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[Die Industrie der Steine + Erden]




Allgäuer Geschichte(n)

[75 Jahre Geiger]

Am 15. Mai 1998 konnte die Geiger-Gruppe, das größte Familienunternehmen des Oberallgäus, ihr 75jähriges Jubiläum feiern.

[1951: die erste Planierraupe] Die Unternehmensgeschichte begann 1923, als der Firmengründer Wilhelm Geiger einen kleinen Holzhandel und einen Fuhrbetrieb eröffnete. 1935 wurde die erste Kiesgrube übernommen. Nach Jahren langsamen Aufstiegs entwickelte sich das Unternehmen nach dem 2. Weltkrieg mit großer Dynamik.Nach dem Firmengründer Wilhelm Geiger steuerten dessen Söhne Josef, Adolf und Pius Geiger mit großem Erfolg das Unternehmen. Heute ist neben Pius Geiger die Enkelgeneration in die Geschäftsführung hineingewachsen. Längst hat das Unternehmen die Allgäuer Grenzen überschritten: Kiesgruben, Recyclingwerke und Steinbrüche betreibt Geiger auch schon in Thüringen und Sachsen. Im schlüsselfertigen Bauen ist ganz Deutschland der Markt, die Umwelttechnik setzt Aufträge in Süddeutschland um. Die Geiger-Gruppe ist heute auch im Straßenbau in Rumänien tätig.
Außer den Hauptbereichen betreibt Geiger eine Spezialreparaturwerkstätte für Baugeräte und Sondermaschinen, stellt Fertiggaragen her und betreibt eine Spiegelfabrik, ein Unternehmen für umsponnene elastische und technische Fäden, eine Möbelschau und ist ganz neu in die Energieerzeugung eingestiegen.Der Umsatz bei Geiger lag 1997 bei 117 Mio. DM, die gesamte Gruppe erzielte 239 Mio. DM. 489 Mitarbeiter waren im Jahresdurchschnitt beschäftigt die Gruppe hat 1.183 Beschäftigte. Hervorzuheben ist das Engagement für die Ausbildung. In 14 Ausbildungsberufen werden junge Menschen ausgebildet, wobei 99 % nach erfolgreichem Abschluß im Unternehmen bleiben. Für die Aus- und Weiterbildung gibt man jährlich ungefähr 500.000, DM aus. Für die Zukunft setzt Geiger auf hohe Qualitätsleistung in allen Bereichen der Gruppe. In den traditionellen Tätigkeitsbereichen strebt man eine regionale Ausweitung an. Im Bereich Umwelttechnik und Kanalsanierung sieht man interessante Chancen für die Zukunft. "Jedes Unternehmen ist so gut wie seine Mitarbeiter. Deshalb ist das Herzstück der Zukunftsplanung mit ungewöhnlichen Investitionen die Ausbildung und die Fortbildung. Das Klima unter den Mitarbeitern muß stimmen, Leistung honoriert werden und den Mitarbeitern Perspektiven aufgezeigt werden. Dabei legen wir bei Geiger Wert darauf, ein Allgäuer Unternehmen zu bleiben.
Gerade bauen wir einen Verwaltungsneubau in Oberstdorf", so Pius Geiger anläßlich des Festaktes zum 75jährigen Jubiläum.Das der Mensch bei Geiger im Mittelpunkt steht, wurde bei dieser Jubiläumsveranstaltung besonders deutlich. Seine Wurzeln hat man im Familienunternehmen Geiger nicht vergessen. Als Stärken sieht man in dem Potential engagierter und gut ausgebildeter Mitarbeiter und in einer vorausschauenden Unternehmensführung. "Bilanz ziehen heißt, die Stärken erkennen und die Schwächen zu beseitigen", so Pius Geiger anläßlich seiner Ansprache. Auch beim Festvortrag, der unter der Überschrift "Führungshandeln statt Führungstechniken" von Prof. Dr. Peter Nieschmidt gehalten wurden, drehte sich alles um das wertvollste Kapital eines Unternehmens, nämlich die Mitarbeiter.

[Alle Mitarbeiter leisten ihre Unterschrift auf der Mischertrommel]


Die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft gratuliert der Geiger-Gruppe sehr herzlich zum 75jährigen Firmenjubiläum und verbindet damit die Hoffnung, daß mit dem Bekenntnis zum Menschen die Arbeitssicherheit auch weiterhin in die Unternehmensziele integriert wird, wie dies in der Vergangenheit bereits der Fall war und zuletzt durch den anläßlich des Förderpreises 1997 Arbeit Sicherheit Gesundheit verliehenen Sonderpreis auch nach außen einer breiten Öffentlichkeit deutlich wurde.





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