Arbeitssicherheit

Verkehrsunfälle in Europa: 100 Milliarden Euro soziale Kosten jährlich

In den vergangenen Jahrzehnten wurden in der EU große Fortschritte bei der Verringerung der Todesfälle im Straßenverkehr erzielt. So ging die Zahl der Verkehrsunfälle mit Todesfolge zwischen 2001 und 2010 trotz größeren Verkehrsaufkommens um 43 Prozent und seit 2010 um weitere 17 Prozent zurück. Dieser Fortschritt hat sich in letzter Zeit jedoch deutlich verlangsamt: So ging die Verbesserung bei der Zahl der Verkehrstoten zwischen 2013 und 2014 auf fast Null zurück und dieser Trend hat sich 2015 fortgesetzt.

Rund 26.000 Menschen kamen im Jahr 2015 bei Verkehrsunfällen auf europäischen Straßen ums Leben. Zu diesem Ergebnis kommt ein Bericht der Europäischen Kommission, der auch eine konkrete Summe zur Bezifferung der Unfallfolgekosten nennt. So belaufen sich die Kosten für Rehabilitation, Gesundheitsversorgung und das Regulieren von Sachschäden auf jährlich rund 100 Milliarden Euro. Neu ist eine einheitliche Definition für Schwerverletzte, die erstmals einen direkten Vergleich der EU-Länder ermöglicht. Demnach wurden 2015 europaweit rund 135.000 Menschen schwer verletzt. Besonders häufig traf es Personen, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Motorrad unterwegs waren. Mehr als jede fünfte bei Verkehrsunfällen getötete Person war eine Fußgängerin oder ein Fußgänger. Insgesamt verläuft der Rückgang bei Getöteten in dieser Gruppe mit elf Prozent zwischen 2010 und 2014 wesentlich langsamer als der allgemeine Rückgang von 18 Prozent über alle Verkehrsteilnahmearten hinweg. 38 Prozent aller tödlichen Unfälle ereigneten sich innerhalb von Ortschaften, mehr als die Hälfte jedoch entfiel auf Landstraßen.

Deutschland im Mittelfeld

Die Sterblichkeitsrate im Straßenverkehr beträgt im europäischen Durchschnitt 51,5 Verkehrstote je einer Million Einwohnerinnen und Einwohner. Besonders niedrig war diese Quote in Schweden (27), den Niederlanden (28), Großbritannien (29), Dänemark (30) und Malta (26). Deutschland liegt mit 42 Getöteten je einer Million Einwohnerinnen und Einwohner im Mittelfeld. Schlusslichter waren Rumänien und Bulgarien mit einer Quote von jeweils 95.

 
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