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[Die Industrie der Steine + Erden]






Stetigförderer für die Steine und Erden-Industrie



In allen Bereichen der Steine und Erden-Industrie werden große Mengen Schüttgüter hergestellt oder verarbeitet. Für deren Förderung werden zahlreiche Stetigförderer eingesetzt, die ihre Aufgabe wirtschaftlich und sicher aber nur erfüllen können, wenn sie mit allen Einrichtungen versehen sind, die eine optimale Betriebs- und damit auch Arbeitssicherheit gewährleisten. Wichtig sind Schalt- und Überwachungseinrichtungen, um Schäden an den Förderern zu vermeiden und das Eingreifen der Beschäftigten erübrigen.

Fördergurte

Abb. 1: Gummigurte auf dem Transport (Foto TGB)

Die Transportgummi Blankenburg GmbH projektiert, entwickelt, fertigt und vertreibt Fördergurte anwendungsbezogen in engem Kundenkontakt. Die Fördergurte werden jeweils für ihre spezielle Anwendung individuell berechnet und gefertigt und sind damit technisch und wirtschaftlich optimiert. Das anschließende, weltweite Supervising in allen Fragen betreffend Anwendungstechnik, Service und Inbetriebnahme erfolgt durch erfahrene Werks-Spezialisten vor Ort. Die wichtigsten Produkte des Unternehmens sind:Stahlseilfördergurte in Breiten bis 3.000 mm mit Festigkeiten bis ST 10.000 für den Einsatz übertage und untertage (Abb. 1).

Textilfördergurte in Breiten bis 3.000 mm und Festigkeitsklassen bis 3.150 in Ein- und Mehrlagentechnik für den Einsatz übertage und untertage.

Sonderausführungen werden hergestellt mit folgenden Eigenschaften: hitzebeständig, kältebeständig, säurebeständig, abriebfest, schmutzabweisend, antistatisch, schwerentflammbar, selbstverlöschend, Schlitzschutz, Schlagschutz, usw.

Das anerkannte Qualitätssicherungssystem mit Zertifizierung nach DIN EN ISO 9001 garantiert den Anwendern eine einwandfreie Beschaffenheit der Gurte, standardisierte Wareneingangsprüfung, Halbzeugprüfung und Produkt-Endprüfung mit automatisierten Prüfverfahren tragen hierzu in erheblichem Umfang bei.Ferner werden statische und dynamische Produkt-Prüfungen von unabhängigen, öffentlichen Prüfanstalten und Sonderprüfungen bei zertifizierten Spezial-Prüfinstituten durchgeführt.

Neue Fördergurte sparen Millionen, so die Aussage von Contitech in Düsseldorf.
ContiTech Transportbandsysteme hat Gurte entwickelt, die in Förderanlagen bis zu 10 % Energie einsparen und zusätzlich die Umwelt entlasten. Bei Laborversuchen ergaben sich bezogen auf den Eindrück-Rollwiderstand sogar Einsparungen von 30 Prozent. Das Geheimnis liegt in der Mischung und im Gewebeaufbau. Erste Gurte bewähren sich bereits in der Praxis.
Die Lösung liegt im Eindrück-Rollwiderstand. Bei Anlagenlängen von über 500 Metern macht der Eindrück-Rollwiderstand 50 bis 60 % des gesamten Bewegungswiderstandes aus. Untersuchungen zeigen, dass unterschiedliche Mischungen für die untere (laufseitige) Deckplatte, die Dicke der Deckplatte sowie Art und Anordnung der Festigkeitsträger eine entscheidende Rolle spielen. Mit ihrer Hilfe kann sich der Eindrück-Rollwiderstand um bis zu 40 Prozent verändern (Abb. 2).

Abb. 2: Energieeinsparung durch neue Deckenplatten (Zeichnung ContiTech)
Abb. 2: Energieeinsparung durch neue
Deckenplatten (Zeichnung ContiTech)


Darum setzten die Entwickler bei ContiTech genau dort an. Mit Hilfe der Methode der Finiten Elemente errechneten sie, wie sich ein Gurt auf der Tragrolle verformt. Dabei berücksichtigten sie nicht nur die Eigenschaften der Deckplatte, sondern auch des Gurtaufbaus. Das interessante Ergebnis: Die größten Energieverluste treten zwar in der Gurtschicht auf, die mit den Tragrollen in Berührung kommt, aber auch die gesamte Gurtkonstruktion sowie verstärkende Einlagen haben einen deutlichen Einfluß.ContiTech ließ die Ergebnisse von dem unabhängigen Institut für Fördertechnik der Universität Hannover überprüfen. Die Forscher verglichen den Eindrück-Rollwiderstand von Gurten, die gleich aufgebaut waren, jedoch unterschiedliche Deckplatten besaßen. Parallel dazu optimierten ContiTech Fachleute die Mischungen und den Gurtaufbau rechnerisch weiter. Am Ende ergab sich gegenüber der bewährten und in vorherigen Messungen erwiesenermaßen als günstig eingestuften Basisausführung eine rechnerische Verringerung des Eindrück-Rollwiderstandes von rund 35 %. Praktische Messungen bestätigten die Rechnungen: Bei zwei Versuchsgurten (ST2.500 10+8T) mit optimierter Deckplatte reduzierte sich der Eindrück-Rollwiderstand tatsächlich um rund 35%.Der Vorteil energieoptimierter Fördergurte: Es ist weniger Antriebsleistung erforderlich, die Gurtfestigkeit kann geringer ausfallen. In der Praxis garantieren darum weniger feste Gurte dieselbe Sicherheit eine wirtschaftliche Gesamtlösung.

Mehr Sicherheit bei Schlitzschäden war ein anderes wichtiges Thema auf der Messe; denn lange Transportwege mit immer größeren Massenströmen verlangen nach hoher Betriebssicherheit. Deshalb hat ContiTech seine Förderbänder mit dem ContiTronic Transportbandsystem ausgerüstet ein ausgefeiltes System zum Kennzeichnen, Steuern und Überwachen von High-Tech-Bandanlagen. Ein elementarer Baustein dieser innovativen Technologie ist das ContiTronic Safe System. Es überwacht berührungslos und online den laufenden Gurt auf Längsschlitze.
Abb. 3: Transponder für Datenaufnahme (Foto ContiTech) Herzstück der neuen Technologie sind die Transponder (Abb. 3), winzige, in die Förderbänder einvulkanisierte Mikrochips. Die Transponder werden immer dann für die Datenübertragung aktiviert, wenn sie in den Bereich des Magnetfeldes einer Empfangsanlage kommen, die aus einem Controller mit Lesekopf (Antenne) besteht. Auf diesem Wege können die Transponder Daten sowohl empfangen als auch senden. Ein Zentralrechner wertet alle Informationen aus. Um das Band auf die gefürchteten Längsschlitze überwachen zu können, sind die Transponder an lnduktionsschleifen gekoppelt. Diese Spezialsensoren kontrollieren kontinuierlich die gesamte Gurtbreite und übermitteln sämtliche Betriebsparameter laufend an die ContiTronic Safe Einheit.

Schalteinrichtungen

Abb. 4: Seilzug-Notschalter (Foto Kiepe)

Mit elektrischen Schalteinrichtungen kann insbesondere der Forderung nach einem hohen Stand der Sicherheitstechnik Rechnung getragen werden. Mit dem neuen Seilzugnotschalter, Typ PRS (Abb. 4), hat KIEPE ELEKTRIK ihr Geräteprogramm durch ein innovatives, zuverlässiges und qualitativ anspruchsvolles Produkt komplettiert. Die ausschließliche Verwendung von glasfaserverstärktem Polyamid und Edelstahl zielt insbesondere auf den Einsatz in aggressiver Umgebung, d.h. Kali- und Salzbetrieben, Seehäfen sowie Harnstoff-, Recycling- und Kompostieranlagen. Standardmäßig sind die Schalter mit zwangsbetätigten Schaltelementen mit Selbstreinigung der Kontakte bestückt, d.h. die Schalter sind sowohl für klassische Relaissteuerungen als auch für SPS- bzw. Busankopplung geeignet.


Abb. 5: Schieflaufwächter (Foto Kiepe) Mit dem neuen Schieflaufschalter, Typ MAS (Abb. 5) komplettiert KIEPE ihr Geräteprogramm zur Förderbandüberwachung durch ein innovatives, zuverlässiges und qualitativ anspruchsvolles Produkt. Die ausschließliche Verwendung von glasfaserverstärktem Polyamid und Edelstahl zielt auch hier auf den Einsatz in aggressiver Umgebung. Standardmäßig werden die Schalter mit zwei Schaltelementen mit Selbstreinigung der Kontakte gefertigt, d.h. auch diese Schalter sind sowohl für klassische Relaissteuerungen als auch für SPS- bzw. Busankopplung geeignet. Elektronische Überwachung von Drehzahl, Stillstand und Schlupf. Die Drehzahlwächter JMNC und JMND werden in Verbindung mit einem die Drehzahl erfassenden Impulsgeber zur Drehzahlüberwachung von Antrieben eingesetzt. Als Impulsgeber können sowohl induktiv arbeitende "Impulsgeber" nach NAMUR DIN 19234 (Kiepe Typ DG/DK) als auch optoelektronische Dreileiterimpulsgeber (Kiepe Typ EOG) eingesetzt werden. Die Impulse des Gebers werden vom Drehzahlwächter so ausgewertet, dass beim Unter- oder Überschreiten einer vorgegebenen Solldrehzahl ein Signal gegeben wird. Um die Kontaktsicherheit in elektronischen Steuerstromkreisen zu erhöhen, wird beim JMNC ein Ausgangsrelais mit vergoldeten Doppelkontakten eingesetzt. Der JMND besitzt ein Relais mit zwei Umschaltkontakten.

EDW als Schlupfwächter

Der Drehzahlwächter kann den Schlupf während der Hochlaufphase und während des Normalbetriebs getrennt überwachen. Mit dem Anlegen einer potentialfreien Spannung (24 V DC/AC) an die Starteingänge Y11, Y12 beginnt die Überwachung. Während der Hochlaufphase erfolgt die Überwachung auf den eingestellten "SLIP 1" Wert, im Normalbetrieb ist der Wert "SLIP 2" wirksam. In Analogie hierzu überwacht das Gerät ein Überschreiten des Schlupfes für eine vorgegebene Zeit. Während der Hochlaufphase wird diese Zeit durch den Wert von "SLIP 1 EXCEED" bestimmt. Im Normalbetrieb legt der Wert von "SLIP 2 EXCEED" die Überwachungszeit fest. Bleibt der Schlupfwert während der Zeit "SLIP 1 EXCEED" bzw. "SLIP 2 EXCEED" über der eingestellten Schwelle, löst das Relais 2 aus und in der Anzeige erscheint eine Fehlermeldung. Ansonsten wird die normale Überwachung fortgesetzt.Fördergurte unterliegen einem betriebsbedingten Verschleiß. Von Zeit zu Zeit müssen daher Reparaturmaßnahmen wie Vulkanisieren und Spleißen ergriffen werden. In ausgedehnten Förderanlagen werden sich anbahnende Gurtschäden nicht immer sofort vom Wartungspersonal erkannt. Mit der KIEPE-Gurtrissüberwachung Typ BLSO können folgende Gurtschäden bereits im Anfangsstadium erkannt werden.Abstehende Gummilappen können sich in einer Tragrollenstation verfangen und im schlimmsten Fall den Gurt bzw. die Deckschicht der Länge nach aufreißen. Das gleiche gilt auch für gerissene und herunterhängende Stahlseile eines armierten Gurtes. Sollen nur herunterhängende Gummilappen und Seile erfaßt werden, erfolgt die Montage des Überwachungsgerätes unter dem Obergurt. Dabei werden ein oder zwei Auslöseseile quer zum Fördergurt gespannt, wobei jeweils ein Seilende fest mit der Förderbandkonstruktion verbunden wird. Das andere Seilende wird an einer Klaue befestigt, die über eine Abzugsvorrichtung mit einem induktiven Näherungsschalter bzw. einen Magnetschalter geschoben wird. Sobald das gespannte Seil von einem Gummilappen erfaßt wird, löst sich die Klaue vom Schalter und ein elektrischer Schaltvorgang wird ausgelöst. Um die gesamte Gurtbreite zu erfassen, ist es sinnvoll, das System in unmittelbarer Nähe der Antriebs- bzw- Umlenktrommel zu installieren, weil der Fördergurt an diesen Stellen nur unwesentlich gemuldet ist. Sollen auch Gummilappen bzw. gerissene Drahtseile erkannt werden, die nach oben abstehen und sich dadurch in einer Tragrolle am Untergurt verfangen können, muß ein zusätzliches Gurtriß-Überwachungssystem unter dem Untergurt installiert werden. Rollen und Komponenten für Bandförderer im Schüttgut Bereich.

Trommelmotore

Die über 35-jährige Tätigkeit im Bereich der Bandförderung hat der Firma Rulli Rulmeca ermöglicht, ihre Angebotspalette progressiv zu erweitern und die Produkte den unterschiedlichsten operativen Anforderungen anzupassen. Ein Prozeß, der sich in ständiger Evolution befindet. Die modernen Techniken für Planung und Konstruktion sichern auch unter schwierigsten Einsatzbedingungen stets optimale Leistungen.
Abb. 6: Trommelmotor Joki (Foto Interroll) Hierzu gehören insbesondere die Trommelmotore "Joki" (Abb. 6). Diese Motore sind sehr vielseitige, erfolgreiche Produkte, die dank der besonders einfachen Installation, dem wirtschaftlichen Einsatz und dem geringen Wartungsaufwand in schweren Anlagen des Bergbaus, der Zementindustrie und der chemischen Industrie sowie in festen oder beweglichen Installationen in Steinbrüchen eingesetzt werden.

Diese Trommelmotoren sind vollkommen hermetisch abgedichtet, haben die Schutzart IP 67 und eine Leistung bis 132 kW.

Abstreifeinrichtungen

Feinstreinigung von Fördergurten heißt das Unternehmensziel. Bei der Entwicklung der neuen C-Serie konnte HOSCH auf über 20 Jahre Erfahrung und Forschung zurückgreifen. Diese Geräte, deren Funktionsprinzipien weltweit patentiert sind, garantieren beste Reinigungsleistungen unabhängig von der Beschaffenheit des Schüttgutes, des Fördergurtes oder der Bandanlage. Der modulare Aufbau der C-Serie erlaubt einen flexiblen Einsatz der Komponenten für Bandbreiten bis zu 2.800 mm und Gurtgeschwindigkeiten bis zu 7,5 m/s.Die C-Serie ermöglicht für jeden Einzelfall eine optimal angepaßte Lösung. So bietet HOSCH u.a. Abstreifer für Anwendungen auf der Trommel oder im Untergurtbereich an, ebenso wie Innengurtabstreifer und auch die Kombination von Geräten als Vor- und Hauptabstreifer steht zur Verfügung. Darüber hinaus können die Federlamellen-Abstreifer je nach den Erfordernissen der Bandanlage und des Schüttgutes mit speziellen Zubehörteilen, wie z. B. Rücklaufadaptern, Abschwenkvorrichtungen oder Sondermodulen ausgestattet werden. Als sehr effektive Ergänzung zu den Abstreifern haben sich die Gurtlenkrollen der Serie R1/RG1 etabliert; eine inzwischen unverzichtbare Komponente, um den Geradeauslauf der Gurte sicherzustellen.
Abb. 7: Hydraulische Abschwenkvorrichtung (Foto Hosch) Als neuentwickeltes Zubehörteil zu den Abstreifsystemen wurde in diesem Jahr eine hydro-mechanische Abschwenkvorrichtung vorgestellt (Abb. 7). Besonderheit dieser ASV ist das vollautomatische An- und Abstellen des Abstreifers in Abhängigkeit zur jeweiligen Gurtlaufrichtung, ohne dass irgendeine Form von elektrischer/elektronischer Steuerung und Überwachung bzw. bereitgestellte Energie nötig ist.Nach Auffassung von TIP TOP kommt es bei der Gewinnung, Förderung, Klassierung und Aufbereitung von Bodenschätzen und anderen Rohstoffen vor allem auf zuverlässige und kontinuierliche Produktion an. Den Komplettservice für diese Produktionsanlagen konnten Fachbesucher auf der diesjährigen MINETIME in Düsseldorf finden.

Anhand einer Vielzahl von Anwendungsbeispielen aus der Rohstoffgewinnungs- und Aufbereitungstechnologie von Kohle, Erzen und Natursteinen demonstrierte der Münchner Komplettanbieter seine Kompetenz und langjährige Erfahrung. Das Leistungsspektrum umfaßt die Entwicklung und Herstellung von Polymerprodukten für den zuverlässigen und dauerhaften Schutz von Anlagen vor Korrosion, Verschleiß, Anbackungen und Lärm. Regionale TIP TOP Service- Betriebe sind in den Bereichen Planung, Montage, Wartung und After-Sales-Service rund um die Förder- und Aufbereitungsanlagen aktiv. Als Neuheiten aus dem Industrieprogramm wurden die Abstreifer-Systeme REMACLEAN HM U1 (Abb 8) und HM U2 mit ausgezeichneter Reinigungsleistung und langen Standzeiten auf der MINETIME 99 vorgestellt.



Abb. 8: Abstreifer REMACLEAN HM U1 (Foto TIP TOP)
Abb. 8: Abstreifer REMACLEAN HM U1
(Foto TIP TOP)


 

Zentrieren des Gurtes

Abb. 9: Zentrierrolle (Zeichnung VSR)

Die Förderbandzentrierrollen LINEX® von VSR (Abb. 9) wurden nach physikalischen Gesetzen der Schwerkraft und Reibung sowie nach den Erkenntnissen langjähriger Erfahrung über Verhaltensweisen von Förderbändern im Einsatz konstruiert. Diese Zentrierrolle, welche den Geradelauf von Gurtförderern garantiert, wird direkt vor der Umkehrtrommel, praktisch unterhalb des Material-Aufgabetrichters anstelle einer Untergurt-Tragrolle eingebaut. Bei geringstem Schieflauf kippt und verdreht sich die im Schwerpunkt zentral gelagerte LINEX®-Förderbandzentrierrolle und leitet den Gurt durch die Reibwirkung ihrer gepfeilten Gummirippen wieder in die Mitte zurück. Hierdurch wird eine mittige Bandbeladung gewährleistet, seitliche Überschüttungen, Beschädigungen der Bandkanten sowie der seitlichen Gummiabdichtungen werden vermieden.

Geräte für die Gurtreparatur

Abb. 10: Trenngerät BELT RIPPER (Foto Nilos)

Ein wichtiges Hilfsgerät bei der Reparatur von Gurtförderern ist der NILOS BELT RIPPER (Abb. 10). Bei seinem stationären Einsatz wird der zu trennende Gurt in den BELT RIPPER eingeschoben und kontinuierlich durch das über die gesamte Schnittlänge sicher geführte Trennsystem in kürzester Zeit getrennt. Die Festlegung des Gurtes wird durch einen hydraulisch betriebenen Klemmrahmen erreicht. Die Konstruktion ermöglicht ein von Hand gesteuertes Auf- und Zufahren der Klemmbalken und paßt sich so jeder Gurtdicke und Gurtbeschaffenheit an.Auch ein mobiler Einsatz des NILOS BELT RIPPER ist in allen Bandanlagen möglich. Der BELT RIPPER wird vor Ort elektrisch und hydraulisch zu einer funktionsfähigen Einheit verbunden. Alle Funktionen werden hydraulisch den Erfordernissen angepaßt. Ein spezielles Stützsystem ermöglicht die Öffnung des Klemmrahmens durch einen ausschwenkbaren hydraulischen Verriegelungs-Zylinder. Der Gurtklemmrahmen wird an Tragösen schwerpunktmäßig ausgewogen über einen Kran so in die Bandanlage eingefahren, dass der Gurt zwischen den beiden Klemmbalken festgelegt werden kann. Der Trennschnitt kann dann problemlos in hängendem Zustand des BELT RIPPER durchgeführt werden. Es ist keine Bühne oder Auflage notwendig. Die Trennung der Gurte erfolgt durch ein Trennsystem mit leicht auswechselbarem Messer. Dieses bleibt infolge seiner speziellen Härtung elastisch und besitzt eine hohe Standzeit. Die Messerhalterung gewährt größte Beweglichkeit, wobei sich das Messer selbsttätig auf die eingeschlossene Verstärkungseinlage zentriert.

Abb. 11 (links): Bandreparaturwerkzeug (Foto Anker-Flexco) Wenn Reparaturarbeiten in umfangreichen Bandanlagen anfallen, sind auch Flexco Bolt Solid Plate Verbinder der ANKER-FLEXCO GmbH, Rosenfeld die gute Lösung. Diese Stoß-an-Stoß Verbinder (Abb. 11) sind speziell für schnelle Reparaturen an stark beanspruchten Transportbändern geeignet; Band- und Rißreparaturen sind ohne großen Aufwand, schnell und einfach direkt am defekten Teilbereich durchführbar. Das Unternehmen bietet dazu komplette Reparatursets: Verbinder in verschiedenen Qualitäten und Größen, die entsprechend den technischen Daten der Förderanlage und den durch die Art des Förderguts entstehenden Anforderungen ausgewählt werden. Daneben gehören Werkzeuge und Hilfsmittel zur einfachen und schnellen Band- und Rißreparatur vor Ort zum Lieferprogramm. Vor allem die einfache und schnelle Handhabung ist ein wesentlicher Pluspunkt des Systems: An der Rißstelle wird das Band mit einem Alligator-Bandschneider im rechten Winkel abgelängt und gegebenenfalls ein Einsatzstück gefertigt. Dann werden mit Hilfe einer Bohrschablone und eines Schlagschraubers an beiden Bandenden die Löcher für die Verbinderschrauben gebohrt, die Verbinderplatten eingesetzt und montiert. Je nach Bandbreite beträgt der Anlagenstillstand ca. 1 bis 1,5 Stunden. Vulkanisiert wird nur, wenn Magnet- oder Metalldetektoren auf der Anlage installiert sind. Interessant ist darüber hinaus die hohe Abriebfestigkeit der Verbinder aus MegAlloy, einem Spezialstahl für den Einsatz in Anlagen auf denen abrasive Güter transportiert werden. Hinzu kommt, dass durch die Stoß-an-Stoß Verbindung keine beweglichen Teile dem Verschleiß ausgesetzt sind und dass kein Material im Verbindungsbereich durchrieselt.

Gurtförderer für den Vertikaltransport

Der Gurtförderer hat sich in der Steine und Erden-Industrie zum universellen Fördermittel für den Horizontal- und Vertikaltransport von Schüttgütern entwickelt. Ein idealer Senkrechtförderer ist das Förderband allerdings nicht; die Überwindung des Höhenunterschiedes ist zwangsweise immer mit dem Durchfahren einer horizontalen Wegkomponente verbunden.
Beträgt der Steigungswinkel eines gemuldeten Glattgurtförderers 16, und die zu überwindende Höhendifferenz 25 m, so wird dafür eine horizontale Distanz von 87 m benötigt. Auch dort, wo die Weiträumigkeit der Anlagensohle eine so großzügige Anordnung der Einrichtungen zuläßt, verursacht der große Abstand spezifischen Kostenaufwand.
Abb. 12: U-Stollen-Steilförderer zur Beschickung der Silos in einem Transportbetonwerk (Foto Svedala) Für den Anlagenplaner besteht damit Anlaß, alternative Fördermethoden auf Möglichkeiten zur Verkürzung des horizontalen Abstandes und ihre Kostenwirkungen zu prüfen.Ein Mittel dazu sind die bekannten Steilfördergurte aus dem Programm der Svedala Gruppe, welche durch Mitnehmerelemente auf der Gurttragseite (Abb. 12) das Zurückrollen des Schüttgutes verhindern. In serienmäßiger Ausführung werden die Gurte mit Zugträgern aus vollsynthetischem Polyester-/Polyamidgewebe EP 125 und EP 160 sowie 2 bzw. 3 mm dicker Tragseitendecke und 1 bzw. 2 mm dicker Laufseitendecke hergestellt. Die U-Bogenprofile sind bis 35 mm Höhe verfügbar; die Gurte eignen sich so für die Förderung bis zu den in der Tabelle 1 genannten Grenzwinkeln.

Kies, gewaschen
Eisenerzpellets

25

Steine, gebrochen
Kies, Splitt

30

Sand, trocken, kiesig

35

Sand, Beton, erdfeucht

45


Die Bevorzugung von Glattgurten in den Gewinnungsbetrieben wird immer wieder mit den geringeren Kosten begründet. Bei einem Preisverhältnis Glattgurt zu U-Stollengurt von etwa 1 zu 2,5 sind die Einsparungen an Anlagenkosten durch die steilere Förderung tatsächlich jedoch geeignet, den höheren Preis des Stollengurtes deutlich zu überkompensieren. Die Zahl der für die Steine und-Erden-Industrie prinzipiell in Frage kommenden Senkrecht-Stetigförderer-Konstruktionen ist in jüngerer Zeit angewachsen. Neben dem klassischen Rundgliederketten-Becherwerk sowie dem in diesem Anwendungsbereich bedingt brauchbaren Gurtbecherwerk wurden die von Svedala entwickelten Pocketlift und Flexowell-Förderer verfügbar. Bei den Becherwerken wurde das Traktorketten-Becherwerk als neue Variante entwickelt, und erste Anwendungen fand auch der Sandwich-Gurtförderer.
Welche Kostenminimierungen möglich sind, wenn man, statt die Steilförderung auf Gurten der vorbeschriebenen Art ins Auge zu fassen, gleich auf die Senkrechtförderung übergeht, wurde in einer Studie von Svedala nachgewiesen. Vorgegeben war eine Hubhöhe von 70 m, im Vergleich standen ein Gurtförderer mit 900 mm Gurtbreite und ein Flexowell-Senkrechtfördersystem. Der gleich breite Flexowell-Gurt besteht aus dem quersteifen Basisgurt, den beidseits aufgeklebten Wellkanten und den dazwischen liegenden Querstollen, die leicht gekrümmt und in Förderrichtung vorwärts geneigt sind. Die so gebildeten offenen Taschen können das Fördergut durch waagerechte, beliebig geneigte und senkrechte Strecken transportieren.Der in dem Vergleich betrachtete gemuldete Gurtförderer steigt mit einer Länge von 240 m unter 17 auf 70 m Hubhöhe. Er hat eine Antriebsleistung von 2 x 74 kW, die über Getriebe auf beide Seiten der Antriebstrommel wirkt. Die Umkehrtrommel ist fest verlagert; das Spannen des Gurtes erfolgt durch einen Spannturm mit gewichtsbelasteter Tänzerrolle. Das Bandgerüst ist an der Umkehrtrommel, am Spannturm und über vier Stützen auf Fundamenten gelagert. Die Antriebsstation wird vom Silo getragen. Der Förderer ist mit dem Laufsteg begehbar, ventilatorbelüftet und beleuchtet eingehaust.
Abb. 13: An Flexowell-Senkrecht-förderern läuft der Gurt frei im Raum, Förderergerüste sind nur an den beiden Enden vorhanden (Foto Svedala) Der Z-förmig konfigurierte Wellkanten-Förderer (Abb. 13) hat aufgabeseitig eine 7,6 m lange horizontale Strecke, an welcher die senkrechte Sektion anschließt, um auf Abwurfhöhe in eine wiederum 7,6 m horizontale Austragstrecke überzugehen. Dieser Förderer ist auf der senkrechten Strecke nichtbegehbar gekapselt; er hat zwei Fundamente, eins für das Aufgabeende, eins für die untere Umlenkstation. Das Austragende mit dem Antrieb liegt auf dem Silo auf.Der zunächst auf die Gelände-Inanspruchnahme bezogene Vergleich führt zu einem spektakulären Unterschied, wenn man unterstellt, dass Fläche und Raum unterhalb des Gurtförderers durch die Anlage jeder anderen Nutzung entzogen werden. Das ist real so gut wie nie der Fall, interessant bleibt aber zu sehen, wie sich aus der einfachen trigonometrischen Beziehung die Verkürzung der horizontalen Weglänge ergibt, wenn der Steigungswinkel von 17 auf Werte erhöht wird, die auch mit Steilfördergurten eventuell noch realisierbar sind. So hat der 17-Förderer eine auf den Boden projizierte Länge von 240 m, ein 30-Band von 140 m und ein 45-Band von 99 m. Dass der Wellkanten-Senkrechtförderer 18 m Länge projiziert, erscheint auf den ersten Blick eher viel, ist aber durch den waagerechten An- und Auslauf bedingt.
In den Vergleich sodann einbezogen wurden alle baulichen Aufwendungen (Aushub, Fundamente), der Stahlbau (Gerüste, Stützen, Verkleidungen), die mechanischen Komponenten (Gurte, Tragrollen, Antriebe) und die Elektrik. Die Gegenüberstellung endet indexiert mit einem Wert von 157 für den 17-Gurtförderer und von 100 für den Flexowell-Förderer; die herkömmliche Bandanlage ist danach in der Beschaffung um reichlich die Hälfte teurer als die vertikal fördernde Anlage. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, alle einzelnen Kostenpositionen einander gegenüberzustellen. Nach Hauptgruppen gegliedert, ergeben sich die in Tabelle 2 aufgelisteten Werte.

Gegenstand

17-Anlage

90-Anlage

Aushub und Fundamente

6,8

1,3

Gerüst und Stützen

65

7,2

Einhausungen

5,4

3,7

Mechanische Komponenten

22

67

Elektrik und Zubehör

10

1,2

Montage

34

13

Anlagenplanung

8,8

5,2

Detailkonstruktion

4,6

0,6

Gesamt

157

100


Die hier betrachtete Untersuchung läßt eine Kostentendenz erkennen, die bei größerer Hubhöhe noch deutlicher ausfallen würde. Das erhellt schon aus der Tatsache, dass die Bandanlage erheblich mehr Gerüstkonstruktion erfordern würde, während der Senkrechtförderer mit seinem vertikal frei laufenden Gurt in dieser Kostenposition nahezu unverändert bliebe. Im Umkehrschluß ist aber auch davon auszugehen, dass die Differenz zwischen beiden Anlagentypen bei kleinerer Hubhöhe deutlich geringer ausfallen würde.





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