Arbeitssicherheit

Die richtige Auswahl von UV-Hautschutzmitteln

„Die Sonnenterrassen sind besonders gefährdet“

Andreas Todtenhöfer ist Marketingleiter beim Euskirchener Hautschutzhersteller Peter Greven Physioderm. Im Interview mit Steine+Erden spricht der Experte über die DGUV-Studie und erklärt, wie sich Outdoor-Worker am besten vor UV-Strahlung schützen, warum es gefährlich ist, mit freiem Oberkörper zu arbeiten und worauf man bei der Auswahl von Hautschutzmitteln achten sollte.

Herr Todtenhöfer, hat Sie überrascht, dass „unsere” Berufsgruppen der höchsten UV-Belastung ausgesetzt sind?

Zunächst einmal bin ich sehr froh, dass es nun erstmals konkrete Belastungsdaten gibt. Das hilft dabei, die Prävention gezielt zu verstärken. Natürlich hat mich beispielsweise überrascht, dass „Steinbrecher“ einer so viel höheren UV-Strahlung ausgesetzt sind als etwa Dachdecker. Warum das so ist, werden weitere Untersuchungen vielleicht aufklären.

Wie können sich Beschäftigte denn wirksam schützen?

Zunächst sollte der Arbeitgeber versuchen, die Arbeitsabläufe so zu legen, dass die Mitarbeiter zu Zeiten mit starker Sonneneinstrahlung nicht im Freien tätig sind. Die intensivste Strahlung haben wir zwischen 11 und 15 Uhr. Diese sogenannten organisatorischen Maßnahmen lassen sich leider im Arbeitsalltag nicht immer umsetzen. Dann müssen Alternativen ausgearbeitet werden.

Mann mit Helm im Sonnenschein
Rund drei Millionen Deutsche arbeiten im Freien und sind der Sonnenstrahlung ausgesetzt. Besonders sensible Stellen sind die Nase, Ohren und Unterlippe, aber auch Nacken und Hände. // Foto: auremar - Fotolia.com

Und wie können die aussehen?

Mit freiem Oberkörper zu arbeiten, ist in jedem Fall grob fahrlässig und sollte unbedingt vermieden werden. Das erhöht kurzfristig das Risiko eines Sonnenbrandes und kann langfristig zu weißem Hautkrebs führen. Denn die Haut vergisst nicht. Und irgendwann ist das Pensum an UV-Strahlung, das sie verträgt, aufgebraucht. Deswegen sollten UV-Schutzkleidung, Sonnenbrillen und eine angemessene Kopfbedeckung zur Standardausrüstung für Beschäftigte gehören, die viel draußen arbeiten. Aber selbst diese Schutzmittel können nicht alle gefährdeten Stellen lückenlos abdecken.

Welche Körperstellen sind besonders gefährdet?

Vor allem die sogenannten Sonnenterrassen, also die Nase, Ohren, Unterlippe, Nacken und Hände. Diese besonders empfindlichen Bereiche müssen in jedem Fall mit Sonnenschutzmitteln geschützt werden.

Worauf muss man bei der Auswahl der Sonnenschutzmittel achten?

Sonnenschutzmittel sollten mindestens Lichtschutzfaktor 30 aufweisen und wasserfest sein, damit sie nach dem Schwitzen nicht immer wieder neu aufgetragen werden müssen. Bei intensiver Sonnenstrahlung empfiehlt sich sogar Lichtschutzfaktor 50. Wer weder Zeit noch Lust hat, sich vom Kollegen den Rücken eincremen zu lassen, sollte Sonnenschutzsprays verwenden. Durch die Sprühfunktion lassen sich selbst schwierige Stellen, wie der Nacken, problemlos erreichen. Außerdem zieht ein Spray unmittelbar ein und erlaubt es, nach der Anwendung sofort weiterzuarbeiten.

Wer ist eigentlich für einen adäquaten UV-Schutz zuständig?

Früher galt das als Privatsache der Beschäftigten. Mit der Aufnahme des Weißen Hautkrebses und seiner Vorstufen in die Liste der Berufskrankheiten 2015 wurde der angemessene Schutz vor natürlicher UV-Strahlung aber zum Bestandteil der Persönlichen Schutzausrüstung. Die muss der Arbeitgeber jedem gefährdeten Mitarbeiter zur Verfügung stellen.

Verschiedene Sonnenschutzmittel in Flaschen
Mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30 bietet PGP für verschiedene Berufsgruppen passende Lösungen.
 
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