www.steine-und-erden.net > 1999 > Ausgabe 4/99 > Messen> IFAT 99

[Die Industrie der Steine + Erden]






IFAT 99


Nachdem das für die Steine und Erden-Industrie sowie für Recyclingunternehmen außerordentlich wichtige Sachgebiet "Aufbereitungstechnik" zur Teilnahme an der STEINEXPO nicht zugelassen war, zeigte sich die IFAT für die auf diesem Sektor tätigen Maschinenhersteller als einzige Möglichkeit, ihre neuen Produkte der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es war eine beachtliche Anzahl von Unternehmen, welche hier insbesondere Erzeugnisse für die Wiederaufbereitung von Altbaustoffen ausgestellt hatten. Über die, welche die größte Bedeutung für die Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft haben, wird hier berichtet.

So hat die ATLAS WEYHAUSEN GmbH auf die langjährige Erfahrung mit ihren Produkten auf den Gebieten Entsorgung und Recycling verwiesen. Zum Beschicken von hydraulischen Hochleistungspressen auf Schrottplätzen bietet das Unternehmen eine Reihe von Mobil- und Raupenbaggern als Sortiergeräte an, die aber auch bei der Wiederaufbereitung von Bauschutt bereits in vielen Fällen eingesetzt sind. Wichtigste Exponate auf der Messe in München waren jedoch die Absetz- und Abrollkipper, welche mit Hub- und Kippleistungen von 4,5 bis 17,5 t geliefert werden (Abb. 1).

Absetzkipper (Foto Atlas Weyhausen)
Absetzkipper (Foto Atlas Weyhausen)


Durch die neue feinfühlige Joystick/Tasten-Steuerung sind alle Funktionen vom Fahrersitz aus leicht zu bedienen. Die Garantiezeiten für die tragenden Teile der Container-Wechselsysteme wurden auf zwei Jahre erweitert.

Toner (Zeichnung Beyer) Als Neuheit präsentierte die BEYER GmbH einen patentierten TONER®, der für das Trennen von Ton und Lette aus Kies (Abb. 2) konzipiert wurde. Das gewonnene, mit Ton, Letten oder anderen weicheren Stoffen verunreinigte Material wird dabei über eine Schurre einem Stachelband aufgegeben. Oberhalb dieses Bandes sind Rollen mit verschiedenen Shore-Härten im Reibschluß angeordnet. Die Rollen drücken auf das Material, die Stachelspitzen dringen in die Verunreinigungen ein und halten diese an der Abwurfstelle zunächst fest, während der Kies sofort herabfällt. Auf dem Weg des Bandes zur hinteren Umlenktrommel wird an einer definierten Stelle das weichere Material durch eine dort angeordnete Bürste von den Stacheln gelöst und fällt auf einen darunter installierten Gurtförderer, mit dem es dann ausgetragen wird. Das Verfahren zeichnet sich durch sehr geringen Verschleiß aus, weil kein Zerreiben stattfindet. Das Maschinensystem ist so aufgebaut, dass es sich leicht in vorhandene Aufbereitungsanlagen integrieren läßt.

Horizontal-Prallmühle (Zeichnung BHS)
Auf dem Stand der BHS SONTHOFEN GmbH wurde demonstriert, wie sich mit einer Rotorprallmühle RPMV (Abb. 3) Verbundmaterialien aufschließen lassen wie z. B.

  • Shredder-Leichtgutfraktion
  • Siebdurchgang aus der Shredder-Schwergutfraktion
  • Verbundstoffe auf der Basis von Alu, Kupfer, Keramik, Glas u. dgl.

Die Prallmühle löst die Verbunde, zerkleinert spröde Materialien und verkugelt Metalle. Dies ermöglicht anschließend eine sortenreine Trennung der Wertstoffe.Die Maschinen zeichnen sich durch niedrigen Verschleiß, einfache Wartung und gute Zugänglichkeit aus. Sie haben sich im harten Einsatz in der Gesteinsindustrie schon seit vielen Jahren bewährt.



Abb. 4: Mobilbagger 316 (Foto Liebherr) Die LIEBHERR HYDRAULIKBAGGER GmbH war erstmals auf der IFAT präsent und stellte hier drei neue Maschinen vor, die für den Recyclingumschlag besonders geeignet sind. Der mobile Hydraulikbagger A 316 wurde mit einer speziell für den Umschlageinsatz ausgerüsteten Variante gezeigt. Das 19 Tonnen schwere Gerät wird von einem 82 kW Dieselmotor angetrieben, der flüssigkeitsgekühlt ist und über einen Abgasturbolader verfügt (Abb.4). Der Bagger kann sich über vier Pratzen am Boden abstützen und erzielt damit hohe Tragkräfte für den Güterumschlag. Die Fahrerkabine ist hydraulisch stufenlos höhenverstellbar und bietet dem Fahrer beste Sicht auf das Ladegut und in die Transportbehälter. Optional kann die Kabine mit einer Klimaanlage ausgestattet werden. Die Arbeitsausrüstung des A 316 besteht aus einem 5,5 m langen Industriestiel mit Kippkinematik und einem Sortiergreifer. Damit eignet sich diese Maschine für das Sortieren und Verladen von Recyclingstoffen, wobei Behälter mit Bordwandhöhen von 8 m beschickt und Ladegüter bis zu 10 t angehoben werden können.

Die MOSER GmbH & Co. KG informierte umfassend über ihre Trommeltrockner mit denen in einem Arbeitsgang auch Materialien getrennt werden können. Die Trocken-Trenn-Trommel bietet mit ihrer Kombination zweier Verfahrensschritte in einem Apparat die Basis für:

Abb 5: Trommeltrockner (Zeichnung Moser)

An die unter Neigung aufgestellte Trommel schließt sich direkt eine Siebtrommel zur sauberen Trennung des getrockneten Schüttgutes in eine Grob- und eine Feinfraktion an (Abb. 5). Das feuchte Material und die zur Trocknung dienenden Heißgase durchströmen die Trommel im Gleichstrom. Durch die Einbauten und die Drehbewegung wird das Schüttgut getrocknet, intensiv durchmischt und vorhandene Agglomerate werden zerstört. In der nachfolgenden Siebtrommel erfolgt die Trennung des Schüttgutes in die gewünschten Fraktionen. Über die Trommeldrehzahl lassen sich Durchsatz und Verweilzeit des feuchten Schüttgutes in der Trockenzone variieren.

Die ORENSTEIN & KOPPEL AG stellte im Freigelände auf einer Fläche von 337 m3 Maschinen für den Umgang mit Altbaustoffen aus und zeigte dort zwei Radlader der leichten und mittleren Klasse, einen Mobilbagger und eine mobile Brechanlage. Besonders betont wurde die zum Patent angemeldete Universalkinematik, die an dem neuen Radlader L25 installiert war, der standardmäßig über eine 2,3 m3 Ladeschaufel und eine Motorleistung von 112 kW verfügt.
Abb.  6: Radlader L25 (Foto O&K) Neben einer deutlich verbesserten Sicht bietet diese Kinematik auch die Möglichkeit einer hydraulischen Parallelführung (Abb. 6). Die kleineren Radlader des Unternehmens werden mit Ladeschaufeln von 0,45 m3 bis 1 m3 und Motorleistungen von 30 kW bis 52 kW ausgestattet. Diese zeichnen sich durch sehr niedrige Schalldruckpegel aus, so dass sie sich auch für den Einsatz in der Nähe von Problemgebieten, z. B. Schulen und Krankenhäuser, gut eignen.

Ein wichtiges Exponat von STEINERT ELEKTROMAGNETBAU war der Nichteisenmetall-Abscheider, weil sich die Rückgewinnung von Nichteisenmetallen, wie z. B. Aluminium, Kupfer, Blei usw., in den letzten Jahren weltweit zum wesentlichen Bestandteil des Recycling entwickelt hat. Die NE-Metall-Abscheider funktionieren nach dem Wirbelstromprinzip. Sie zeichnen sich durch ihr einstellbares, exzentrisches Magnetpolsystem und die konsequent auf Langlebigkeit ausgelegte Konstruktion aus.In den Abscheidern befindet sich ein schnell rotierendes Permanent-Magnetpolsystem. Durch hohe Frequenz des Magnetfeldwechsels werden starke Wirbelströme in den NE-Metall-Teilen erzeugt.

Abb. 7: Nichteisen-Metallabscheider (Zeichnung Steinert)
Abb. 7:
Nichteisen-Metallabscheider
(Zeichnung Steinert)

Diese erzeugen ihrerseits Magnetfelder, die dem äußeren entgegengesetzt wirken. Aus diesem Grunde werden die NE-Teile abgestoßen und aus dem übrigen Materialstrom herausgeschleudert (Abb. 7). Der Nichteisenmetall-Abscheider besteht im wesentlichen aus zwei Gurttrommeln, die einen Fördergurt tragen und von denen eine angetrieben ist. In der anderen rotiert exzentrisch gelagert das Magnetsystem mit wesentlich höherer Drehzahl als die angetriebene Gurttrommel.


>IFAT

>Stone + tec

>Minetime

>Steinexpo





Inhaltsverzeichnis Ausgabe 4/99 | Zurück zu unserer Homepage