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Erfolgreiches Internationales Kolloquium Toulouse 2001
Unter dem Motto „Stäube, Rauche und Nebel am Arbeitsplatz – Risiken und Prävention“ fand vom 11. – 13.
Juni 2001 in Toulouse, Frankreich, ein Internationales Kolloquium der IVSS statt. Die Veranstaltung zum Thema „Arbeitsplatzrisiken
durch luftgetragene partikelförmige Gefahrstoffe in Form von Stäuben, Rauche und Nebeln sowie Maßnahmen
zu deren Prävention“ wurde gemeinsam durch die Sektionen Chemie und Forschung der IVSS organisiert.
Das Kolloquium richtete sich sowohl an alle, die für die Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zuständig
sind, an die Arbeitsmediziner, Sicherheitsfachleute, Vertreter der Sozialpartner und der Versicherungsträger,
als auch an Spezialisten aus den Bereichen der Aerosolmesstechnik, der Toxikologie und der Epidemiologie.
Dr. Radek, Hauptgeschäftsführer der BG Chemie und Dr. Moncelon, Leiter des Bereichs Ausbildung und Forschung
des Institut National de Recherche et de Sécurité (INRS) in Frankreich konnten in ihrer Eigenschaft
als Präsidenten der ausrichtenden Sektionen mehr als 260 in- und ausländische Teilnehmer begrüßen.
An dieser Resonanz wird die wachsende Bedeutung dieses Themas deutlich.
Nicht zuletzt durch die neue Biostoffverordnung und das Auftreten von ultrafeinen Partikeln (< 100 nm) bei der
Herstellung und Bearbeitung neuer Materialien, sowie bei thermischen und chemischen Reaktionen (Schweißrauche,
Metallrauche oder partikelförmige Dieselmotoremissionen) wird die Aktualität dieses Themas unterstrichen.
Es gibt jüngst Hinweise, dass von ihnen eine besondere Gesundheitsgefährdung ausgeht, wenn sie schwer
oder unlöslich sind.
Die Vorträge während der drei Tage gliederten sich in folgende Teilgebiete:
- Beurteilung der Exposition gegenüber partikelförmigen Schadstoffen
- Biologische Wirkung eingeatmeter Partikel
- Sicherer Umgang mit partikelförmigen Schadstoffen aus betrieblicher Sicht
- Ultrafeine Partikel und spezifische Stäube.
Für jede der vier Teilgebiete konnten renommierte Referenten aus Forschung und Technik, sowie aus den Reihen
der Unfallversicherungsträger gewonnen werden.
Abgerundet wurde die Veranstaltung am letzten Tag durch eine Podiumsdiskussion, an der neben Experten aus USA,
Frankreich und Deutschland auch die Teilnehmer des Kolloquiums sich rege beteiligten. Die Diskussion wurde durch
Dipl.-Ing. Coenen (Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften) moderiert und orientierte sich an den
gesammelten Fragen der Kolloquiumsteilnehmer, die während der Vorträge auftraten.
Es ist beabsichtigt diese Diskussion auf der Homepage der IVSS-Sektion Chemie http://chemistry.prevention.issa.int
fortzuführen. Diskussionsbeiträge, nicht nur von Teilnehmern des Kolloquiums, können an die dort
aufgelisteten Adressen geschickt werden. Sie werden dann in geeigneter Weise als zusätzlicher Beitrag zur
Podiumsdiskussion in die Homepage mit aufgenommen.
Des weiteren finden sich dort das Programm, Kurzfassungen der Vorträge und der Posterbeiträge, sowie
ein Bericht über die Podiumsdiskussion und ein Resümee der Veranstaltung.
Im Folgenden ist das Resümee wiedergegeben, dass die beiden IVSS-Sektionen Chemie und Forschung gezogen haben:
Bei einer Reihe industrieller und handwerklicher Prozesse ist die Entstehung von Stäuben, Rauchen oder Nebeln
nicht zu vermeiden. Deshalb ist besonderes Augenmerk auf die Begrenzung der Exposition an den betroffenen
Arbeitsplätzen durch technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen zu legen. Präventionsmaßnahmen
sind auszurichten an dem potentiellen Erkrankungsrisiko, dem die Beschäftigten auf Grund der Exposition gegenüber
Stäuben, Rauche oder Nebeln ausgesetzt sind.
Der Ermittlung des potentiellen Risikos dienen Expositionsmessungen oder -schätzungen in Verbindung mit Grenzwerten
und unter Nutzung der vorliegenden wissenschaftlichen und praktischen Erfahrungen.
Auf Grundlage der Vorträge und Diskussionen der Wissenschaftler und Praktiker anlässlich des Internationalen
Kolloquiums zur aktuellen Situation der Risiken und der Prävention beim Auftreten von Stäuben, Rauchen
oder Nebeln am Arbeitsplatz lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen:
- In Bereichen der gewerblichen Wirtschaft, in denen über die Expositionssituation hinreichende Kenntnisse
bestehen und auf Grund dessen potentielle Gesundheitsgefahren nicht auszuschließen sind, sollten vorrangig
geeignete und wirksame Präventionsmaßnahmen getroffen werden. Informations- und Interventionsprogramme
sollten hier vorrangig eingeleitet werden.
- Der Umgang mit staubförmigen Schüttgütern und die Bearbeitung von Erzeugnissen stelle, insbesondere
auch in der chemischen Industrie, einen besonderen Problembereich dar, dem entsprechende Aufmerksamkeit zu schenken
ist. Dabei kann die Entwicklung von Prozess- und Verfahrenskriterien hilfreich sein.
- Die Risikobegrenzung bei der Exposition gegenüber Stäuben, Rauchen oder Nebeln in kleinen und mittleren
Unternehmen sollte optimiert werden durch die Bündelung des vorliegenden Vorwissens und dessen Umsetzung in
betriebliche Präventionsmaßnahmen. Die Durchführung von Einzelmessungen in der Vielzahl der vorhandenen
Kleinbetriebe ist für die Prävention wenig effizient. Aus modellhaften Expositionsermittlungen bei bestimmten
Arbeitsverfahren und Technologien lassen sich für diesen Bereich wirksame und ökonomische Ansätze
für die Prävention ableiten.
- Für die Risikobewertung ultrafeiner Partikel fehlt derzeit noch eine valide Bewertungsgrundlage, so dass
hier die Forschung angesprochen ist, Mess-Verfahren und Grenzwerte auf epidemiologisch gesicherter Grundlage zu
entwickeln.
- Bei aller Anerkennung der wissenschaftlichen Diskussion um die Fragen der richtigen Messung von Stäuben,
Rauchen oder Nebeln, der zugehörigen Mess-Strategien und Definitionen darf das eigentliche Ziel, die Verhütung
von Gefahren für Leben und Gesundheit bei der Arbeit nicht aus dem Auge verloren werden. Deshalb ist zu fordern,
dass die Verfahren zur Expositionsmessung und -bewertung sich letztlich an den betrieblichen Bedingungen und dem
dort bestehenden Präventionsbedarf zu orientieren haben.

Die Teilnehmer der „Round table“-Diskussion (v.l.n.r.):
H. Fissan, Universität Duisburg; K. Bartels, BG Chemie,
D. Choudat, CHU Cochin, Frankreich; W. Coenen, HVBG;
J. Vincent, Universität von Michigan, USA;
J.-F. Fabrès, INRS, Frankreich.
IVSS
Die 1927 gegründete Internationale Vereinigung für soziale Sicherheit (IVSS) ist eine Weltorganisation
von Instutitionen der sozialen Sicherheit. Sie hat mehr als 350 Mitgliedsorganisationen in über 130 Staaten,
die dem Schutz, der Förderung und der Entwicklung der sozialen Sicherheit in der ganzen Welt dienen. Sie besteht
aus elf nach Sachgebieten eingeteilten Sektionen. Ihr Sitz ist beim internationalen Arbeitsamt in Genf.
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