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[Die Industrie der Steine + Erden]






Instandhaltung an Feststoffpumpen

Kontakt: metso minerals GmbH, Dipl.-Ing. Dieter Reitemeyer
D-40231 Düsseldorf, Tel.: (02 02) 8 41 40




Problem
An Feststoffkreiselpumpen, die in der Steine und Erden-Industrie unter anderem als Baggerpumpen, Prozesswasserpumpen und für die Materialförderung eingesetzt werden, muss zu Inspektions-, Einstell- und Reparaturzwecken das Pumpengehäuse geöffnet werden. Für die damit betrauten Mitarbeiter ein ziemlicher Arbeitsaufwand. Müssen doch zunächst die entsprechenden Rohrleitungsflansche gelöst, das Pumpengehäuse geöffnet und anschließend die zu ersetzenden
Bauteile aus- bzw. eingebaut werden. Das Unfallrisiko ist hier nicht unerheblich, da die schweren Bauteile unter großem Kraftaufwand mit Brechstangen und Hebezeugen unter häufig ungünstigen Platzbedingungen bewegt werden müssen.



Praxislösung
Von einem Hersteller wurde jetzt eine Feststoffpumpe entwickelt, bei der das Pumpengehäuse auf der Antriebsseite geöffnet wird, und anschließend die komplette Gruppe der beweglichen Pumpenteile (Pumpenwelle mit Lagerung und Laufrad), nach hinten aus der Pumpe "herausgehebelt" werden kann. Auch braucht die Pumpe nicht mehr aus dem Rohrleitungssystem ausgebaut werden.
Die aus arbeitssicherheitstechnischer Hinsicht bedeutende Verbesserung besteht darin, dass die ausziehbare Pumpengruppe einschließlich des über der Pumpe angeordneten Motors auf einer gleitfähigen Fußplatte angeordnet wurde. Die Gleitplatte trägt das Gewicht der beweglichen Gruppe über Führungsschienen auf die Pumpengrundplatte ab und kann auf dieser in Ausziehrichtung verschoben werden.
Gleitplatte und Pumpengrundplatte sind an den Seiten mit einem Augen oder mit Nocken versehen, zwischen denen ein Hebel, zum Beispiel eine Brechstange, so angesetzt werden kann, dass sich die bewegliche Gruppe mit kleinen Schritten aus der Pumpe heraushebeln lässt - beziehungsweise wieder in sie hineingeschoben werden kann. Durch diese Einrichtung fällt auch das bislang erforderliche Einhängen der beweglichen Bauteile in ein Hebezeug.



Gleitfähige Fußplatte mit Pumpe und Motor
Gleitfähige Fußplatte mit Pumpe und Motor


Die komplette Gruppe wird nach hinten aus der Pumpe "herausgehebelt"
Die komplette Gruppe wird nach hinten
aus der Pumpe "herausgehebelt"




Erfahrung
Insbesondere letzterer Punkt hat sich in der Praxis als großer Vorteil des neuen Systems herausgestellt. Musste in der Vergangenheit zur Aufnahme der bis zu mehrere Tonnen schweren Lasten entweder ein Mobilkran eingesetzt oder ein aufwendiges Hebezeug über der Pumpe errichtet werden, so kann jetzt mit der Gleitträger-Einrichtung, die als integraler Bestandteil der Pumpe vorhanden ist, praktisch frei von Risiken, wie Lastabsturz und körperlicher Belastung, die Reparatur schnell und sicher ausgeführt werden. Wirtschaftlichkeit und Sicherheit schließen sich nicht aus: Sie ergänzen sich - wie dieses Beispiel eindrucksvoll belegt.








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