Industrienachrichten

Rückerstattung von Stromkosten in den Steine-Erden-Branchen

Chancen nutzen und viel Geld sparen

Die steigenden Energiekosten schmälern immer stärker die Unternehmensgewinne. Obwohl der reine Energiepreis seit Jahren fällt, führen zahlreiche Abgaben und Umlagen zu einem starken Anstieg der Gesamtkosten. Die komplizierte Zusammensetzung des Strompreises macht es vielen Unternehmen schwierig, alle Möglichkeiten der Kosteneinsparpotenziale für sich zu nutzen.

Vielfach vernachlässigte Kostentreiber sind die Netznutzungsentgelte, die ca. 25 Prozent der gesamten Stromkosten betragen. Grundsätzlich werden die Netznutzungsentgelte auf Basis einheitlicher Preisregelungen von den regionalen Verteilnetzbetreibern erhoben, die der Regulierung der Bundesnetzagentur unterliegen. Das vom Letztverbraucher zu zahlende Netzentgelt bestimmt sich nach der Jahresarbeit, der Jahresleistungsspitze sowie der Spannungsebene, in der der Letztverbraucher den Strom abnimmt. Im § 19 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) hat der Gesetzgeber drei Ausnahmeregelungen für Sonderformen der Netznutzung geschaffen, die es Unternehmen ermöglichen, von reduzierten Netznutzungsentgelten zu profitieren. Es wird zwischen atypischer Netznutzung, stromintensiver Netznutzung und singulär genutzten Betriebsmitteln unterschieden.

Infografik mit der Aussage: 25 Prozent der Energiekosten entfallen auf Netzentgelte.
25 Prozent der Energiekosten entfallen auf Netzentgelte.

Geringe Lastspitzen als Berechnungsbasis

Unternehmen aus der Branche Steine und Erden können insbesondere von der atypischen Netznutzung profitieren. Dabei wird ihnen nicht mehr ihre Jahreshöchstleistung in Rechnung gestellt, sondern nur noch die relative Leistungsspitze in dem sogenannten Hochlastzeitfenster (die Zeiten der stärksten Netz-

auslastung), das von den Netzbetreibern in Abhängigkeit der Tages- und Jahreszeit veröffentlicht wird. In einigen Netzgebieten liegt das Hochlastzeitfenster ausschließlich in den späten Nachmittagsstunden und in den Wintermonaten. Da Unternehmen der Baustoffbranche zu diesen Zeiten oftmals nicht unter voller Auslastung produzieren, ist ihr Stromverbrauch und somit ihre Leistungsspitze geringer, sodass erhebliche Kosteneinsparungen realisiert werden können. Das Münchener Unternehmen Energie Weitblick unterstützt seit Beginn der Gesetzesänderung im Jahr 2012 Unternehmen bei der Realisierung von individuellen Netzentgelten und sieht in dem Bereich noch erhebliche Einsparpotenziale: „Die Höhe der Kosteneinsparung wird von vielen Unternehmen unterschätzt. Durchschnittlich beträgt die jährliche Einsparung bei unseren Kunden der Branche Steine und Erden ca. 12.000 Euro“, sagt der Geschäftsführer des Unternehmens, Dennis Dillmann.

Bis zum 30. September beantragen

Die Hochlastzeitfenster variieren sehr stark zwischen den deutschlandweit 890 Netzbetreibern. Auf der Website von Energie Weitblick können Unternehmen die Voraussetzungen einer Anspruchsberechtigung auf individuelle Netzentgelte selbst prüfen. Unternehmen, die die Anforderungskriterien dafür erfüllen, müssen bis zum 30. September 2016 einen Antrag auf ein individuelles Netzentgelt bei der Bundesnetzagentur stellen.

Strommasten
Das individuelle Netzentgelt muss bis zum 30. September beantragt werden.
 
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