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[Die Industrie der Steine + Erden]






Naturwerkstein ergonomisch bearbeiten

Kontakt: Metallbau Ralf Pätzold, Hauptstraße 2,
01920 Gersdorf-Wörsdorf, Tel. 0 35 78/73 08 14




Problem

Naturstein ist schwer – eine Binsenweisheit. Was dies für einen Steinmetz bedeutet, der tagtäglich mit Grabsteinen, Grabeinfassungen, Treppenstufen etc. umgehen muss, wird schnell deutlich, wenn man sich einmal die Bearbeitungsvorgänge näher anschaut. Da müssen die bis zu über 100 Kilogramm schweren Werkstücke angehoben, umgedreht, verschoben oder abgelegt werden. Arbeiten also, die großen körperlichen Einsatz erfordern.

Darüber hinaus muss der Steinmetz bei einigen Bearbeitungsvorgängen, wie z. B. beim Meißeln der Schrift oder Bearbeiten von Kanten, eine ungünstige Körperhaltung einnehmen, was auf Dauer insbesondere in Verbindung mit den Hebe- und Tragevorgängen zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Wirbelsäule führen kann. Nun gibt es eine Reihe von hilfreichen, eher teuren Handhabungstechniken, die sich in der Regel ein kleines Steinmetzunternehmen nicht leisten kann. Eine unbefriedigende Situation also für alle, die in solchen Unternehmen beschäftigt sind.



Praxislösung

Ausgelöst durch die Initiative einer Friedhofsverwaltung begann sich ein Metallbaubetrieb mit dem Bau von Handhabungsgeräten für Grabsteine zu beschäftigen. Da eine Analyse von bekannten Vorrichtungen aus dem Werkzeug- und Maschinenbau sowie eine Informationsrecherche in Fachkatalogen und Messeangeboten ergaben, dass keine für diesen speziellen Anwendungsfall geeigneten Handhabungsvorrichtungen auf dem Markt vorhanden waren, wurde mit der Entwicklung und dem Bau eines eigenen Gerätes begonnen. Der Unternehmer dieses Metallbaubetriebes setzte sich daraufhin mit Steinmetzen an einen Tisch und ließ sich ausführlich die Probleme, die beim Bearbeiten von Naturstein auftreten, schildern. So kam die Idee auf, ein einfaches, wirkungsvolles und zugleich kostengünstiges Handhabungsgerät für Kleinbetriebe zu entwickeln. Alle Entwicklungsschritte wurden von einem Steinmetzunternehmen begleitet und auf ihre Praxistauglichkeit hin überprüft.

Auf diese Weise entstand die Handhabungsvorrichtung "Heb und Dreh", die u. a. folgende Vorteile aufweist: Es können sowohl eben als auch unregelmäßig geformte Steine fixiert und auf die gewünschte Arbeitshöhe hydraulisch angehoben werden. Da die Einspannvorrichtung drehbar gelagert ist, kann das Werkstück z. B. für die Bearbeitungsvorgänge Meißeln, Schablonisieren und Bohren in die gewünschte Arbeitsposition gedreht werden, ohne dass das Werkstück vom Hubbock genommen werden muss.

Darüber hinaus ist das Gestell mit Rädern versehen, so dass diese Handhabungsvorrichtung problemlos an unterschiedliche Arbeitsplätze im Betrieb gefahren werden kann.


Handhabungsvorrichtung "Heb und Dreh" Handhabungsvorrichtung "Heb und Dreh"



Erfahrung

Die Handhabungsvorrichtung "Hub und Dreh" hat ihre Praxistauglichkeit in der Zwischenzeit in einigen Betrieben unter Beweis gestellt. Detailverbesserungsvorschläge wurden vom Unternehmen beim Bau neuer Geräte berücksichtigt.

Dabei sind sich die Anwender in ihrer Einschätzung einig, dass die Handhabungsvorrichtung "Hub und Dreh" einen wirkungsvollen Beitrag dazu liefert, die Steinbearbeitungsvorgänge ergonomisch optimal zu gestalten und der Entstehung von Wirbelsäulenerkrankungen entgegenzuwirken.







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