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20 Jahre StVO-Paragraf für Kinder

Seit genau 20 Jahren wird Kindern, Hilfsbedürftigen und älteren Menschen von der Straßenverkehrsordnung (StVO) ein besonderer Schutz zuteil. Fahrzeugführer müssen sich immer so verhalten, dass eine Gefährdung dieser Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Am 1. August 1980 trat 3 Abs. 2a der StVO in Kraft. Aus Anlass dieses historischen Datums rufen der DVR und die StBG diese wichtige Vorschrift für ein partnerschaftliches Verhalten noch einmal allen Fahrern ins Bewusstsein.

Um eine Gefährdung der schwächeren Verkehrsteilnehmer auszuschließen, fordert der Paragraf eine Verminderung der Fahrgeschwindigkeit und darüber hinaus Bremsbereitschaft. Wo mit schwächeren Verkehrsteilnehmern zu rechnen ist, ist eine verminderte Geschwindigkeit das A und O. Mit abnehmender Geschwindigkeit werden auch die Unfallrisiken kleiner. Wenn es dennoch zu einem Unfall kommt, sind die Folgen wesentlich geringer. Nach einer Untersuchung werden 40 Prozent aller Fußgänger, die von einem 50 km/h schnellen Kfz erfasst werden, getötet. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h reduziert sich diese Zahl auf zehn Prozent.

Der Paragraf wird in der Praxis allerdings nicht genug beachtet. Eine Untersuchung ergab, dass diese Regel nur fünf Prozent der befragten Fahrzeugführer kannten. Eine wichtige Voraussetzung für partnerschaftliches Verhalten den schwächeren Verkehrsteilnehmern gegenüber sind Kenntnisse über ihre besondere Situation im Straßenverkehr. So sind Kinder beispielsweise aufgrund ihrer geistigen und körperlichen Entwicklung nicht in der Lage, bestimmte Verkehrssituationen, Geschwindigkeiten und Entfernungen richtig einzuschätzen. Ältere Menschen und Behinderte reagieren häufig nicht schnell genug oder verhalten sich aus Unsicherheit und Angst anders als erwartet. An Schulen, Kindergärten oder Spielplätzen wie auch an Fußgängerüberwegen und in Wohngebieten sollten Fahrzeugführer besonders aufmerksam mit verminderter Geschwindigkeit und bremsbereit fahren. Dies gilt besonders beim Vorbeifahren an parkenden Fahrzeugen oder anderen Sichthindernissen.

Kinder im Verkehr





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