Technik

Stapler & Co. auf der CeMAT 2016

Sicher setzt sich durch

Auch wenn automatisierte Intralogistik immer mehr zum bestimmenden Thema der CeMAT in Hannover wird: Flurförderfahrzeuge und Komponenten dafür gehören zum Inventar dieser Messe. So auch bei der 2016er Ausgabe, wo wir den wichtigsten Technik-Trends nachspürten.

Stapler mit Aufschrift CeMAT
// Alle Fotos dieses Beitrags: BG RCI/Markus Hofmann

Das Publikum liebt dicke Brummer. Auf der Bauma ist das so, und auch die CeMAT nimmt sich da nicht aus. Bei weitem nicht mehr nur Fachleute strömten im Juni dieses Jahres in die Pavillons der Gabelstapler-Hersteller: Ganze Familien bestaunten die Vorführungen, die bei den Großen der Branche mit Lightshow und Bombast-Sound spektakulär zelebriert wurden.

Vielbeachtet: Elektro- und Hybridantriebe

Die wahren Innovationen spielen sich indes eher im Verborgenen ab, sprich: im Innern der Fahrzeuge. Das Top-Thema schlechthin war der Antrieb: Elektrisch ist Trumpf, weil emissionsfrei und maximal effizient. Neue Batterie-Technologien erhöhen die Reichweite und Kraft einiger Top-Modelle etwa von Jungheinrich, Hyster und Still, sodass sie nunmehr eine ganze, noch so intensive Arbeitsschicht mit nur einer Akkuladung souverän über die Bühne bekommen. Elektrische lassen heute Muskeln spielen, die früher nur ihre Verbrenner-Kollegen bieten konnten.

Teilansicht eines Staplers mit Aufschrift Hybrid
Hybrid- und reine Elektroantriebe waren die Top-Themen bei den Flurförderfahrzeugen.
Draufsicht auf einem Display
Rundumsicht zum Nachrüsten: Aus den Bildern von mehreren, am Stapler montierten Kameras entsteht eine Draufsicht, mit der der Fahrer seine Umgebung im Blick hat.

Wo es flexibler sein muss – etwa wenn ein Stapler zwischen weitläufigem Außengelände und Lagerhalle hin- und herpendelt –, bieten sich Hybridantriebe an. Auch diese waren ein populäres Thema auf der CeMAT. Sie profitieren ebenso von der gesteigerten Ausdauer der neuen E-Aggregate und Batterien. Und die neuen Verbrennungsmotoren haben sich längst vom Image des „Stinkers“ verabschiedet: Es lassen sich nur noch Fahrzeuge verkaufen, die die neuesten EU-Abgasnormen (über-)erfüllen und mit geringem Verbrauch punkten.

Ralf C. Sichelschmidt vor einem Stapler
Arbeitet funkenfrei: Ralf C. Sichelschmidts explosionsgeschützter Stapler M700-4 EEx.
Gitterboxen
Mit speziell für Gabeln präparierten Gitterboxen von Bauer Südlohn wird der Stapler zur Hubarbeitsbühne.

Sicherheitssysteme an Bord

Auch in den Fahrerkabinen tut sich viel, insbesondere in puncto Sicherheit. Viele Gabelstapler sind inzwischen werksseitig mit allerlei Assistenzsystemen ausgestattet, allen voran solche, die das Blickfeld der Fahrer erweitern, tote Winkel ausleuchten und dadurch das Unfallrisiko enorm reduzieren. Die Rede ist von Infrarot-, Radar- und Kamerasystemen, die die unmittelbare Umgebung des Staplers scannen – und vor allem beim Rück- oder Seitwärtsfahren sofort anzeigen, wenn sich ein Kollege oder ein Hindernis im Gefahrenbereich befindet. Auf der CeMAT zeigten einige Hersteller nachrüstbare Systeme, mit denen auch ältere Fahrzeuge auf maximale Sicherheit getrimmt werden können. Andere Komponenten, die uns bei der Messe auffielen, sind viel einfacherer Natur, aber nicht minder effizient: LED-Beleuchtungen und signalfarbige Stoßschützer für Gabelzinken etwa beugen Kollisionen vor. Aber auch der Fahrer selbst ist ins Blickfeld der Entwickler gerückt: Ergonomische Sitze, verrenkungslos erreichbare Bedienelemente und übersichtliches Kabinendesign machen den Arbeitsplatz im Stapler gesünder.

Auf der CeMAT eher ein Nischenthema, aber für die Branchen Baustoffe, Steine, Erden und Bergbau überaus wichtig ist der Explosionsschutz. Überall dort, wo massenhaft Staub entsteht oder Gase entweichen, kann ein winziges Fünkchen reichen, um ein Inferno auszulösen. So präsentierten z.B. die Hersteller Jungheinrich und Sichelschmidt spezielle Gabelstapler, die vom Scheitel bis zur Sohle antistatisch ausgerüstet sind und auch sonst jeden Funkenflug verhindern.

Für uns war der Messebesuch insgesamt also erfreulich: Der Aspekt Sicherheit wird immer mehr zum Verkaufsargument. Weil davon letztlich auch die Mitarbeiter-Gesundheit profitiert, kann uns das nur Recht sein.

Markus Hofmann
Redaktion STEINE+ERDEN

Bedienelemente eines Staplers und ein großes Display
Grammer baut neben rückenschonenden Sitzen auch multifunktionale Armlehnen für die Fahrzeugsteuerung.
rot-weißer Aufsteckschutz und die Zinkenbeleuchtung
Zwei gute Ideen an einer Gabel: Der rot-weiße Aufsteckschutz und die Zinkenbeleuchtung der Firma Vetter beugen Kollisionen mit dem Stapler vor
 
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