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[Die Industrie der Steine + Erden]






Stone+tec 99



Auf der Messe in Nürnberg, auf der Natursteine in ihrer ganzen Schönheit und Vielfalt zu sehen waren und alle Maschinen und Einrichtungen vorgestellt wurden, mit denen diese wertvollen Baustoffe bearbeitet werden, konnte man bei den meisten Ausstellern den Eindruck gewinnen, dass diese Veranstaltung unter einem guten Stern stand und die Produzenten mit Zuversicht und Optimismus in die Zukunft schauen. Der Stone+tec ist es gelungen, Weltgeltung zu erzielen. Es kamen wesentlich mehr Besucher, als die 1000 Aussteller erwartet hatten.

Ein Schwerpunktthema bildete in Nürnberg die Aufbereitung des Kühlwassers von Steinbearbeitungsmaschinen, weil das mit großen Feststoffmengen belastete Wasser bereits in vielen Betrieben im Kreislauf gefahren wird, um die Kosten weiter zu senken.


Abb. 8: Wasser-Aufbereitungsanlage (Verfahrensfließbild ECS)

Abb. 8: Wasser-Aufbereitungsanlage (Verfahrensfließbild ECS)

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Die ECS EICH GmbH stellte eine Anlage vor, mit der ein vollständiger Wasserhaushalt eines Steinbearbeitungsbetriebes versorgt werden kann. Die Wasseraufbereitungsanlage (Abb. 8) umfaßt die Wasserreinigung, die Schlammtrocknung und die Rückführung des Wassers zu den Produktionsmaschinen. Das beim Schneiden und Schleifen anfallende Schmutzwasser wird gesammelt und direkt in den Hochleistungsklärer gepumpt. Durch die besondere Wabenkonstruktion im Inneren wird eine 10fach höhere Wasserreinigung erreicht als in einem vergleichbar großen Absetzbecken. Das gereinigte Wasser läuft in einen Zwischenspeicher und wird von dort über eine kompakte Druckerhöhungs-Anlage den Produktionsmaschinen wieder zugeführt. Der abgetrennte Schlamm wird gesammelt und vollautomatisch mittels einer Schlammpumpe in den entsprechenden Trocknungsteil gefördert. Hierfür kann eine Sackanlage oder eine Kammerfilterpresse verwendet werden.


Abb. 9: Wasseraufbereitung (Foto DRAINTEC)

Abb. 9: Wasseraufbereitung (Foto DRAINTEC)

Wasseraufbereitung und Schlammentwässerung für die Steinbearbeitung zeigte auch die Firma PANHOLZER DRAINTEC. Mit dem neu entwickelten System Drainflow (Abb. 9) sollen die vielerorts noch anzutreffenden Behelfslösungen ihr Ende finden. Hauptmerkmale der Neuentwicklung sind die definierte Reinigungsleistung des Brauchwassers, die praxisorientierte Schlammentwässerung, eine kostengünstige Anlagentechnik und die platzsparende Konstruktion sowie die benutzerfreundliche Handhabbarkeit.

Die von ARPO vorgestellte Seilwinde, die Swisstech Hubwinde, gilt als eines der sichersten Geräte, mit dem Arbeiten in größeren Höhen durchgeführt werden können. Vor Inbetriebnahme des Gerätes muß so viel Leine ausgezogen werden, wie das zu überwindende Objekt hoch oder tief ist. Anschließend wird die Endlosleine montiert. An einem bzw. zwei Seilen zur zusätzlichen Sicherheit wird dann die Hubwinde befestigt und auf die benötigte Arbeitshöhe hochgezogen. Anschließend wird der Sicherheitsstuhl mittels der Kausche mit der Tragleine verbunden, und das Gerät ist nun einsatzbereit. Durch Ziehen an der einen Seite der Endlosleine zieht sich der Benutzer in die gewünschte Höhe oder Tiefe. Durch Ziehen an der anderen Seite läßt er sich wieder auf die Erde hinunter oder er zieht sich wieder herauf. Die Endlosleine kann in jeder Position losgelassen werden; eine Doppelsicherung am Gerät verhindert jedes ruckartige Abfallen. Die Sicherheit für den Benutzer bestätigen die Suva-Prüfnummer 5175 und die GS-Prüfnummer 87021. Beim Einfahren in Silos und Behälter ist eine zweite Person zur Beobachtung des Eingefahrenen erforderlich. An diesem ist auch eine zusätzliche Absturzsicherung anzubringen.

Abb. 10: Schleif- und Polierwerkzeuge (Foto GHINES)
Eine außerordentlich interessante Palette von patentierten Werkzeugen zum Schleifen und Polieren von Marmor und Granit war auf dem Stand der GHINES s.r.l. zu sehen (Abb. 10). Hiermit lassen sich die Kanten zahlreicher Werkstücke mit höchster Präzision bearbeiten. Die Werkzeuge sind so dimensioniert, dass sowohl glatte als auch gewölbte Kanten, und diese wiederum in konkaver oder konvexer Form produziert werden können.


Große Bedeutung könnte künftig auch die von GEOTRON-ELEKTRONIK entwickelte Ultraschall-Meßtechnik für die Natursteinprüfung erlangen, um bereits im Steinbruch Homogenitätsbestimmungen an großen Natursteinblöcken vornehmen zu können. Diese Untersuchungen zur Lokalisierung von Fehlstellen und Inhomogenitäten, wie z. B. Risse, Einlagerungen oder Tonschichten, wird mit Ultraschall durchgeführt. Dabei wird die Durchschallungstechnik mit niederfrequentem Ultraschall im Bereich von 20-40 kHz angewandt, d. h. Ultraschall-Geber und Empfänger sind an den sich gegenüber liegenden Blockseiten angekoppelt. Aus der gemessenen Schall-Laufzeit und Wegstrecke wird die Schallgeschwindigkeit ermittelt. Entsprechend der Blockgröße werden die zugänglichen Seiten A und B mit einem Raster für ca. 16 bis 40 Einzelmessungen versehen, die nach Bedarf als 2-dimensionale Schallgeschwindigkeitsverteilung dargestellt werden.
Die technische Grenze bei der Auflösung von Fehlstellen liegt, durch die notwendige Prüffrequenz bedingt, im Bereich von 10-20 cm, was der Wellenlänge des Ultraschallsignals im Stein entspricht. Als äußerer Störfaktor tritt Wasser in Form von Bergfeuchte oder durch längeren Regen verursacht in Erscheinung. In beiden Fällen wird der Porenraum des Steins mehr oder weniger gesättigt, was zu einer Überdeckung der zu messenden Gefügestörungen führt.


Abb. 11: Naturstein-Diagnose im Steinbruch (Foto Geotron)

Abb. 11: Naturstein-Diagnose im Steinbruch (Foto Geotron)

Die Ultraschallmessung - eine Naturstein-Diagnose im Steinbruch (Abb. 11) - nutzt also die Tatsache, dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit der Schallwellen eng mit dem Gefügezustand des zu prüfenden Materials verbunden ist. Auf dieser Grundlage bietet sich die Möglichkeit einer Zustandsbeschreibung mit folgenden Einsatzmerkmalen:




>IFAT

>Stone + tec

>Minetime

>Steinexpo





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