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[Die Industrie der Steine + Erden]






Stone+tec

Steinfachmesse in Nürnberg im internationalen Licht

Dipl.-Ing. U. Kretschmer


Faszination: Stein

Nach Ablauf einer Messe wird immer mit den vorangegangenen Veranstaltungen verglichen. Auch die Stone + tec `99 muss sich diesem Vergleich stellen und folgende Zahlen sind zu verzeichnen:Im Bereich der Aussteller ist ein Zuwachs von 10 % festzustellen. Die Gesamtzahl beläuft sich auf 1.150, wovon 58 % ausländische Aussteller waren. Während die deutsche Beteiligung gegenüber der Messe 1997 faktisch gleichblieb, legte die Zahl der Aussteller mit Firmensitz außerhalb Deutschlands überproportional um 16 % zu. Sicherlich stellte Deutschland mit rund 450 Direktausstellern die größte Beteiligung dar, aber 700 Unternehmer kamen aus insgesamt 50 weiteren Ländern. Die Internationalität dieser Messe mit fast 60 % Auslandsausstellern ist ein Spitzenwert und verleiht der Stone + tec absolute Weltgeltung.Erwartungsgemäß liegt Italien mit rund 300 Ausstellern traditionell an der Spitze der ausländischen Beteiligung. Außereuropäische Aktivitäten konnten aus China mit 37 Ausstellern, Brasilien mit 28 und Indien mit 19 Ausstellern verzeichnet werden. Indes bei den Besuchern wurde ein leichter Rückgang - aus welchen Gründen auch immer - festgestellt. Wurde bei der Stone + tec `97 noch eine Besucherzahl von 46.650 verzeichnet, so zählte man bei der Messe 1999 etwas über 45.000. Nach wie vor ein großer Erfolg, wenn man zur Kenntnis nimmt, dass jeder dritte Fachbesucher aus dem Ausland kam. Setzt man in Betracht, dass die stagnierende Baukonjunktur in Zentraleuropa und auch in den weiteren Weltwirtschaftsregionen insgesamt keine Begeisterung hervorruft, muss die Begründung der hohen Anzahl interessierter Fachbesucher und motivierter Aussteller in der Eleganz und der Faszination des Materials Naturstein zu finden sein.Dem Fachinteressenten eröffnen sich anspruchsvolle und vielfältige Realisierungsideen für die gesamte Palette des Innenausbaus, der Inneneinrichtung und selbstverständlich der Verwendung des Werkstoffes Naturstein im Außenbereich für Fassade, Ornamente, Bodenbeläge und Skulpturen für Garten und Park. Der Naturstein wird heute in immer raffinierteren Verarbeitungsvarianten angeboten. In allen nur denkbaren Kombinationen und unterschiedlichen Oberflächenbearbeitungen können Natursteine hergestellt werden. Ob poliert, geflämmt, gestockt, geriffelt, scharriert, grob- oder feingeschliffen, für jeden Geschmack, für jeden Kundenwunsch war auf der Stone + tec `99 ein ausreichendes Natursteinangebot vorzufinden.


Begeisterung: Maschinentechnik

Selbstverständlich ist aber auch, dass für die Herstellung dieser vielfältigen Produkte aus dem Natursteinbereich das zuständige Maschinenpotential vorhanden sein muss. Auf der Stone + tec `99 wurde von insgesamt 300 Ausstellern über die neueste Maschinentechnik zur Gewinnung, Be- und Verarbeitung sowie zum Transport des Werkstoffes Naturstein informiert. Sowohl die Natursteinbranche als auch der Maschinenbau - als Zulieferindustrie - müssen sich einem immer stärkeren internationalen Wettbewerb stellen.Beklagten deutsche Hersteller von Natursteinmaschinen 1997 die nicht gerade optimalen Absatzmöglichkeiten sowohl im Inland als auch im Ausland, so ist 1998 ein Umsatzwachstum festzustellen. Auch im Bereich des Exportes können Steigerungsraten in den traditionellen Absatzmärkten Westeuropas, Osteuropas sowie der USA konstatiert werden.Auf der Stone + tec `99 wurden neue Diamantseilsägetechniken zur Natursteinbearbeitung gezeigt, die auch im Baubereich zum Trennen von Stahlbeton, Porenbeton oder Mauerwerk Anwendung finden können. Eine wesentliche Weiterentwicklung der CNC-Technologie wurde außerdem präsentiert.

Gemeinsam für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

Sicher gehen und stehen Video Description

Die Bewunderung für das Produkt Naturstein und die Begeisterung für die modernen Technologien zur Bearbeitung des Werkstoffes darf keinesfalls den Menschen bei der Gewinnung, Verarbeitung, aber auch dem Verlegen der Produkte vergessen lassen. Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft und die Bau-Berufsgenossenschaften informierten auf einem Gemeinschaftsstand über Gefährdungen, die alltäglich vorhanden sind. Einerseits wurden die Besucher zur Teilnahme am Parcours "Sicher gehen und stehen" (Abb.1) aufgefordert, andererseits wurden Gefährdungssituationen per gefertigtem Video visualisiert. Hierbei mussten die Betrachter die Gefährdungen erkennen und aufschreiben (Abb. 2).
Mit mehr als 26.500 Beschäftigten, die bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft im Natursteinbereich versichert sind, ist festzustellen, dass im Jahr 1998 insgesamt 92 Arbeits- und Wegeunfälle pro 1.000 Beschäftigte zu verzeichnen waren. Etwa jeder Zehnte, der hier beschäftigt ist, erlitt einen Unfall. Diese Zahl ist eindeutig zu hoch, auch wenn in den letzten Jahren ein Trend zum Besseren festzustellen war. Die Unternehmen müssen das Thema Arbeitssicherheit so verinnerlichen, dass Gefährdungen und Gefahren frühzeitig erkannt und entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden.Durch die richtigen Maßnahmen des Unternehmers, verbunden mit der richtigen Verhaltensweise des Versicherten, greift die Prävention - der Unfall kann verhindert werden. Wettbewerb
Im Rahmen eines Wettbewerbes mit Verlosung zeigte sich, mit welch großem Eifer, Sachverstand und hoher Motivation die Standbesucher die Angebote annahmen und auf Fehlersuche gingen. Die Resonanz spiegelte sich auch in mehr als 2100 Teilnahmekarten wieder, die an den vier Messetagen in die Lostrommel geworfen wurden. Der eine oder andere hatte das Glück, für seine Beteiligung einen kleinen Preis zu gewinnen (Abb. 4).
Die Ziele der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft und der Bau-Berufsgenossenschaften wurden mit dieser Aktion vollständig erreicht. Die vielen Gespräche mit den Interessierten, auch mit denen, die sich nicht am Wettbewerb beteiligten, zeigten, dass das Thema Arbeitssicherheit in den Köpfen der Menschen mehr und mehr Platz findet und die Diskussion und Beratung von den Besuchern immer wieder gesucht wird.
Nicht nur sicherheitstechnische Mängel am Arbeitsplatz bedeuten Gefahren; auch eine Vielzahl von nicht unmittelbar erkennbaren Gefährdungen können die Gesundheit der Beschäftigten beeinträchtigen. Die Arbeitsmedizinische Beratung der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft und der Arbeitsmedizinische Dienst der Bau-Berufsgenossenschaften standen deshalb zu Fragen hinsichtlich des Gesundheitsschutzes für die Unternehmen zur Verfügung. Die Arbeitsmediziner zeigten, welcher Hautschutz notwendig ist, um Hauterkrankungen bei Nässebelastung vorzubeugen.

Fazit
Die Gespräche, Diskussionen und Beratungen anläßlich der Stone + tec '99 durch die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft und die Bau-Berufsgenossenschaften haben gezeigt, dass zur Jahrtausendwende das Thema Sicherheit und Gesundheitsschutz in den Köpfen der Arbeitgeber und Beschäftigten einen Platz gefunden hat. Trotzdem zeigen die Unfall- und Berufskrankheitszahlen, dass ein Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Die Bemühungen und Bestrebungen jedes Einzelnen müssen so ausgerichtet werden, dass Sicherheit und Gesundheitsschutz bei allen betrieblichen Aktivitäten allgegenwärtig sind.

Anschrift des Verfassers:
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Theodor-Heuss-Str. 160, 30853 Langenhagen





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