, legten sie aber beim Gang durch die Abteilung ab. Oft seien zudem die Arbeitsprozesse unzureichend organisiert und brächten die Gesundheit der Mitarbeiter in Gefahr, so Helmut Ehnes. Hinzu kommen natürlich auch die vielfältigen Verletzungsmöglichkeiten der Augen bei Freizeit- und Sportaktivitäten.


  Super-Slow-Motion-Filme  zeigen, wie verheerend kleinste Fremdkörper wirken, wenn sie auf ungeschützte Augen treffen   (v.l.n.r.): Michael Fiesler, Uvex GmbH, Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, StBG, Melanie Anschütz, Dr. Klaus Eichas, Holcim AG, Thomas Schröter, Kuratorium Gutes Sehen, Jürgen Meyer, Zentralverband der Augenoptiker   Lockere Atmosphäre beim BAUZ-Event  
  Super-Slow-Motion-Filme zeigen, wie verheerend kleinste Fremdkörper wirken, wenn sie auf ungeschützte Augen treffen   (v.l.n.r.): Michael Fiesler, Uvex GmbH, Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, StBG, Melanie Anschütz, Dr. Klaus Eichas, Holcim AG, Thomas Schröter, Kuratorium Gutes Sehen, Jürgen Meyer, Zentralverband der Augenoptiker   Lockere Atmosphäre beim BAUZ-Event  


Deshalb müssen Unternehmer und Mitarbeiter zeitgemäß, interessant und verständlich über Gefahren und Schutzmaßnahmen informiert, sensibilisiert und zu eigenverantwortlichem Handeln motiviert werden. Ganz bewusst setzt die Kampagne der Steinbruchs-BG daher auf eine zielgruppengerechte und besonders leserfreundliche Informationsvermittlung. Im Vordergrund steht wieder die BAUZ-Zeitung (www.bauz.net), die von vielen weiteren Medien flankiert und an rund 170.000 Versicherte in der deutschen Baustoffindustrie ausgegeben wird. Inhaltlich stehen dabei konkrete Lösungen und Handlungsorientierung klar im Vordergrund. Ein Gewinnspiel verstärkt die Motivation zur intensiven Auseinandersetzung mit den Inhalten. Für Sicherheitsfachleute in den Unternehmen steht darüber hinaus vertiefendes Informationsmaterial und ein Moderationsleitfaden zur Verfügung. Medien, die dazu beitragen, das Gespräch zu dem Thema innerhalb des Unternehmens zu intensivieren.
Das absolute Highlight stellt aber das insgesamt 15 Meter lange "Augenmobil" dar: Ein umgebauter amerikanischer Airstream -Trailer aus den siebziger Jahren, der nicht nur alle Fans klassischer Fahrzeugformen schwärmen lässt, sondern auch randvoll mit Informationen und interaktiven Exponaten rund um das Thema Augen und Augenschutz ist.

  Ein Besucher liest die Kampagnen-Zeitung   Ein Holcim-Mitarbeiter füllt eine Gewinnspielkarte aus   Die Lostrommel des BAUZ-Gewinnspiels füllt sich, denn es gibt attraktive Preise zu gewinnen  
  Auf großes Interesse stieß die neue BAUZ-Zeitung mit Schwerpunkt Augenschutz   BAUZ motiviert zum Mitmachen   Die Lostrommel des BAUZ-Gewinnspiels füllt sich, denn es gibt attraktive Preise zu gewinnen  


Einige Beispiele:
Videoanimationen zeigen, wie leicht unser Auge getäuscht werden kann und wie sich vermeintlich klare Bilder in trügerische Darstellungen verwandeln.
Mit Super-Slow-Motion-Kameras aufgenommene Filme verdeutlichen, welche verheerenden Wirkungen kleinste Fremdkörper haben, die ins Auge eindringen. Die Filme zeigen aber auch, welche schlimmen Verletzungen moderne Schutzbrillen verhüten können.
Eine Ausstellung unterschiedlicher Schutzbrillen wird zum Wissensquiz: Können Sie die Schutzbrillen den verschiedenen Aktivitäten aus Freizeit und Arbeitswelt zuordnen? Die Ausstellung räumt auch mit überholten Klischees auf, denn Schutzbrillen sind heute durch modernste Materialien, geringes Gewicht, ergonomische Gestaltung und gute Belüftung angenehm zu tragen.
Zusätzlich erwarten den Besucher im Augenmobil Zahlen, Daten, Fakten und viele weitere Informationen.
Die Arbeitnehmer in der Baustoffindustrie bewegen heute tonnenschwere Fahrzeuge und Maschinen unter immer höheren Anforderungen. Unfälle mit solchen Maschinen und Fahrzeugen verlaufen häufig folgenschwer und sind nicht selten auf vermindertes Sehvermögen der Fahrer und Bediener zurückzuführen. Da sich die Sehschärfe und das "Dämmerungssehvermögen" schleichend verschlechtern, wird dieser Umstand meist nicht bewusst wahrgenommen. Deshalb können die Besucher im Augenmobil einen kostenlosen Sehtest durch erfahrene Augenoptiker durchführen lassen. Ein Service, der durch die Zusammenarbeit mit dem "Kuratorium Gutes Sehen" und dem "Zentralverband der Augenoptiker" realisiert werden konnte.
Die StBG-Präventionskampagne zum Thema Augenschutz lebt von der aktiven Beteiligung und bietet die reelle Chance, menschliches Leid, Produktionsausfall und Kosten wirksam zu senken. Nutzen Sie die Chance für ihr Unternehmen!

Kontakt:
Christian Claus, claus@stbg.de / Tel. (0511) 72 57-759
Holger Imhoff, imhoff@stbg.de / Tel. (0511) 72 57-627


  Logo UVEX-Arbeitsschutz   Logo Zentralverband der Augenoptiker   Logo Kuratorium Gutes Sehen   Logo Mercedes-Benz  


  Logo Holcim   Logo StBG   Logo Europäische Agentur  






Inhaltsverzeichnis Ausgabe 5/03 | Zurück zu unserer Homepage