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[Die Industrie der Steine + Erden]




Mischer und Mischanlagen

Einwellen-Zwangsmischer
Doppelwellenmischer
Planten-Gegenstrom-Mischer
Gleichlauf-Zwangsmischer
Hochdruck-Mischerreinigung
Mischanlagen
Mobile Mischtechnik
Mischanlage mit Sternsilo
Mischanlage mit Reihensilos
Tiefsilo-Reihenanlage
Reihensilo-Anlage mit Schaufellader
Turmanlagen


Das Zubereiten von Beton ist eine wichtige Aufgabe in der Beton- und Fertigteilindustrie, weil die hierfür eingesetzten Mischer und Mischanlagen für das wirtschaftliche Ergebnis erhebliche Bedeutung haben. Die Hersteller von Betonanlagen haben sehr unterschiedliche Konzepte entwickelt, um den gestellten Anforderungen in allen Fällen entsprechen zu können. Bei den Mischern haben sich Zwangsmischer durchgesetzt, die fast ausnahmslos chargenweise arbeiten. Sie werden als Ein- oder Doppelwellenmischer mit horizontalen Mischwellen oder als Trog- und Ringtrogmischer mit senkrecht stehenden Rührwerken gebaut.

Einwellen-Zwangsmischer
Dieser Mischertyp wird von der ELBA-Werk Maschinen GmbH in Baugrößen von 500 bis 3500 l hergestellt. Die mit zwei spiralförmigen Mischwerkzeugen ausgestattete Mischwelle befindet sich in einem horizontal angeordneten zylinderförmigen Mischbehälter; die kompakte Bauform gewährleistet kurze Materialaustauschwege (Abb. 1).

Einwellen-Zwangsmischer (Foto Elba)
Einwellen-Zwangsmischer (Foto Elba)

Die neue Mischerwellenlagerung und –abdichtung sichert einen störungsfreien Betrieb; geringe Umfangsgeschwindigkeiten der Werkzeuge und die Materialstärke der Verschleißteile ergeben eine lange Verfügbarkeit der Maschine. Für die Praxis sind folgende Eigenschaften von wesentlicher Bedeutung:– nach Stromausfall läuft die Maschine auch in gefülltem Zustand wieder an– für die Notentleerung werden keine Zusatzeinrichtungen benötigt– Unter- bzw Überfüllung beeinträchtigt die Mischwirkung nicht– die Maschine ist unempfindlich gegen Überkorn. Der Mischereinlauf ist bei Beschickung mit einem Aufzug durch Staubklappe und bei Beschickung über Vorsilo durch Flachschieber staubdicht abgeschlossen. Der Antrieb erfolgt durch Kurzschlußläufer-Getriebemotore mit nachgeschaltetem Kettentrieb. Die Fettschmierung wird ebenfalls elektromotorisch angetrieben und versorgt Lagerung und Dichtung der Mischerwelle mit Schmiermitteln. Im Prüfbericht des Instituts für Bauverfahrens- und Umwelttechnik bestätigt Prof. Beitzel, daß mit dem Betonmischer vom Typ EMS 2000-F in relativ kurzer Mischzeit von 20 – 30 Sekunden eine zielsichere Herstellung von Qualitätsbeton erreicht wird.

Doppelwellenmischer
In einem Mischtrog, welcher dem Kreisumfang der Mischwerkzeuge weitgehend angepaßt ist, sind zwei mit Mischwerkzeugen bestückte Wellen horizontal angeordnet, die sich gegenläufig drehen.Erstmalig stellte Galetti (vertreten durch Wagener & Polaschek) seine Doppelwellenmischer auf der Bauma vor. Die Produktion dieser Mischer wurde vor 5 Jahren ins Programm genommen und soll das Marktsegment für Mischer mit einem Ausstoß von größer als 2 m3 abdecken. O.M.G. fertigt vier Größen von Doppelwellenmischern von 2 m3 bis zu 6 m3 Festbetonausstoß. Neuartig bei diesem Doppelwellenmischer ist das zentrale Schmiersystem und die neuartige Labyrinthabdichtung, die zuverlässig ein Austreten des Betons an den Mischerachsen verhindert. Alle Mischer verfügen serienmäßig über eine Gußkachelauskleidung. Für diesen Mischertyp wurde ein Waschsystem entwickelt, welches die Reinigungszeiten erheblich reduziert.Die schnelle Marktakzeptanz der Doppelwellenmischer von Liebherr ist das Ergebnis mehrerer konstruktiver Merkmale (Abb. 2).

Doppelwellenmischer (Foto Liebherr)
Doppelwellenmischer (Foto Liebherr)

Antriebsmotor und – getriebe sind als Einheit ausgeführt, mit der die Einbaumaße des Mischers kompakt gehalten werden. Dadurch ist nur eine Drehmomentstütze notwendig, welche die auftretenden Riemenkräfte aufnehmen kann. Für Reparaturarbeiten vereinfacht sich die Demontage wesentlich. Das zweistufige Planetengetriebe mit hohem Wirkungsgrad repräsentiert den neuesten Stand der Antriebstechnik. Lagerung und Abdichtung der Mischerarme sind als komplett montierbarer Hut ausgeführt und vereinfachen dadurch Montage und Reparatur der Lager und Dichtungen. An allen Lagerstellen werden Gleichteile verwendet.

Planeten-Gegenstrom-Mischer

Planten-Gegenstrommischer (Foto Wiggert & Co)
Planten-Gegenstrommischer (Foto Wiggert & Co)

Die Planeten-Gegenstrom-Mischer von Wiggert + Co. (Abb. 3) sind Hochleistungsmischer und finden ihren Einsatz insbesondere bei der anspruchsvollen Qualitätsbetonbereitung wie z. B. in der Beton- und Fertigteilindustrie, bei Sonderbetonen jeglicher Art, wie Faserbetone, Warm- oder Kaltbetone, sowie bei sehr trockenen und zur Verklebung neigenden Betonmischungen, aber auch bei Verwendung von Farbzusätzen oder anderen Additiven. Das Mischprinzip hat eine hohe Mischintensidität und bewirkt mit den erforderlichen Scherkräften einen guten Zementaufschluß und damit die optimale, für einen Qualitätsbeton unerläßliche Zementleimbildung. Je nach Mischergröße werden 1, 2 oder 3 Mischsterne, welche als Trabanten um die vertikale Mischerachse rotieren, verwendet. Die durch diese Konstruktion entstehende Mischkinematik gewährleistet neben kurzen Austauschwegen einen intensiven Materialaustausch und erzielt eine gleichmäßige Kornverteilung bei kurzen Mischzeiten. Durch die auf konzentrischer Bahn um die Mischermitte rotierende Mischsternachse und deren Drehrichtung werden Zentrifugalkräfte ausgeschaltet und vor allem bei Sieblinien mit Kornanteilen über 20 mm sehr niedrige Variationskoeffizienten in der Kornzusammensetzung erreicht. Dieses Konstruktionsprinzip gewährleistet bei kürzester Mischzeit eine einwandfreie Homogenisierung der Betonausgangsstoffe. Infolge der niedrigen Drehzahl wird auch eine hohe Standzeit und Lebensdauer der Mischwerkzeuge sowie der Trogauskleidung erzielt. Bei den Mischergrößen ab 750/1125 l wird serienmäßig eine hydrodynamische Anlaufkupplung verwendet, welche auch bei gefülltem Mischer einen netzschonenden Lastanlauf ermöglicht und gleichzeitig einen wirksamen Überlastungsschutz für Antriebsmotor und Getriebe darstellt. Der großdimensionierte Verschluß ermöglicht kurze Entleerzeiten und kann wahlweise um 90° versetzt montiert werden. Es besteht auch die Möglichkeit, mehrere Verschlüsse zu verwenden. Die Betätigung erfolgt hydraulisch und wird über Elektromagnetventile gesteuert. Bei Spannungsausfall ist ein Öffnen des Verschlusses von Hand möglich. Die Zugabe des Anmachwassers erfolgt über eine Ringleitung und mittels Düsen. Die robuste Konstruktion des Mischergehäuses, die Verwendung hochwertiger Werkstoffe für die Verschleißteile, gehärtete, geschliffene, im Ölbad laufende Zahnräder und die guten mischtechnischen Eigenschaften gewährleisten die Betriebssicherheit.

Intensivmischer (Foto Eirich)
Intensivmischer (Foto Eirich)

Eirich-Intensivmischer (Abb. 4) können sowohl für chargenweise als auch für kontinuierliche Betriebsart eingesetzt werden. Das Spektrum reicht vom Labormischer mit 3 oder 5 Litern bis zum Produktionsmischer mit 7000 Litern Nutzvolumen. Aktuell stehen 37 Basistypen zur Verfügung, deren Größenabstufung auf die Belange der verschiedenen Industrien für Baustoffentwicklung, Kleinchargenproduktion, Produktion mit häufig wechselnden Rezepturen und Massenproduktion abgestimmt ist. Die Intensivmischer können schnell geänderten Aufgabenstellungen, wie z. B. Variationen bei Rezepturen oder neuen Produkten, angepaßt werden. Für Spezialanwendungen kann der Aufbereitungsprozeß und Vakuum stattfinden, z.B. um ein besonders dichtes entlüftetes Produkt herzustellen oder um unerwünschte Emissionen sicher zu verhindern. Zur leistungsstarken Mischtechnik gehört ein modulares System moderner Dosiertechnik mit effizienter Wäge-und Prozeßleittechnik, für eine reproduzierbare, in engen Toleranzen steuerbare Baustoffqualität.

Gegenstrommischer (Foto Haarup)
Gegenstrommischer (Foto Haarup)

Die Kombination aus Rotation und Gegenstrom in den Mischern von Haarup (Abb. 5) ermöglicht eine erstklassige Betonherstellung, und die Ausführtung mit vielen Anpassungsmöglichkeiten bietet große Betriebsvorteile. Darüberhinaus haben die Staatliche Technische Forschungszentrale in Finnland sowie das Dänische Technische Institut umfassende Tests der Eigenschaften durchgeführt und über positive Ergebnisse berichtet.Ein wichtiger Nutzeffekt des Getriebekastens ist das niedrige Geräuschniveau, welches bei allen Mischertypen unter 85 dB(A) liegt und damit für einen guten Gesundheitsschutz in den Betrieben sorgt. Bei dem Mischer handelt es sich um eine verschleißarme Konstruktion. Das Getriebe hat ein Ölbad, wodurch Schmierölpumpe sowie Ölrohre überflüssig sind und Verstopfungen vermieden werden. Durch die kräfig bemessenen Lager und Zahnräder sind auch Temperaturfühler überflüssig. Ferner ist die Kraftübertragung vom Motor zum Getriebe bei allen Mischern ab 1125 l durch eine hydrodynamische Kupplung gegen Überlastung gesichert; damit wird der Start eines vollen Mischers nach einer Notabschaltung ermöglicht. Der Gegenstromeffekt bewirkt eine minimale, gleichmäßige Einwirkung am Boden und an den Seiten des Mischtrogs, wodurch weniger Verschleiß entsteht. Bei der Materialauswahl wird in jedem Fall auf möglichst niedrige Betriebskosten geachtet. So sind die kräftigen runden Mischerarme aus Chromnickel-Federstahl hergestellt. Die Seitenabstreifer bestehen aus justierbaren und austauschbaren Segmenten, die Mischschaufeln können gewendet werden, so daß sie weitgehend verschlissen sind, bevor sie ausgewechselt werden müssen.Die niedrige Einbauhöhe des Mischers ermöglicht einen einfachen und kostengünstigen Einbau in eine vorhandene Anlage. Die Abdeckung kann individuell aufgeteilt und nach Bedarf plaziert werden.Haarup Maskinfabrik A/S liefert Gegenstrommischer von 300 bis 4500 l Einfüllmenge. Sie können zur Herstellung von Schwerbeton, Fassadenbeton und Blähton eingesetzt werden.Das Ringteller-Mischersystem von Liebherr wurde in wesentlichen Details weiter entwickelt (Abb. 6).

Ringtellermischer (Foto Liebherr)
Ringtellermischer (Foto Liebherr)

Bisher mußte das Wirblersystem gewaltige Kräfte aufnehmen, die konstruktionsbedingt beim Antrieb aufgetreten sind. Die neue, kompakte Abstützung erlaubt eine Vergrößerung der Mischerabdeckung. Die Zugänglichkeit für Reinigungs- und Wartungsarbeiten wird damit deutlich verbessert, denn die Abdeckung läßt sich nun über 2/3 der Mischergrundfläche öffnen.Im Rahmen der Neukonstruktion wurden auch der Mischteller und der Mischwerksantrieb neu gestaltet. Ein vergrößerter Innendom ergibt eine verbesserte Zugänglichkeit zu den Verschleißteilen und zum Antrieb. Ferner werden kürzere Entleerzeiten erreicht. Der Innendom bildet mit dem Wirblergetriebe eine Einheit. Damit entfallen verschmutzungsanfällige Störkanten. Für die Ringtellermischer-Modelle mit und ohne Wirbler wurde ein Hochdruck-Reinigungssystem entwickelt. Je nach Größe des Mischer kommen 3 bis 4 Rotorköpfe mit mehreren Reinigungsdüsen in der Mischerabdeckung zum Einsatz. Der unter hohem Druck austretende Wasserstrahl entfernt auch angetrockneten Restbeton im Mischer und an den Mischwerkzeugen. Dies ist vor allem für die Arbeitssicherheit aber auch dann von Bedeutung, wenn im Fertigteilwerk Farben eingemischt werden, oder bei häufig wechselnden Mischrezepten, wenn beispielsweise in Transportbetonwerken Beton und Mörtel oder Fließestrich gemischt wird und das Mischsystem vor einer neuen Mischcharge sehr sorgfältig gereinigt werden muß.

Planetenmischer (Foto Liebherr)
Planetenmischer (Foto Liebherr)

Die von Schlosser hergestellten Planetenmischer (Abb. 7) wenden ein seit Jahrzehnten bewährtes Mischprinzip an. Sie sind optimal für die Zubereitung von Beton konzipiert. Die Mischwerkzeuge führen das Mischgut in bestimmte Mischwege. Zuverlässig homogene Mischungen sind das Arbeitsergebnis. Geringer Verschleiß sorgt für Wirtschaftlichkeit und für gleichbleibende Qualität der Betonerzeugnisse. Die Mischer tragen auf dem rotierenden Werkzeugträger die Motoren zum Direktantrieb jedes Mischsterns. Diese schnell rotierenden, exzentrisch angeordneten Werkzeuge führen als Gesamtsystem eine zusätzliche Drehbewegung aus. Mitlaufende Abweiser bringen das Mischgut immer wieder in den Bereich der Mischwerkzeuge und bewirken so ein homogenes Gemenge. Die Motore werden bei Gefahr von Übermischung abgestellt. Später laufen sie gestaffelt und unter voller Last wieder an. Durch optimale Schichthöhe des Mischgutes ist der Energieverbrauch der Mischer sehr gering.Einzeln verschraubte Kegelsegment-Mantelteile verschließen den Mischbottich staubdicht. Für Reinigungs- und Wartungsarbeiten wird ein Mantelteil – durch Sicherungsgrenztaster gesichert – herausgeschwenkt. Der feststehende Mischbottich mit seinem Aufsatzring ist gegen den drehenden Werkzeugteller durch eine berührungslose Labyrinthdichtung abgedichtet.LAEIS BUCHER hat die Rotomix-Serie (Gegenstrom-Hochleistungsmischer) um den 40 l-Labormischer Rotomix LX 40 erweitert (Abb. 8).

Labormischer Rotomix (Foto Liebherr)
Labormischer Rotomix (Foto Liebherr)



Dieser neue Mischer enthält alle bewährten Elemente der Produktionsmischer dieser Typenreihe (Nutzvolumina bis 3000 l):– horizontal drehender Mischbehälter– Mischstern für großvolumige Materialbewegung– Wirbler für intensive Masseaufbereitung– ortsfester Abstreifer zur Verhinderung von Anbackungen.Die hydraulisch nach oben wegschwenkbare Abdeckung gewährleistet einen optimalen Zugang zum Innenraum. Die Entleerung erfolgt bei laufendem Mischer über einen hydraulisch betätigten Verschluß im Behälterboden, wodurch eine Entmischung bei Abschalten der Werkzeuge zuverlässig vermieden wird. Die kompakte, direkt dam Mischer befestigte Steuerungskonsole erlaubt u. a. eine Direktanzeige der aktuellen Drehzahlen und der Leistungsaufnahme aller Antriebe.Produktberührte Teile aus Edelstahl, Frequenzregelung für die Mischwerkzeuge, auch während des Mischprozesses verstellbare Neigung der Wirblerleisten sowie ein Endoskop-Einrichtung zur Beobachtung der im Mischer ablaufenden Vorgänge auf einem Monitor gewährleisten eine maximale Flexibilität bei der Aufbereitung aller Konsistenzbereiche.

Gleichlauf-Zwangsmischer
Gleichlaufmischer von Zyklos ermöglichen eine schonende Behandlung des Mischgutes. Der Vermehlungseffekt ist nachweislich gering. Schaumstoffe sowie geblähte Tone und ähnlich fragile Materialien werden sehr schonend behandelt. Mischversuche mit aufgeschäumten Materialien, wie Blähton, Perlite, Styropor und Ferritkristallen haben dies bewiesen.Das Gleichlauf-Mischprinzip ermöglicht durch Anpassung der Mischwerkzeuge an das Mischgut eine hohe Druck-, Knet- und Scherwirkung, die durch einen eingebauten Quirl zusätzlich erhöht werden kann. Diese Ausführungsform des Mischers wird hauptsächlich in der Gießerei-Industrie für bentonitgebundene Formsande sowie für Tone bei Feuerfestmassen verwendet.Bei den Mischern der ZB-Serie erfolgt der Entleervorgang über eine zentrale, hydraulisch betätigte Bodenklappe. Das Mischgut wird über eine hydraulisch absenkbare separate Entleerschaufel der Entleeröffnung schnell zugeführt. Die Entmischung während des Entleerprozesses wird dadurch unterbunden.Beim Gleichlauf-Mischprinzip wird kinetische Energie weitgehend in Mischarbeit verwandelt. Die für optimale Mischwirkung notwendige hohe Relativgeschwindigkeit im Mischgut wird durch den Schlupf zwischen dem angetriebenen Rührkreuz und der aufgrund der Kupplungswirkung des Mischgutes mitgeschleppten Mischtrommel erzeugt. Dadurch entfällt ein gesonderter Antrieb der Mischtrommel.Der Mischer ist für Reinigungs- und Wartungsarbeiten gut zugänglich. Der Getriebearm, an dem alle Mischwerkzeuge installiert sind, kann hydraulisch ausgefahren werden. Die Mischtrommel ist völlig frei, so daß Verschleißteile am Trommelboden und an der Trommelwand problemlos gewechselt werden können.

Hochdruck-Mischerreinigung
Neue Reinigungssysteme für die Betonindustrie wurden von Walter Gerätebau entwickelt und jetzt vorgestellt. Die neuen Systeme benötigen nur einen Bruchteil der Reinigungszeit im Vergleich zur manuellen Reinigung– verbrauchen erheblich weniger Wasser zur Reinigung– ermöglichen den Einsatz kleinerer Pumpenaggregate.Bei der automatischen Reinigung wird über Knopfdruck am Mischpult der Reinigungsvorgang gestartet. Ein Zeitrelais begrenzt die Reinigungsdauer und damit den Wasserverbrauch. Hierbei werden die Düsen durch ein Hochdruckaggregat mit Druckwasser von 120 bar versorgt. Die Spritzköpfe sind motorisch angetrieben und je nach Mischertyp mit 2-4 Düsen bestückt. Diese sind einzeln verstellbar und mit einem Schwenkmechanismus ausgerüstet, so daß auch schlecht erreichbare Stellen im Mischer gereinigt werden können. Die Anzahl der Spritzköpfe und die Kapazität des Hochdruckaggregates richtet sich nach der Größe des Mischers. Um das Aggregat möglichst klein auslegen zu können, werden die Spritzköpfe wechselweise betrieben, die Umschaltung erfolgt über pneumatisch gesteuerte Magnetventile.Das Reinigungswasser läßt sich in den meisten Fällen bei der nächsten Charge als Anmachwasser verwenden. Eine Einbindung in ein vorhandenes Computerprogramm ermöglicht eine exakte Bestimmung der Wassermenge.Die Erhöhung der Arbeitssicherheit und die Zeitersparnis bei der Mischerreinigung sind die wichtigsten Faktoren bei der Amortisation derartiger Anlagen. Das System kann allen Mischerfabrikaten angepaßt werden.

Mischanlagen
Die Beton- und Fertigteilindustrie benötigt ebenso wie Transportbetonwerke leistungsfähige Anlagen zur Zubereitung des Betons. In stationären Betrieben haben Sternanlagen, Reihenanlagen und Hochsilo-Turmanlagen die größte Verbreitung gefunden. Bei mobilen Anlagen ist eine Vielzahl unterschiedlicher Typen auf dem Markt.

Mobile Mischtechnik
Die neue Mischzentrale Mobilmix 2.25 wurde auf der bauma 98 erstmals von Liebherr vorgestellt. Mit ihr sind kurze Montagezeiten bei solider Bauweise und hohe Ausstoßleistungen verbunden.Die Grundelemente sind auf einer tragenden Plattform plaziert, die als ganzes mit einem Auflieger transportiert wird. In dieses Modul ist auch der Container mit der Steuerung integriert. Vom Lkw-Gespann positioniert ein Kran das Grundgerät auf ebener Fläche. Es wird mit Mischersystem, Waagen und Aufzugskübel angehoben und in Arbeitsposition verschraubt und verbolzt. Der Steuercontainer wird in seine endgültige Position geschoben. Die für eine mobile Anlage ungewöhnlich großzügigen Platzverhältnisse im Container ergeben Raum für eine moderne Mikroprozessorsteuerung. Ein Schraubenkompressor ist in einem von außen zugänglichen Raum am Steuercontainer angebracht. Auf zwei weiteren Lkw mit Aufliegern werden dann die Baukomponenten des Reihensilos, eine Einheit mit Dosierverschlüssen und Wiegeband, Spund- und Böschungswänden sowie eine weitere mit dem Kammeraufsatz für die Zuschläge angeliefert. Bis zu 140 m3 an Zuschlägen können gelagert werden Die Kammerbreite von 3,5 m erleichtert die Beschickung mit einem Radlader. Abschließend werden bis zu vier Zementsilos aufgestellt, die jeweils 100 t Fassungsvermögen besitzen.Für den Auf- und Abbau der Mischanlage werden jeweils 1 bis 2 Tage veranschlagt. Mit dem eingebauten Doppelwellenmischer DW 2.25 verfügt die Mobilmix über eine theoretische Ausstoßleistung von ca. 100 m3 Festbeton je Stunde.

Mischanlage mit Sternsilo
Wenn eine Mischanlage mit sternförmigem Böschungslager und Schrappwerk betrieben wird, steht ein großes Zuschlaglager zur Verfügung (Abb. 9).

Mischanlage mit Sternsilo (Foto Stetter)
Mischanlage mit Sternsilo (Foto Stetter)

Der Mischbetrieb bleibt von Unregelmäßigkeiten in den Materialanlieferungen weitgehend unabhängig. Unter optimalem Aktivlager (freiauslauffähige Lagermenge) verstehen die Hersteller, daß maximal verfügbare Zuschlagvolumen bei vernünftiger Höhe der Körnungstrennwände, deren Kosten mit ihrer Höhe überproportional steigen. Die Entnahmeöffnungen mit den Dosierklappen liegen unter dem Lagerraum. Sie sind in einer horizontalen Ebene angeordnet. Der Mittelpunkt des Sternlagers befindet sich weit innerhalb des Lagers. Damit wird der Lagerbereichswinkel ohne tote Ecken bis 210° ausgeführt. So können die Boxen weit gefächert werden. Das vergrößert das Gesamt- und Aktivlager erheblich. Somit läßt sich auch der Platzbedarf verringern.

Mischanlage mit Reihensilos

Mischanlage mit Reihensilos (Zeichnung Schlosser)

Für diesen Anlagentyp (Abb. 10) existieren drei unterschiedliche Ausführungsformen. Hangsilo als Reihenlager Auf Grundstücken mit unterschiedlichem Niveau lassen sich Stahlbetonsilos an einer Hanglage so einbauen, daß sie von oben per Lkw direkt beschickt werden können. Auf dem unteren Niveau liegen die Dosierung und der Aufzug zum Mischer.

Tiefsilo-Reihenanlage
Tiefsilos sind in die Erde versenkt, bestehen in der Regel aus Stahlbeton und sind wartungsfrei. Die Beschickung wird wie bei Hangsilos direkt vom Lkw aus vorgenommen, die Einrichtungen hierfür sind preiswert, die Gründung und Fundamente dagegen aufwendiger.


Reihensilo-Anlage mit Schaufellader
Eine klein dimensionierte Reihensiloanlage erfordert geringe Investitionen und kann zudem in lokaler Fertigung erstellt werden. Jedoch sind die hohen Betriebskosten eines Schaufelladers zu berücksichtigen. Der große Aktiv-Vorrat der Zuschläge lagert offen und ist damit Temperatureinflüssen und dem Regen ausgesetzt.


Turmanlagen

Turmanlage (Zeichnung Schlosser)

Die wichtigsten Komponenten einer Turmanlage (Abb.11) sind:

  1. Aufgabetrichter für Zuschlagbeschickung mit Abdeckrost

  2. Gurtbecherwerk oder Förderband

  3. Drehverteiler zur Verteilung der Zuschläge in die einzelnen Silokammern

  4. Mehrkammersilo zur Lagerung von Zuschlägen

  5. Füllstandanzeiger zur Überwachung der Siloinhalte von Zuschlägen und Zement

  6. Dosierverschlüsse für Zuschläge

  7. Waage für Zuschläge

  8. Zementsilos mit Entlüftung und Staubfilter

  9. Zementauflockerung

  10. Zementschnecken

  11. Zementwaage

  12. Einwellen-Zwangsmischer

  13. Auslauftrichter für Betonübergabe in Fahrmischer oder Lkw

  14. Steuerung zur vollautomatischen Bedienung der Gesamtanlage

  15. Drucklufterzeuger zur Versorgung der Mischanlage

  16. Entlüftung für Zementwaage und Mischer





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