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Neues Förderkonzept überspannt Fluss und Bahn

Pilotprojekt für die ContiTech Conveyor Belt Group: Beim Bau des Strengener Autobahntunnels am Arlberg (Österreich) wird erstmals die Seilförderanlage Ropecon eingesetzt, eine Kombination aus Transportband und Seilbahn. Das Förderband für diese einzigartige Anlage liefert ContiTech.
Die Baustelle liegt in 1.380 Metern Höhe, die Bedingungen sind schwierig. So muss der Abraum über den Fluss Rosanna und die Eisenbahn geführt werden, wozu eine Förderband-Lösung mit möglichst wenigen Stützpunkten gefordert ist. Ideal für Ropecon, ein Patent des österreichische Traditionsunternehmen Doppelmayr AG. Die Anlage besteht aus vier parallel gespannten Stahlseilen, zwischen denen auf Rollen das eigentliche Förderband von ContiTech läuft. Die Tragseile werden durch einen einzigen, 20 Meter hohen Mast gestützt, dessen Basis leicht beweglich ist.
Der Seilförderer vereinigt viele Vorteile eines stetig fördernden Bandes mit denen einer Material-Seilbahn, die zwar große Höhendifferenzen mit wenigen Stützpunkten überwindet, aber nicht den hohen Massendurchsatz bringt. In diesem Punkt ist das Strengener Projekt für bis zu 600 Tonnen pro Stunde ausgelegt. Der Achsabstand des Förderbandes beträgt exakt 268,2 Meter, womit das gesamte Band knapp 540 Meter lang ist.
Geliefert wird das komplette Band aus der norddeutschen Tiefebene zum Montageort in 1.380 Metern Höhe in vier Teillängen. Die Verbindung zu einem Endlosband übernimmt ein Vulkanisierteam direkt vor Ort. Im März 2001 wurde das Band eingezogen und fördert seitdem den Abraum mit 2,62 Meter/Sekunde vom Westportal des Strengener Tunnels über das Flussbett der Rosanna und Straßen- wie Eisenbahntrasse.
Die Fördertechnik betritt mit diesem Projekt Neuland. "Das Ropecon-Konzept", erläutert Dr. Heinrich Flebbe von der Anwendungstechnik bei ContiTech Conveyor Belt Group, "bietet überall dort Vorteile, wo hoher Durchsatz in unwegsamem Gelände oder über Wälder und breite Flüsse hinweg verlangt wird. Zudem ist es bei Steigungen bis zu 20 Grad einzusetzen." Für ContiTech weist dieses Projekt in eine vielversprechende Zukunft. Schon liegen Anfragen aus Taiwan, Hongkong und Australien vor.
"Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Optimierung des Konzeptes", lüftet Dr. Flebbe ein wenig den Schleier der Zukunft. "Wir sind dabei, ein alternatives Fertigungsverfahren für Wellkanten zu entwickeln und das Aufbringen der Wellkanten und Achshalter zu rationalisieren."


Der Seilförderer überspannt 268,2 Meter
Der Seilförderer
überspannt 268,2 Meter





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