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[Die Industrie der Steine + Erden]






Erfahrungsaustausch mit Unternehmern mal ganz anders

Dipl.-Ing. A. Königsmann, Dipl.-Ing. (FH) Chr. Göbel

Teilnehmer des Erfahrungsaustausches

Seit 1993 führt die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft (StBG) im Rahmen der sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Betreuung Unternehmerseminare für kleine und mittlere Betriebe mit bis zu 30 Beschäftigten durch. Die Seminarreihe gliedert sich in vier Blöcke zu je zwei Tagen und wird branchenspezifisch angeboten.Allein in der Sektion III, Bonn, wurden bis heute über 620 Unternehmer und Geschäftsführer über Verbesserungsmöglichkeiten im Arbeits- und Gesundheitsschutz informiert.In einem Block IV-Seminar kam kürzlich der Wunsch der Teilnehmer auf, zusätzlich zur obligatorischen 4-jährigen Fortbildung regelmäßig Veranstaltungen dieser Art in Form eines Erfahrungsaustausches durchzuführen. Da bei der Durchführung der Präventionsmaßnahmen in den Betrieben Probleme auftreten können, eignen sich solche Zusammenkünfte sehr gut, um über sinnvolle Lösungen zu diskutieren und dabei auch Neuentwicklungen aus dem Bereich der Sicherheitstechnik und Arbeitsmedizin zu berücksichtigen.Bei der Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen im Betrieb spielt erfahrungsgemäß auch der Ehepartner des Unternehmers eine tragende Rolle. Deshalb sollten die Ehepartner der Unternehmer in den Erfahrungsaustausch mit einbezogen werden, da sich alle Seiten hiervon einen großen "Motivationsschub" erhoffen, wenn es um die konkrete Umsetzung von Maßnahmen im Betrieb geht.Nach einer im Vorfeld durchgeführten Umfrage war die Resonanz ausgesprochen positiv, so dass am 13. März 1999 im ersten Anlauf insgesamt 20 Unternehmer mit Ehepartnern der Einladung zum Erfahrungsaustausch nach Köln folgten (Abb. 1).
Die Teilnehmer/innen wurden von den Mitarbeitern des Geschäftsbereiches Prävention der Sektion III und dem Sektionsgeschäftsführer, Ass. Erlinghagen, empfangen. Die einführenden Worte sprach Dipl.-Ing. Neitzert. Er beschrieb in seinen Ausführungen den Zusammenhang zwischen den gemeldeten Arbeitsunfällen und den Entschädigungsleistungen der StBG, insbesondere unter dem Blickwinkel der Kostenentwicklung bei Ausweitung bzw. Verbesserung der Unfallprävention. Anschließend wurden von den Mitarbeitern des Geschäftsbereiches Prävention der Stand der Umsetzung der sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Betreuung sowie neue Projekte zur Verhütung von Unfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen vorgestellt. Eine angeregte Diskussion mit den Seminarteilnehmern folgte. Besonders die Ausführungen über ein Zukunftsprojekt zu einer mobilen Erlebniswelt in Containerform stießen auf reges Interesse (Abb. 2). Hierbei soll ein großes Augenmerk auf die Darstellung von aktuellen Themen zur Sicherheit am Arbeitsplatz gelegt werden. Ein sogenannter "Präventionscontainer" soll helfen, gesundheitsgefährdende Situationen aufzuzeigen und alle Beteiligten für die Unfallverhütung stärker zu sensibilisieren. Der Container enthält Exponate, mit denen Situationen simuliert werden können, wodurch der Betrachter buchstäblich am eigenen Leibe nachvollzieht, wo Gefahren in der Praxis lauern und wie diese beseitigt werden können.
Der große Vorteil gegenüber der herkömmlichen Vermittlung von Informationen ist das unmittelbare Erlebnis. Denn die Erfahrung lehrt, dass derjenige, der selbst einmal einer gefährlichen Situation oder einer Exposition (z. B. Lärm) ausgesetzt war, wesentlich sensibler reagiert. Besonders begrüßt wurde die leichte Handhabung der Container. Durch den einfachen Transport und den problemlosen Auf- und Abbau kann jedes Unternehmen vor Ort in seinem Betrieb den Mitarbeitern die Exponate leicht und informativ zugänglich machen.

Das Fazit dieser neuen Form eines Erfahrungsaustausches lautet:
Durch die rege Mitarbeit und Diskussionsfreudigkeit der Ehefrauen wurde die Veranstaltung belebt und bereichert. Dies bestätigte sich besonders in den anschließenden Workshops, da hier die Erfahrungen und Probleme der Teilnehmer zur Sprache kamen (Abb. 3). Der positive und harmonische Verlauf der Veranstaltung wurde am Abend durch den gemeinsamen Besuch eines Konzertes in der Kölner Philharmonie abgerundet.
Zusammenfassend bleibt festzuhalten, daß dieser Erfahrungsaustausch eine breite Zustimmung von seiten der Unternehmer fand und auch zukünftig auf diese Art und Weise durchgeführt werden sollte.

Anschrift der Verfasser:
Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Theodor-Heuss-Str. 160, 30853 Langenhagen





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