Industrienachrichten

60 Jahre Zeppelin und Caterpillar

Glamouröser Hochzeitstag

Alle Zeichen standen auf Wiederaufbau, als 1954 die Kooperation von Zeppelin und Caterpillar begann. Ihr Ziel war es, Vertrieb und Service der so dringend gebrauchten Cat-Baumaschinen und -Motoren in Westdeutschland und Berlin zu organisieren. Ihre 60-jährige Erfolgsgeschichte zelebrierten die Unternehmen Ende Mai 2014 mit einem großen Festakt im Essener Colosseum-Theater – als „Diamantene Hochzeit“, die symbolisch für die deutsch-amerikanische Freundschaft stehen sollte. Auch STEINE+ERDEN war unter den Gästen.

Das Publikum lauschte in der ehemaligen Krupp-Industriehalle nicht nur den Lobes- und Dankesreden der Unternehmens-Honoratioren, darunter Nigel Lewis und Paolo Fellin, Vizepräsidenten von Caterpillar und Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zeppelin-Konzerns.

Auch Medien-Prominenz gab sich die Ehre, wie z.B. Dieter Kronzucker, Gründer des heute-journals, langjähriger Auslandskorrespondent und Kenner der transatlantischen Beziehungen.

„ Deutschland – USA, Brücke oder Graben?" – dieser Frage widmete er sich in seinem Festvortrag. Dabei zog er immer wieder den Vergleich zur Kooperation der Gastgeber: „Ich glaube, dass Zeppelin und Caterpillar es ausgezeichnet geschafft haben, eine Brücke zu schlagen, was ich gar nicht für normal halte, sondern eher für eine Ausnahme.“ Kronzucker erklärte die Herkunft der in Amerika geflügelten Redewendung „How does it play in Peoria? Wie läuft es in Peoria?“

Die Stadt – Firmensitz von Caterpillar – gilt als Gradmesser für die Durchschnittsstimmung der amerikanischen Bevölkerung. Kronzucker hatte sie zur Zeit von Präsident Ronald Reagan besucht, als ein Anti-Amerikanismus insbesondere in Deutschland die transatlantischen Beziehungen belastete. Mit seinem Bericht über die Städtepartnerschaft zwischen Peoria und Friedrichshafen, dem Firmensitz von Zeppelin, wollte er „zeigen, dass auch zu dieser Zeit eine enge, vertrauensvolle Bindung möglich war."

„Guten Abend, äh, guten Morgen!“

Entertainerin Barbara Schöneberger, der Stargast der Veranstaltung, sorgte für den musikalischen Höhepunkt. Zu einer etwas ungewohnten Tageszeit – die Gala begann  schon am Vormittag – gab sie aus ihrem aktuellen Album „Bekannt aus Funk und Fernsehen“ Auszüge zum Bes­ten, natürlich inklusive kesser Anmoderation. „Gibt's das auch in groß, gibt‘s das auch in XXL?“ war einer ihrer Titel und eine Anspielung auf die zwei „Statisten“ am Bühnenrand, Cat Mikrobagger 300.9D mit 900 kg Einsatzgewicht.

Untermalt mal von swingender, mal von donnernder Live-Musik wurden die sechs Dekaden der Zusammenarbeit von Zeppelin und Caterpillar auf einer großen Leinwand lebendig. Historische Filmaufnahmen und Bilder boten einen Rückblick auf die Anfänge der ersten Jahre und ließen Revue passieren, wie sich Caterpillar vom lokalen Landmaschinenhersteller zum weltgrößten Baumaschinen- und Motorenkonzern und Zeppelin vom Luftschiffbauer zur heutigen Firmengruppe entwickelte.

Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung des Zeppelin-Konzerns, ergänzte konkrete Zahlen: 1954 erwirtschaftete Zeppelin-Cat mit sieben Mitarbeitern einen Umsatz von 300 000 DM. Heute beschäftigt der Zeppelin-Konzern rund 7.700 Mitarbeiter in 30 Ländern und erwirtschaftete im letzten Jahr einen Umsatz von gut 2,4 Milliarden Euro. „Unter der Federführung von Peter Gerstmann und Michael Heidemann wurde Zeppelin einer unserer größten und erfolgreichsten Händler weltweit", bedankte sich Doug Oberhelman, der CEO und Vorstandsvorsitzende von Caterpillar, in Form einer Videobotschaft beim Zeppelin-Management.

Theater der ehemaligen denkmalgeschützten Krupp-Industriehalle und Muldenkipper
Im umgebauten Theater der ehemaligen denkmalgeschützten Krupp-Industriehalle wurde die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Zeppelin und Caterpillar zelebriert, die 2014 ihren 60. „Hochzeitstag begehen.

Faires Geben und Nehmen

Cat baut also, Zeppelin vertreibt – oder gibt es da doch noch mehr Anknüpfungspunkte? „Wir sind das Bindeglied zwischen Kunde und Hersteller“, erläuterte Peter Gerstmann von Zeppelin in seiner Ansprache.

„Bei der Neu- und Weiterentwicklung von Cat-Maschinen und Motoren arbeiten unsere Mitarbeiter mit Kunden und den Ingenieuren von Caterpillar Hand in Hand zusammen. Wir liefern Impulse bei Innovationen in Technik und Design und geben Anregungen für Fortschritt und Verbesserungen, um die Kundenanforderungen immer besser erfüllen zu können. Hinzu kommt unsere eigene Innovationskraft, wenn es um die Weiterentwicklung von Service und Dienstleistungen geht, mit denen wir uns als Lösungsanbieter positionieren wollen.“

Und auch Michael Heidemann, Stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung bei Zeppelin sowie Chef der Zeppelin Baumaschinen GmbH, verglich die Geschäftsbeziehung zu Caterpillar mit einer engen Partnerschaft. „Da muss man sich stets aufeinander verlassen können und auch eine gewisse Abhängigkeit eingehen. So wie der Erfolg Zeppelins vom weltweit größten Baumaschinen- und Motorenhersteller abhängt, so muss auch Caterpillar auf seinen Partner Zeppelin bauen können. Das ist mutig, aber auch das große Erfolgsgeheimnis“, sagte Heidemann. Und daran soll sich auch in den nächsten 60 Jahren nichts ändern – so die Botschaft aus Essen.

Markus Hofmann,
Redaktion STEINE+ERDEN

(von links) Paolo Fellin, Peter Gerstmann, Michael Heidemann und Nigel Lewis. In ihrer Mitte Entertainerin Barbara Schöneberger
Vertrauen und Respekt als Fundament eines 60-jährigen Erfolgs: (von links) Paolo Fellin, Peter Gerstmann, Michael Heidemann und Nigel Lewis. In ihrer Mitte Entertainerin Barbara Schöneberger. // Zeppelin (2)
 
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