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[Die Industrie der Steine + Erden]






Offshore bei RWE-DEA

Präventionsausschuss informiert sich über den Sicherheitsstandard

Mittelplate – die einzige Nordsee-Ölförderplattform in Deutschland, im Besitz eines Konsortiums aus Wintershall und RWE-DEAAm 28. und 29. August 2001 tagten turnusmäßig auf einer gemeinsamen Sitzung die Präventionsausschüsse von Vertreterversammlung und Vorstand in Cuxhaven. Neben der Beratung von aktuellen Neuerungen und Änderungen im berufsgenossenschaftlichen Vorschriftenwerk sowie der Diskussion von geplanten Präventionsaktivitäten stand die Sitzung ganz im Zeichen einer Vorstellung der in der Erdöl- und Erdgas-Industrie sehr erfolgreich praktizierten Sicherheits- und Gesundheitsschutzarbeit. Seit Jahren gehört dieser Industriezweig zu den Branchen, die die niedrigsten Unfallhäufigkeitsraten aller in der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft zusammengeschlossenen Industriezweige aufweist. Obwohl oder gerade vielleicht weil in diesem Industriezweig hohe Unfallgefährdungen bestehen, wird dem Thema Arbeitssicherheit seit jeher eine große Bedeutung beigemessen. Dr.-Ing. Schuhbauer, Leiter der Abteilung Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und Umweltschutz, im Unternehmen RWE-DEA, Hamburg, hatte die Aufgabe übernommen, den Teilnehmern die in diesem Unternehmen praktizierte „Sicherheitskultur“ vorzustellen. Dr. Schuhbauer machte deutlich, dass in einem Unternehmen der Erdöl- und Erdgas-Industrie vor dem Hintergrund des hohen Gefährdungspotentiales seit jeher neben dem Einsatz modernster Maschinen- und Anlagentechnik besonderer Wert auf eine umfassende Einbeziehung aller Mitarbeiter in die betriebliche Sicherheits- und Gesundheitsschutzarbeit gelegt wurde. So haben z. B. bei der RWE-DEA alle 500 Mitarbeiter an einem Seminar, welches besonders ausführlich psychologische Aspekte des Arbeitsschutzes behandelt, teilgenommen. Aufgrund der hohen Akzeptanz dieser Lehrgänge wurden in der Zwischenzeit bereits zwei Weiterbildungsseminare zu ähnlichen Themen durchgeführt. Da bei RWE-DEA sehr viele Fremdfirmen beschäftigt werden, wurden für diese Zielgruppe diverse Programme durchgeführt, um den Arbeitsschutz- und Gesundheitsschutzstandard dieser Unternehmen weiter zu verbessern. So wird seit dem Herbst 1999 von allen Fremdfirmen die Vorlage des sogenannten „SCC-Certifikates“ (Sicherheits-Certifikat-Contraktoren) gefordert. Dabei ist SCC kein Management-System sondern überprüft lediglich durch eine unabhängige Organisation die Umsetzung insbesondere auch des organisatorischen Arbeitsschutzes in einem Unternehmen. Nach Angaben von Dr. Schubauer hat diese zweigleisige Herangehensweise, d. h. die intensive Ausbildung der eigenen Mitarbeiter und der Einsatz von qualifizierten Fremdfirmen dazu geführt, dass sich die Unfallzahlen im eigenen Unternehmen deutlich reduziert haben. So wurden in den letzten drei Jahren lediglich nur noch durchschnittlich zwei meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert.

Die Präventionsausschüsse besichtigten auf der Ölförderplattform die Sicherheitsvorkehrungen Auf der Mittelplate
Die Präventionsausschüsse besichtigten
auf der Ölförderplattform die Sicherheitsvorkehrungen
Auf der Mittelplate

Anschließend konnten sich die Mitglieder der Präventionsausschüsse von Vertretersammlung und Vorstand bei einer Besichtigung der Bohrinsel „Mittelplate“ vor Ort ein Bild von der im Unternehmen RWE-DEA geleisteten Sicherheitsarbeit machen. Diese Bohr- und Förderplattform gehört zum Mittelplatekonsortium, an dem die Unternehmen Wintershall AG und RWE-DEA gleiche Anteile besitzen. Die Mittelplate ist die einzige Anlage in Deutschland, von der aus in der Nordsee Erdöl gefördert wird. Von ihr wird das größte deutsche Erdölfeld erschlossen und ausgebeutet. In einer Tiefe von circa 2.500 Metern werden circa 100 Millionen Tonnen Erdöl vermutet. Dabei sind lediglich rund 35 Millionen Tonnen gewinnbar. Bei einer Jahresförderung von 800.000 Tonnen pro Jahr wird aus dieser Lagerstätte circa 50 Prozent des in Deutschland geförderten Erdöls gewonnen. Dabei wird die Förderung in einem höchst sensiblen Gebiet vorgenommen. Die künstlich aufgeschüttete Bohrinsel befindet sich nämlich im Wattenmeer, in unmittelbarer Nähe eines weitläufigen Naturschutzgebietes. Damit sind beim Betrieb der Anlage höchste Umweltschutzanforderungen zu beachten.

Insbesondere diese Aspekte aber auch die vielfältigen Aktivitäten im Arbeits- und Gesundheitsschutz wurden von den Herren Dr. Schuhbauer und Rudolfi, Fördermeister, bei einem Rundgang sehr anschaulich dargestellt. Schließlich waren sich alle Beteiligten in ihrer Einschätzung darüber einig, dass ein solches Projekt nur dann erfolgreich realisiert werden kann, wenn bei allen Mitarbeitern das richtige Bewusstsein für Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umweltschutz ausgeprägt ist.




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