BAUZ - Kampagne gegen Stolpern und Stürzen
„Auf asphaltierter Fläche mit dem rechten Fuß umgeknickt“, „Beim Abspringen aus dem Lkw-Führerhaus
das Fußgelenk verstaucht“, „Beim Begehen des Treppenhauses von der letzten Stufe abgerutscht“, „Auf der Anlegeleiter
von der dritten Sprosse abgerutscht und zu Boden gestürzt“ – Unfallschilderungen, wie sie tagtäglich
die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft erreichen. Längst stehen die sogenannten „Stolper- und Sturzunfälle“
an der Spitze der Unfallstatistik bei allen Berufsgenossenschaften. Rund 220.000 dieser Unfälle werden den
Berufsgenossenschaften jährlich gemeldet. Das sind im Durchschnitt immerhin mehr als 600 täglich. Die
Folgen solcher Unfälle reichen von leichten Prellungen bis zu komplizierten Brüchen. Bei etwa 5.600 Fällen
jedes Jahr sind die Unfallfolgen so schwer, dass die Betroffenen nach Abschluss der Heilbehandlung wegen dauernder
Schäden eine Unfallrente erhalten.Bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft ist inzwischen jeder vierte gemeldete Arbeitsunfall diesem Unfallschwerpunkt zuzurechnen. Immerhin rund 5.000 Unfälle pro Jahr. Damit halten diese Unfälle einen Anteil von rund 50 Prozent aller von der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft jährlich für schwere Verletzungsfolgen erstmals ausgezahlten Unfallrenten. Dafür müssen von der StBG jährlich rund 11 Millionen DM an Rehabilitations- und Rentenleistungen aufgewendet werden. Gründe genug also für die Selbstverwaltung und den Geschäftsbereich Prävention der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft sich mit einer auf die speziellen Bedürfnisse der Baustoff-Industrie zugeschnittenen Kampagne gegen Stolper- und Sturzunfälle zu beschäftigen. Unfallursachen
Die Präventionskampagne setzt deshalb auf eine Sensibilisierung der Mitarbeiter für dieses „banale“
Thema, auf sachliche Informationen zu Verhaltensänderungen und größtmögliche Nachhaltigkeit. Bausteine
Die „Bauz“-Zeitung behandelt das Thema auf zwölf Seiten in unterschiedlichster Form. So dienen reißerisch
aufgemachte Unfallschilderungen dazu, Aufmerksamkeit zu erreichen. Auch die Rubriken Humor, Horoskop, Kreuzworträtsel
fehlen nicht. Das „Super-Bauz“-Preisausschreiben soll zusätzlich zum Lesen der Texte motivieren; schließlich
können hier attraktive Preise gewonnen werden: 1. Preis eine Reise nach Mallorca für zwei Personen, 2.
und 3. Preis ein Wochenendtrip für zwei Personen nach London bzw. Berlin, weitere attraktive Preise wie Fahrräder
oder hochwertige Uhren.Bei der Konzeption der Kampagne war es der StBG von vornherein wichtig, die Sicherheitsfachkräfte der Mitgliedsunternehmen aktiv einzubeziehen. Für sie wurde ein Moderationsleitfaden für Mitarbeitergespräche entwickelt, mit dessen Hilfe das Thema Stolpern und Stürzen systematisch und zielgruppenspezifisch behandelt wird. Dieser Leitfaden besteht aus 15 Folien und den dazugehörigen methodischen und inhaltlichen Hinweisen für ein erfolgreiches Gruppengespräch. Darüber hinaus wurden, um das Thema präsent in den Betrieben zu halten, drei Plakate entwickelt, die in besonders eindringlicher Art auf die Folgen von Stolper- und Sturzunfällen hinweisen sollen.
Versand Diese Präventionskampagne kann nur dann erfolgreich sein, wenn „Bauz“ jeden Mitarbeiter erreicht. Dazu ist die Mithilfe von Unternehmern, Führungskräften, Sicherheitsfachkräften, Betriebsärzten, Sicherheitsbeauftragten und Betriebsräten nötig: Für die Verteilung erhalten deshalb Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitern in der ersten Oktoberhälfte einen Umschlag mit einigen „Bauz“-Exemplaren, die Informationsplakate und ein Poster zum „Super-Bauz“-Gewinnspiel. Dazu befinden sich in dem Umschlag eine Broschüre zum Thema Stolper- und Sturzunfälle sowie ein Beutel mit Aufklebern. Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern erhalten ebenfalls in der ersten Oktoberhälfte ein Päckchen mit jeweils 40 Zeitungen. Diese befinden sich in einem Karton, der mit wenigen Handgriffen zu einem Tresenaufsteller umfunktioniert werden kann. Darüber hinaus erthalten alle Sicherheitsfachkräfte der StBG ein Informationspaket, das den Moderationsleitfaden, einige Exemplare der Zeitung, die Sensibilisierungsplakate, das Gewinnspielplakat sowie Aufkleber und die Infobroschüre enthält. Betriebsstellen, die beim Versand nicht berücksichtigt wurden, können die benötigten Medien nachbestellen.
Auftaktveranstaltungen Der Startschuss für die Präventionskampagne ist bereits gefallen. So wurden am 11. September 2001 bei Rüdersdorfer Zement, am 13. September 2001 bei Schaefer Kalk in Diez, am 18. September 2001 bei Heidelberger Zement in Mainz sowie am 20. September 2001 bei den Westdeutschen Gipswerken Gebr. Knauf in lphofen entsprechende Auftaktveranstaltungen mit den Belegschaften dieser Unternehmen durchgeführt. In der nächsten Ausgabe werden wir ausführlich darüber berichten. Unternehmer, die Interesse haben, das Thema „Stolper- und Sturzunfälle“ im Zusammenhang mit „Bauz“ im Unternehmen intensiver zu behandeln, können sich bei der StBG melden. Durch Bereitstellung der Erlebniswelt „Gehen, Laufen, Stolpern“ – eines Mitmachparcours, bei dem es gilt Stolper- und Sturzquellen zu finden, kann das Thema für die Mitarbeiter noch anschaulicher gestaltet werden. Ansprechpartner ist Dipl.-Ing. Wolfgang Pichl, Tel.: (05 11) 72 57-705. Machen Sie mit, denn denken Sie daran: „Bauz“ zielt auf den Bauch und trifft den Kopf!
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