Arbeitssicherheit

Vision Zero Fonds startet in Myanmar

Eigenverantwortung fördern

Mit einer internationalen Konferenz in Rangun gab Yasmin Fahimi, Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), am 17. Juni 2016 den Startschuss für einen globalen Präventionsfonds, den „Vision Zero Fonds“. Der Fonds soll in ausländischen Produktionsstätten gezielt Projekte zum Aufbau von Arbeitsinspektionen, öffentlichen Strukturen für den Arbeitsschutz, Unfallversicherungen sowie nachhaltige Initiativen auf betrieblicher Ebene fördern.

Myanmar ist das erste Pilotland. Auf Initiative des BMAS wurde die Einrichtung des Vision Zero Fonds von den G7-Staats- und Regierungschefs unter der deutschen G7-Präsidentschaft 2015 in Elmau beschlossen. Umgesetzt werden die Projekte des Fonds mit Unterstützung der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Für die Startphase ist er mit acht Millionen US-Dollar ausgestattet, die von der deutschen Bundesregierung, der US-Regierung und der Europäischen Kommission bereitgestellt werden.

Staatssekretärin Yasmin Fahimi sagte im Vorfeld der Reise: „Voraussetzung für die Unterstützung durch den Vision Zero Fonds ist, dass alle Akteure in einem Land gemeinsam Verantwortung übernehmen und sich ausdrücklich dazu bekennen, Fortschritte beim Arbeitsschutz zu erreichen. Sie alle müssen sich auf die konkreten Projekte des Fonds einigen, Eigenverantwortung und Engagement sind die Schlüsselelemente. Wir freuen uns, dass Myanmar als erstes Pilotland vom Vision Zero Fonds profitieren wird und den Schutz seiner Arbeiterinnen und Arbeiter verbessern kann. Es ist auch ein Signal an Produktionsländer wie Myanmar, dass wir als Exportnation Verantwortung übernehmen in den Lieferketten insgesamt.“

An der Konferenz nehmen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Regierung Myanmars, von Regierungen der Industriestaaten, Internationalen Organisationen, Zivilgesellschaft, Gewerkschaften sowie Vertreterinnen und Vertreter internationaler und nationaler Unternehmen teil. Sie wird vom BMAS gemeinsam mit dem Ministerium für Arbeit, Immigration und Bevölkerung in Myanmar, der Europäischen Kommission, dem Arbeitsministerium der Vereinigten Staaten (U.S. Department of Labor), der ILO und dem Asien-Büro der Friedrich Ebert-Stiftung veranstaltet.

Yasmin Fahimi
Yasmin Fahimi betonte die gemeinsame Verantwortung aller Akteure. // Foto: Bundesregierung/Denzel

Hintergrund

Der Vision Zero Fonds soll weltweit für mehr Arbeitsschutz entlang der globalen Lieferketten sorgen und die Öffentlichkeit sensibilisieren. Spätestens der Einsturz der Rana Plaza-Textilfabrik im April 2013 hat gezeigt, unter welchen Bedingungen die Arbeiterinnen und Arbeiter in der Textilindustrie, aber auch in anderen Produktionszweigen in Herstellerländern oft arbeiten: Einsturzgefährdete Gebäude, giftige Chemikalien, niedrige Arbeitslöhne, geringe soziale Absicherung. Die ILO schätzt, dass jährlich 2,3 Millionen Arbeiterinnen und Arbeiter durch arbeitsbedingte Krankheiten oder Unfälle ihr Leben verlieren. Weitere 160 Millionen leiden unter arbeitsbedingten Krankheiten, 313 Millionen unter schweren Verletzungen. Neben dem menschenrechtlichen Aspekt hat dies auch deutliche ökonomische Auswirkungen: Jährlich gehen damit vier Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts verloren.

 
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