www.steine-und-erden.net > 1998 > Ausgabe 4/98 > Miteinander statt gegeneinander

[Die Industrie der Steine + Erden]




Miteinander statt gegeneinander

Motorradfahrer werden oft verkannt

Fast jeder dritte Autofahrer ist schon einmal in eine brenzlige Situation geraten, weil er das Fahrverhalten eines Motorradfahrers falsch eingeschätzt hat. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Mehr als 23.000 mal kam es im vergangenen Jahr zu folgenschweren Zusammenstößen zwischen PKW und Motorrädern; fast 26.000 Menschen wurden dabei verletzt oder getötet. In zwei Drittel aller Fälle liegt die Schuld beim Autofahrer - für den PS-starken Biker ein schwacher Trost. Doch eigenes vorausschauendes Fahrverhalten trägt dazu bei, solche Situationen zu vermeiden.

Dank seiner erhöhten Sitzposition. kann der Motorradfahrer Gefahren früher erkennen und entsprechend reagieren. Das ist oft lebenswichtig, denn die Hälfte der Autofahrer hat das Tempo eines Motorradfahrers schon einmal falsch eingeschätzt und war von seiner Beschleunigungsmöglichkeit überrascht. Und 40 Prozent haben ein Motorrad schon mal zu spät erkannt oder sogar übersehen, so die DVR-Umfrage. Die schmale Silhouette, ungünstige Lichtverhältnisse, z. B. blendende Sonne oder Hell-Dunkel-Zonen in Waldstücken, oder schlicht Unachtsamkeit können dazu führen. Motorradfahrer sollten daher nie auf die eigene Vorfahrt vertrauen, auf sich aufmerksam machen und am besten immer für den anderen mitdenken. Für Autotahrer gilt, besonders an Kreuzungen auf Motorradfahrer zu achten und vor dem Überholen häufiger mal einen Blick über die Schulter nach hinten zu werfen, das Zweirad könnte; sich im toten Winkel befinden.

Um mehr Verständnis füreinander zu werben und Partnerschaftlichkeit einzuüben, empfehlen der DVR und die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft das Sicherheitstraining 2 plus 4.

Hier kann der Autofahrer beispielsweise äls Sozius hautnah erleben, wie schwierig Brems- und Ausweichmanöver für den Motorradfahrer sind und welche Techniken er beherrschen muß, um die Fehlreaktionen der anderen Verkehrsteilnehmer auszugleichen.





Inhaltsverzeichnis Ausgabe 4/98 | Zurück zu unserer Homepage