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[Die Industrie der Steine + Erden]






Klassieren mit Siebmaschinen und Siebbelägen

Bei der Gewinnung und Aufbereitung fester mineralischer Rohstoffe werden Korngemische mit unterschiedlichen Korngrößen und -formen erzielt. Da diese zwecks Weiterverarbeitung in unterschiedliche Korngrößenklassen getrennt werden müssen, kommen Klassiermaschinen zur Anwendung. Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und schneller Auf- und Abbau von mobilen Anlagen sind wichtige Kenngrößen für die baustofferzeugende Industrie.
Die Powtech 2002 vom 8. - 10. Oktober 2002 in Nürnberg bietet wieder ein Forum für bewährte und neuentwickelte Sieb- und Sortiertechniken.



Innovative Siebtechnik von Mogensen

Auf einem Gemeinschaftsstand der Allgaier-Gruppe informiert Mogensen über zwei neue Sizergenerationen, die in den letzten zwei Jahren entwickelt wurden. Durch intelligente Konstruktionen konnten die Gewichte reduziert und der Fertigungsaufwand minimiert werden, so dass die Maschinen bei gleichen verfahrenstechnischen Parametern zu einem günstigeren Preis angeboten werden. Im Vergleich zu konventionellen Kreis- und Linearschwingsiebmaschinen sind die Mogensen Sizer bei gleicher Leistung und besseren Siebergebnissen wesentlich kompakter und leichter. Durch das geringe Gewicht treten weniger Probleme mit der dynamischen Belastung auch in großen Höhen auf. Die kompakten Abmaße erlauben den leichten Einbau in vorhandene Konstruktionen. Der Kurzsizer wird jetzt in den Ausführungen als Linearschwinger (Typ SK) und als Kreisschwinger (Typ SG) mit 1.300 mm langen Siebbelägen angeboten. Der Einsatzbereich liegt bei mittleren Aufgabeleistungen mit normalen Qualitätsansprüchen.


Mogensen Sizer komplett aus VA für die Absiebung feiner, empfindlicher Schüttgüter
Mogensen Sizer komplett aus VA für
die Absiebung feiner, empfindlicher
Schüttgüter


Der Langsizer Typ SL/SC wird mit 2.400 mm langen Siebbelägen ausgerüstet. Dadurch wird neben der sizertypischen Trennung des Materials über mehrere Siebdecks eine genauere Trennung über den langen Siebbelag erreicht. Dieser Sizertyp wird für sehr hohe Leistungen und für genaue Trennung eingesetzt.
Der Sizer 2000 ist eine statische Feinsiebmaschine für Trennkorngrößen im Bereich 0,1 - 5,0 mm. Die Siebdecks werden mittels Schlagleisten in Schwingungen versetzt. Der Schlagimpuls bewirkt sowohl das Freihalten des Siebbelages von Steckkorn als auch den Transport des Schüttgutes selbst. Angetrieben wird jede Schlageinrichtung durch zwei Unwuchtvibratoren. Diese versetzen die Schlagleistenwelle in eine oszillierende Bewegung und der Siebbelag wird von unten angeregt. Grundsätzlich wird die Maschine mit Frequenzumrichter ausgeliefert, um die notwendige Schlagfrequenz dem Produkt anzupassen. Damit ist die Siebmaschine variabel auf das Produkt einstellbar, wobei Beschleunigungskräfte bis zu 30 g möglich sind. Die Siebrahmen selbst bleiben allerdings annähernd statisch, so dass keine direkten dynamischen Restkräfte in die Unterkonstruktion eingeleitet werden. Die vollkommen staubgekapselte Maschine benötigt daher nur sehr geringe Absaugluftmengen für die Entstaubung.



Haver Niagara Flat- und Free-Line

Um der wachsenden Forderung des Marktes nach modernster Technologie zu wettbewerbsfähigen Preisen gerecht zu werden, hat Haver & Boecker, Münster, zwei neue Siebmaschinengenerationen in modularer Bauweise entwickelt. Nach vorwiegend maßgeschneiderten Siebmaschinen mit hohem Konstruktionsaufwand war es das Ziel, zusätzlich zu dem bestehenden Lieferprogramm ein Maschinensystem zu entwickeln, dass nach dem Baukastenprinzip funktioniert: Aus mehreren standardisierten Baugruppen wurde eine solide Grundkonstruktion geschaffen, welche die gewohnte Qualität gewährleistet. Mit einem flexiblen Zubehör- und Optionsprogramm wird die Anpassung an die siebtechnische Aufgabenstellung sichergestellt.
Bei den neuen Free-Line (Freischwinger) und Flat-Line (Linearschwinger) Konstruktionen wurde darauf geachtet, bewährte Haver & Boecker Standards, wie z. B. die Doppelabkantung der Seitenwände beizubehalten. Darüber hinaus wurden mit der Einführung des Baukastenprinzips die Schnittstellen von normierten Grundelementen definiert und eine Anpassung an modernste Konstruktions- und Fertigungstechnik vollzogen. So wurde z. B. ein universelles Auflagerrahmensystem passend für verschiedene Siebbeläge (Kunststoffstecksiebboden oder Drahtseitenspanner) entwickelt.
Innenansicht der neuen Niagara Free-Line Haver Niagara Flat-Line
Innenansicht der
neuen Niagara Free-Line
Haver Niagara
Flat-Line


Aus diesem System lassen sich alle gängigen Siebgrößen einfach ableiten. Die enge Siebflächenabstufung erfolgt überlappend in branchenüblichen 300er Breitenschritten und 500er Längenschritten. Über festgelegte Mindestabstände zwischen den Siebdecks und eine leicht zu öffnende Rückwand sind die Maschinen zudem leicht zugänglich für Wartungsarbeiten. Ein neuer Aufbau der Lagerung bei den Linearschwingern weniger Lagergrößen und eine stufenlose Neigungsverstellung an den Federkonsolen runden das Standardisierungsprogramm ab.
Als konstruktive Optionen bietet Haver & Boecker die Siebmaschinen in Ein- oder Doppeldeckerbauweise sowohl für Positiv- als auch Negativabsiebung an. Schleißschutz, Bebrausung und Kugelkopfvorrichtung können ebenfalls optional geliefert werden.
Hauptmärkte sind nach wie vor die Trocken- und Nassklassierung in Schotter-, Kies- und Sand-Industrie. Beide Siebmaschinengenerationen zielen dabei hauptsächlich auf Trennschnitte von 0 - 32 mm nach DIN ab.



Robuste Trommelsiebe von Elma

Hohe Durchsatzleistungen bei siebschwierigem Aufgabegut - das sind die bevorzugten Aufgabengebiete von Trommelsiebmaschinen. Kein Wunder also, dass im Recyclingbereich Trommelsiebe für die Klassierung von Hausmüll, Holz, Müllschlacken, Kompost, Kunststoffabfällen, Bodenaushub und sogar von Schrott eingesetzt werden. Materialien also, die zum Teil faserige, flächige Kornformen haben, häufig auch einander haften und mit herkömmlichen Verfahren nur schwer zu trennen sind. Bei der Absiebung von Wasserbausteinen, die nicht nur an Uferbefestigungen von Flüssen und Seen eingebaut werden, sondern auch als Böschungsstützen im Straßenbau Verwendung finden, kommt dieses robuste, verschleißarme Siebverfahren ebenfalls zum Einsatz. Hier liegen die Kornfraktionen bei 150 - 400 mm und darüber.
Mit Flächensieben wären diese Körnungen nur mit großen Schwierigkeiten zu bewältigen. Von Elma, Anlagenbau für Rohstoffaufbereitung, in Eschenbach wurde jetzt ein Trommelsieb mit einer Leistung bis zu 500 t/h entwickelt. Bei einem Trommeldurchmesser von 2.100 mm und einer Trommellänge von bis zu 12.000 mm können Aufgabekörnungen bis 800 mm in maximal acht Siebfraktionen aufbereitet werden. Dieses sowohl für den stationären als auch semimobilen Einsatz konzipierte Gerät zeichnet sich nach Angaben des Herstellers durch eine außerordentliche Robustheit aus. Die Gutaufgabe erfolgt mittels Radlader, Bagger oder Lkw. Den Abzug des Siebgutes zum Trommelsieb erledigt ein Kratzkettenförderer, eine Vibrorinne oder ein Plattenband.
Innerhalb des Trommelsiebes angeordnete Leitschaufeln sorgen in Verbindung mit einer leichten Trommelneigung und der Drehbewegung der Trommel für die Materialbewegung in Richtung Austragsseite. Je nach dem welche Energieform vor Ort zur Verfügung steht, wird die Trommel elektrisch oder dieselelektrisch angetrieben. Die Übertragung des Drehmomentes auf die Trommel erfolgt rein mechanisch oder hydraulisch durch eine Rollenkette, Reibräder oder einen Zahnkranz. Handelsübliche Antriebseinheiten und Laufräder gewährleisten geringe Ersatzteilvorhaltung bei hoher Verfügbarkeit.



Die fast "ultimative" Taumelsiebmaschine

Feinabsiebungen ab 30 Mikron Maschenweite und Mehrfachfraktionierungen sind das Fachgebiet von GKM Siebtechnik aus Bad Schönborn. Bei diesen Siebmaschinen wird eine kreisschwingende Bewegung in der Trennflächenebene mit einer kleinen Vertikalkomponente zu einer dreidimensionalen Bewegung überlagert.


Taumelsiebmaschine KTS 2000/3
Taumelsiebmaschine
KTS 2000/3


In Folge des dadurch entstehenden Taumeleffektes werden in jedem Punkt der Trennfläche unterschiedliche Bewegungskomponenten erreicht, die den Trennvorgang begünstigen.
Das in der Mitte der runden Trennflächen aufgegebene Siebgut wird zunächst wie auf einem Plansieb aufgelockert, wobei das Feingut sofort die Trennfläche durchdringt und das Grobgut und Grenzkorn spiralförmig nach außen wandern. Dadurch gelangt das Siebgut mit zunehmender Absiebung in Bereiche größerer Vertikalbeschleunigungen, die eine stärkere Umschichtung und schärfere Absiebung bewirken. GKM liefert Taumelsiebmaschinen in einem Durchmesserbereich von 600 bis 2.600 mm. Die Maschinen können mit bis zu fünf Siebdecks ausgerüstet werden. Diese Anlagen eignen sich besonders zur Absiebung von pulverförmigen Produkten in mehreren Fraktionen besonders im feinen- und siebschwierigen Bereich. Zur Säuberung der Trennflächen werden Bälle, Bürsten aber auch Luftstrahl und Ultraschall eingesetzt. Die von GKM angebotenen Trommelsiebmaschinen können sehr flexibel in den verfahrenstechnischen Ablauf eingebaut werden. So ist praktisch jeder Durchmesser herstellbar und der unterste Auslauf beliebig drehbar. Ab der Baureihe KTS 1200 sind die Maschinen optional mit einem pneumatischen oder manuellen Deckhebesystem lieferbar.



Mobile Siebtechnik von SBM Wageneder

Der österreichische Aufbereitungsspezialist hat eine breite Produktpalette von Siebanlagen in seinem Fertigungsprogramm. Entsprechend den Anforderungen werden die Anlagen semimobil, containermobil, rädermobil oder raupenmobil angeboten.
Bei der Aufbereitung von siebtechnisch schwierigen Ausgangsprodukten werden vorzugsweise Trommelsiebmaschinen eingesetzt. SBM bietet hier Doppeltrommelsiebe oder einfach Trommelsiebmaschinen mit einer Trommelgröße bis zu 2,2 m Durchmesser und 5,5 m Länge an. Für klebrige Materialien und große Aufgabestücke besteht die Möglichkeit, entweder einen Kipprost über den Aufgabebunker zu montieren oder einen Rollenrost mobil aufzubauen. Zur Trennung einer feineren zweiten und dritten Fraktion kann dabei ein Unterdeck, dass als verstopfungsfreies Fingersieb ausgeführt ist, verwendet werden.
Die Siebung von bindigen und feuchtem Naturstein bzw. Recyclingmaterial wie gebrochener Asphalt, Beton, Baumischschutt in verkaufsfähige Fraktionen kann mittels mobil aufgebauter Spannwellensiebmaschinen durchgeführt werden. Hier gibt es Ausführungen, bei denen das Unterdeck zur Absiebung der immer problematischeren feinen Fraktion als Spannwelle ausgeführt ist, das Zwischen- bzw. Oberdeck jedoch als Freischwinger fungiert. Diese Anordnung hat sich sehr gut für große Aufgabemengen und relativ feine Absiebung im Unterdeck herunter bis ca. 2 mm bewährt.


Raupenmobile Spannwellensiebmaschine 17/50-2
Raupenmobile Spannwellen-
siebmaschine 17/50-2


Zur Trennung von trockenerem Naturstein oder Recyclingmaterialien nach Brechanlagen werden in erster Linie Freischwingsiebmaschinen eingesetzt. Diese Maschinenvariante ist sicherlich am meisten in Verwendung und findet sehr breite Anwendungsmöglichkeiten, alle denkbaren Mobilitätsgrade und Ausführungsvarianten sind hier bei SBM im Fertigungsprogramm. In letzter Zeit haben sich speziell auf Brechanlagen direkt aufgebaute Siebmaschinen besonders durchgesetzt. Der letzte Schrei der Entwicklung betrifft eine ebenfalls auf die mobile Brech- und Siebanlage aufgebaute Windsichtung zur Separierung der Leichtfraktion wie Plastik, Papier und Holz.
Die Nassabsiebung von Naturstein kann ebenfalls mit mobilen Siebanlagen durchgeführt werden. Hierbei ist unter der Dreideck-Siebmaschine eine Entwässerungsschnecke zur Separierung des Wassers von der Feinfraktion eingebaut. Die Aufhaltung der Fraktion erfolgt durch bis zu 20 Meter lange Haldenbänder, wobei die Feinfraktion nierenförmig aufgehaldet wird.



Mobile Hochleistungssiebmaschine im Steinbruch

Hinter mobilen Brechanlagen beim Einsatz in der Natursteingewinnung ist ein qualifiziertes Hochleistungssieb in der Regel unumgänglich. Im Gegensatz zum Recyclingeinsatz von Mobilanlagen werden im Naturgestein meist höhere Anforderungen an die Siebgenauigkeit gestellt und oft mehrere Körnungen gefordert. Natürlich ist auch hier Flexibilität angesagt hinsichtlich der verschiedenen abzusiebenden Körnungen und der Leistungsmöglichkeiten der Siebanlage.
Der Göppinger Anlagenbauer Kleemann und Reiner hat seine mobile Siebpalette weiter ausgebaut und bietet nun ein mobiles Dreidecksieb, Leistungsklasse 300 t/h, an. Der Siebkasten selbst hat die Größe 1,8 x 5 m mit drei Decks. Die seitlichen Austragsbänder sind für große Haldenvolumen in einer extrem langen Ausführung, zum Teil schwenkbar. Ein entsprechend langes Aufgabeband stellt sicher, dass die Siebanlage kompatibel zu jeder Brechanlage ist. Ein robustes Kettenfahrwerk sorgt für Manövrierbarkeit auch im unwegsamsten Gelände und selbst ein Straßentransport ist, nach der Montage der seitliche Haldenbänder, relativ einfach zu bewältigen.


Mobiles Dreidecksieb, Leistungsklasse 300 t/h
Mobiles Dreidecksieb,
Leistungsklasse 300 t/h





Neuentwicklung ausgeliefert

Seit langem war Michael Füllgrabe, Inhaber des gleichnamigen Garten- und Landschaftsbaubetriebes aus Bad Lauterberg, auf der Suche nach einer kompakten, handlichen Siebanlage, die mit einem kleineren Ladegerät beschickt und leicht umgesetzt werden kann. Mit der neuen Finlay Siebanlage, Typ 663 wurde Michael Füllgrabe jetzt fündig. Bei der von Oppermann & Fuss, Quickborn, in Deutschland vertriebenen Anlage handle es sich um eine neu entwickelte Kompakt-Siebanlage, die sich in die 600er Serie von Finlay einordnet und dieses Programm "nach unten" erweitert. Diese weist die gleichen Konstruktionsmerkmale auf, wie die größeren Geräten, nur das Abmessungen geringer ausfallen. Die Anlage besteht wie üblich aus Materialaufgabetrichter mit Abweisrost, regelbarem Abzugsband, Hauptförderband, Doppeldecker-Siebmaschine und den drei angebauten Austragebändern für die Aufhaldung der abgesiebten Fraktionen. Die Anlage wird von einem aufgebauten Dieselmotor angetrieben. Sie wird wahlweise auf einem Raupenlaufwerk oder auf gummibereiften Achsen geliefert. Der aufgebaute Siebkasten ist - wie bei allen anderen Finlay-Siebmaschinen auch - freischwingend gelagert. Diese Konstruktion erlaubt eine Verstellung der Schwingungsweite der Siebe, so dass die Maschine für die Absiebung verschiedenartigster Materialien bei optimaler Leistung einsetzbar ist.


Die Finlay-Siebanlage, Typ 663,in Bad Lauterberg
Die Finlay-Siebanlage,
Typ 663,in Bad Lauterberg





Extec auf der Conexpo

Extec Screens & Crushers Ltd. hat auf der Conexpo in Las Vegas erstmals eine neue dreigeteilte Doublescreen Siebanlage vorgestellt. Diese erfüllt nach Angaben von Extec die Anforderungen an eine hohe Produktionsleistung bei gleichzeitig optimaler Siebleistung. Mit der Anlage können eine Übergröße und drei Kornfraktionen mit entsprechender Aufhaldung produziert werden. Darüber hinaus bietet die Doublescreen Anlage folgende Merkmale:
  • Selbstreinigendes Vibrationsrost,
  • hohes Haldenvolumen,
  • schneller Siebwechsel
  • In-line Schredder, der das Absieben von Klumpen und Material ermöglicht.

Die Doublescreen Siebanlage wird in Deutschland von der Firma Douglas Siebtechnik, Oberaula, vertrieben.



Neuartiges Siebdeckreinigungssystem

Siebdecks verstopfen oft durch Grenz- oder Steckkorn, meist in Maschen- oder Spaltweiten 4 mm bis 0,3 mm. Dieses hat einen sehr nachteiligen Effekt auf die offene Siebfläche und den nachgeschalteten Aufbereitungsprozess. In Südafrika wurde jetzt von zwei Unternehmen ein sehr effektives berührungsloses Siebdeckreinigungssystem entwickelt, welches vornehmlich bei verstopften Polyurethansiebbelägen zum Einsatz kommt. Das patentierte System wird in Deutschland von der Firma Bohle Aufbereitungstechnik, Recklinghausen, vertrieben. Das neuartige Reinigungssystem kann in jedes Sieb eingebaut werden, ohne seine Funktionalität zu beeinträchtigen. Durch Aufgabe von Wasser mit Hochdruck und Überschallgeschwindigkeit durch spezielle Düsen hindurch, die in einem bestimmten Abstand über den Siebbelag fahren, werden über einen oszillierenden, kegelförmigen
Wasserjet regelrecht Schockwellen erzeugt, die die eingeklemmten Partikel aus der Siebmaschine entfernen. So kann ein Siebbelag in der Größe von 6 m x 2 m innerhalb von ca. 6 Minuten gereinigt werden. Bei dem vorliegenden Reinigungssystem handelt es sich nach Aussagen des Vertreibers um eine marktreife Entwicklung.


Siebdeck nach 50%iger Reinigung mit Bohle-System
Siebdeck nach 50%iger Reinigung
mit Bohle-System





Ultraschall-Maschenreinigung senkt Betriebskosten

Nach der Segmentierung seiner Siebeinsätze ist Allgaier, Hersteller von Siebmaschinen für den Feinstbereich, jetzt mit der Segmentierung seines Ultraschallsystems zur Freihaltung feinster Maschenweiten jetzt ein weiterer Schritt zur Reduzierung des Betriebs- und Wartungsaufwands bei Rundsiebmaschinen gelungen. Insbesondere lassen sich die Kosten für die Ersatzteilbevorratung deutlich senken. Mit dem neuen System wird der Aufwand für Siebwechsel und Bespannung wesentlich reduziert, da der Ultraschallrahmen einer Taumelsiebmaschine in vier gleiche Segmente geteilt ist. Bei einem Siebriss muss jetzt nicht mehr der vollständige Rahmen, sondern nur noch das betroffene Segment ausgetauscht werden. Erfordert der Wechsel der einteiligen Ultraschallrahmen bisher einen höheren Personaleinsatz, kann der Wechsel der Segmente nun von einer Person vorgenommen werden. Durch das vereinfachte Handling verkürze ich die Stillstandzeit einer Siebmaschine. Dazu kommt, dass sich die Segmente leichter transportieren lassen und kleine Lagerflächen benötigen.


Ultraschallsystem reduziert Wartungsaufwand bei Rundsiebmaschinen
Ultraschallsystem reduziert
Wartungsaufwand bei Rundsiebmaschinen





Siebtechnik für alle Anforderungen

Für die verschiedenen Aufgabenstellungen stehen in der Sieb-Technik unterschiedliche Prinzipien zur Verfügung. Im konkreten Anwendungsfall werden die unterschiedlichen produktspezifischen Eigenschaften über die möglichen Beschleunigungskräfte und Siebbewegungen berücksichtigt. So zum Beispiel das Sieb-Klassieren von Schleifmittelkörnungen nach Norm, bei welchen meist hohe Beschleunigungen bei geringen Durchsatzleistungen gefragt sind, um die Produkte noch bei geringen Maschenweiten bis ca. 45 (30) µ trennen zu können. Oder die Baustoffindustrie, bei der die Kornklassen definiert sind, aber die Trenngrenzen größere Toleranzen haben.
Weiterhin lässt sich die Siebtechnik unterteilen in die Fein- und Grobsiebung. Bei den gröberen Siebungen werden eher überkritische Schwingfrequenzen eingesetzt. Für mittlere Körnungen stehen z. B. Linearschwingsiebe zur Verfügung, bei denen durch horizontalen Einbau der Gewebe und die schwerpunktunabhänige Antriebsart die Möglichkeit besteht, die Siebtypen als Mehrdecksiebmaschinen auszuführen. Jedoch ist durch die Anordnung der Antriebe die Größe der Siebmaschine begrenzt. So bietet diese Maschinenart die Möglichkeit, entweder in Kornklasse zu fraktionieren oder einlaufseitig auf mehrere Siebböden zu verteilen, um so die Siebfläche zu vergrößern. Auslaufseitig wird dann der Über- bzw. Unterkornanteil jeweils gefasst.
Ein weiteres Siebprinzip, ebenfalls im überkritischen Bereich eingesetzt, ist das Kreisschwingsieb. In Abstimmung zu den produktspezifischen Eigenschaften gelten die allgemeinen Regeln hohe Frequenzen - kleine Schwingkreisradien für feinere Siebungen, um die Transportgeschwindigkeit klein zu halten. Für gröbere Siebungen gilt größere Schwingkreisradien - kleinere Frequenzen für große Transportgeschwindigkeiten. Bei kleineren Ausführungen, meistens als Eindecksiebmaschinen ausgeführt, werden die Kreisschwingungen durch aufgesetzte Unwuchtmotoren erzeugt. Hierbei wird leichte Ellipsenbildung ein- und auslaufseitig in Kauf genommen. Diese ist abhängig von der Länge der Siebmaschine und der damit verbundenen Schwerpunktlage. Bei größeren Kreisschwingsieben, ab 1 x 2 m, werden aus diesem Grunde eigene schwere, massezentrale Abtriebseinheiten eingesetzt.
Das Kreisschwingerprinzip wird eingesetzt für Siebungen > 0,5 - 1,0 mm. Die Gewebe sind für mittlere Maschenweiten ein- und auslaufseitig in S-Form gespannt. Die für die Siebreinigung freien Kräfte können bei siebschwierigen Produkten durch pneumatische Siebabreinigung unterstützt, vergrößert werden. Eine weitere Alternative sind aufgesetzte Ketten.
Was jedoch bleibt ist das Problem der Feinanteile < 1,0 (0,5 mm). Aufgrund der vielseitigen, unterschiedlichen Aufgabenstellungen in der Sieb- und Sortiertechnik bzw. in überschneidenden Bereichen zu der geringen theoretischen Auslegung und Betrachtungsweise zählt nur die fundierte, praxisnahe Erkenntnis. So steht für jedes Siebprinzip im Technikum der Merz Aufbereitungstechnik GmbH die entsprechende Einrichtungen zur Verfügung, um den Kunden praxisnahe Auslegung und problembezogene Anpassung zu demonstrieren.



Hochlast-Analysensiebmaschine

Hochlast-Analysensiebmaschine "analysette 18" Von Fritsch, Laborgerätebau, wurde eine Hochlast-Analysensiebmaschine mit der Bezeichnung "analysette 18" auf den Markt gebracht. Dieses wurde speziell für die Verarbeitung großer Siebgutmengen konstruiert. Sie vermeidet gezielt Nachteile leichterer Siebmaschinen, wo das Proben- und Siebgewicht die Siebergebnisse teilweise erheblich beeinflusst.
Die "analysette 18" wird vorzugsweise für die Partikelgrößenanalyse und Fraktionierung grobkörnigen Materials verwendet. Die Aufgabemenge von maximal 25 kg für Siebgut und Siebsatz erlaubt auch den Einsatz in der Pilotline-Produktion oder bei Reihenuntersuchungen größerer Mengen. Der Einsatz erfolgt überall da, wo die Handsiebung aus Kostengründen oder wegen besserer Reproduzierbarkeit durch maschinelles Sieben ersetzt werden muss.
In dem Messbereich von 63 µm bis 63 mm kann eine maximale Probenmenge von bis zu 6 kg verarbeitet werden. Die Siebzeiten liegen zwischen 10 und 30 Minuten. Durch den Einsatz des Auswerteprogramms "autosieb" sind die Siebergebnisse nicht nur schneller verfügbar, sondern auch zuverlässiger. Fehler bei der Wägung und der Berechnung der einzelnen Sieb-Fraktion entfallen, da die gesamte Auswertung vom Computer durchgeführt wird.





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