Technik

Ressourcen schonendes Abbauverfahren bei Meichle & Mohr

Reißen statt Sprengen

Seit 2004 ist das Geisinger Kalkstein Schotterwerk (GKS) Teil der Unternehmensgruppe Meichle & Mohr. Hier erfolgt die Gewinnung von Kalksteinschotter mit einer jährlichen Abbauleistung von bis zu 250.000 Tonnen. Das Abbaugebiet liegt am Südostrand des Schwarzwaldes auf dem Hochplateau der Baar.

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Stand E13


Tonreiche Schichten des mittleren (Braunen) Jura werden hier von steil emporragenden Schichtstufen des oberen (Weißen) Jura überlagert. Die Schichtung des Weißen Jura beginnt mit Kalk-Mergel-Wechselfolgen, gefolgt von homogen geschichteten, teils stark klüftigen und verkarsteten Kalken. Die Kuppen der Hochflächen sind geprägt von Kalkmergel-Lagerungen der Lacunosamergel-Formation. Der durch das Unternehmen gewonnene Kalkstein des Weißen Jura findet hauptsächlich Verwendung als Kalksteinschotter für den Tief- und Straßenbau in der Region. Zu Beginn des Jahres wurde der Abbau im Sprengverfahren durch den Einsatz eines modernen Hitachi-Hydraulikbaggers ZX870-5 mit innovativen Anbauwerkzeugen abgelöst. Der ZX870-5 gilt als eine der bes­ten Maschinen der 90-Tonnen-Klasse. Mit moderner Motorentechnologie der Abgasstufe Tier 4 Interim, dem leis­tungsfähigen Hydrauliksystem HIOS III und einem hohen Maß an Fahrkomfort und Sicherheit arbeitet die Baumaschine produktiv bei geringem Kraftstoffverbrauch. Unter Einsatz des hydraulischen Schnellwechselsystems OilQuick OQ120 erfolgt der Werkzeugwechsel zwischen dem Felstieflöffel und dem Reißzahn des nbaugerätespezialisten LOC-matic innerhalb weniger Minuten. Der Betrieb hat zwar noch keine Langzeiterfahrungen mit der Maschine gemacht, doch für Peter Superson, Technischer Betriebsleiter bei Meichle & Mohr, ist der Fortschritt und Erfolg durch die Umstellung des Sprengabbaus auf eine reißende Gewinnung bereits jetzt offensichtlich.

Weniger Siebschutt

Konkret konnte der Siebschutt durch Unterkorn mit Hilfe der reißenden Gewinnung von 30 auf 13 Prozent reduziert und somit eine wirtschaftlichere und effizientere Ausbeutung der Lagerstätte erreicht werden. Aufwendige Arbeitsschritte zur Sprengvorbereitung und zusätzliche Ladevorgänge mittels Hochlöffelbagger wurden dadurch eingespart. Durch einen selektiven und bedarfsorientierten Abbau „just in time“ wird das gelöste Haufwerk keinen ungünstigen Witterungsverhältnissen mehr ausgesetzt, was zu einer höheren Qualität des Endproduktes führt.

Die Reduzierung der zeit- und energieaufwendigen Arbeitsschritte Aufbereiten, Laden, Transportieren und Lagern des Siebschutts und der geringe Kraftstoffverbrauch des Hitachi-Großbaggers ZX870-5 stellen das wirtschaftliche Einsparpotenzial der neu praktizierten Abbaumethode unter Beweis.

Bagger und Muldenkipper
Starke Leistung bei geringem Verbrauch: der Hitachi ZX870-5.
 
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