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Abseilen aus 23 Metern Höhe

Die Höhenrettungsgruppe der Feuerwehr übte bei der TBG Elster-Spree für den Ernstfall

Die Höhenrettungsgruppe seilt sich ab  

Bereits zum zweiten Mal waren kürzlich die TBG Transportbeton Elster-Spree GmbH & Co. KG und die Berufsfeuerwehr Hoyerswerda Partner bei der Durchführung eines Trainings besonderer Art. Mit dem in Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes engagierten Geschäftsführer Joachim Kutschick und seiner Transportbetonanlage im ostsächsischen Hoyerswerda fanden die Männer der Höhenrettungsgruppe der Berufsfeuerwehr geeignete Trainingsbedingungen vor. Wie Einsatzleiter Thomas Seitz berichtet, musste die seit 1996 existierende und insgesamt sieben Spezialisten umfassende Gruppe bislang ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten noch nicht im Ernstfall unter Beweis stellen. Ein potentieller Einsatz, z. B. bei Reparaturen in der Höhe, Bergung von Verletzten von Orten, die in der Höhe ohne besondere Hilfsmittel nicht erreichbar seien, oder bei Sicherungsarbeiten sowie Unwettern sei jedoch jederzeit denkbar und dafür müsse die Gruppe ständig trainiert und einsatzbereit sein. Neben der gesundheitlichen Eignung (Tauglichkeit auf der Grundlage der berufsgenossenschaftlichen Grundsätze G 25, 26 und 41) und dem 14-tägigen Grundlehrgang sind jährlich 70 Stunden theoretische und praktische Ausbildung notwendige Voraussetzungen für die Arbeit als Mitglied der Höhenrettungsgruppe.

Schwerpunkte sieht Seitz vor allem bei dem viel Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit verlangenden praktischen Training. Ständig Ausschau haltend nach geeigneten Höhentrainingsmöglichkeiten in der flachen Lausitz sei er der TBG Elster-Spree besonders dankbar für die gebotenen Übungschancen an den rund 23 Meter hohen Zementsilos. Zudem biete sich ihm auf diese Weise die Möglichkeit, die Anlage im Hinblick auf einen notwendig werdenden Ernstfalleinsatz auch im Vorfeld schon kennenzulernen.

Die Retter haben verschiedene Übungen mit wiederkehrenden Elementen trainiert, wie beispielsweise das Auf- und Abbauen von Seilstrecken sowie den Auf- und Abstieg mit Seilklemme und der sogenannten Prusik-Schlinge. Dabei verwendeten die Spezialisten grundsätzlich aus dem Bergsport bekannte zweiteilige Sicherheitsgeschirre mit Sitz- und Brustgurt.

Gezeigt haben sie zudem das Anlegen eines Rettungsdreiecks als weiteres Hilfsmittel zum Transport von nicht bewusstlosen Personen. Höhepunkt der Übung stellte die Bergung einer verletzten Person vom Silo dar. Hierbei konnten die Höhenretter auch die besondere Techniken und Ausrüstung verlangende Übernahme einer im Seil hängenden Person durch eine zweite Bergungsperson erfolgreich abschließen.

Am Ende des Übungstages, der die Teilnehmer zwar so manche Schweißperle kostete, aber wichtige Fertigkeiten vervollkommnen half, stand für Thomas Seitz und Joachim Kutschick bereits fest, diesem erfolgreichen Training weitere folgen zu lassen. "Wir wollen an dieser gemeinsamen Aktion einerseits im Interesse der Sicherheit unserer Mitarbeiter und andererseits wegen der guten Trainingsmöglichkeiten für diese Spezialeinheit der Feuerwehr festhalten", sagte Kutschick.

Und bald soll es für die Höhenretter noch höher hinaus gehen: Kutschik deutete an, dass weitere Übungen an den beiden Betriebsstellen der Firma in Cottbus und "Schwarze Pumpe" mit circa 32 Meter hohen Mischtürmen geplant sind.


Spezialisten beim Einstieg mit Prusik-Schlinge
Spezialisten beim Einstieg mit Prusik-Schlinge


Dipl.-Ing. Jürgen Pester, StBG, Sektion VI,
Tel. 03 51/2 54 72-0, Fax /2 54 72-90





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