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35. Informationstagung Sprengtechnik in Siegen

Wie der Zufall es will, fiel der Beginn der diesjährigen Tagung des Deutschen Sprengverbands in Siegen mit dem Inkrafttreten der ersten Stufe der EU-Kennzeichnungsrichtlinie 2008/43 für Explosivstoffe zusammen. Wie in den vergangenen Jahren kamen auch 2013 nahezu 280 Besucher, darunter Fachkollegen aus Österreich, Polen, der Schweiz, der Slowakischen Republik, aus Slowenien, Spanien und der Tschechischen Republik, zur Tagung. In Workshops wurden zwei spezielle Themen angeboten. Zum einen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich mit der computerunterstützten Planung von Bohr- und Sprengbildern im Tunnelbau und Bergbau vertraut zu machen, zum anderen, sich über den Einsatz moderner Technik zur Vermessung von Steinbruchwänden zu informieren. Im Folgenden ein Ausschnitt aus den weiteren Themen.

Das Programm wurde mit einem Vortrag von Prof. Dr.-Ing. habil. Eberhard Gock, Technische Universität Clausthal und Jacek Knop, WANO Schwarzpulver GmbH, über „Hochenergetisches Schwarzpulver − eine neue Produktgeneration der WANO Schwarzpulver GmbH“ eröffnet. Die Referenten stellten in ihrem Beitrag „Möglichkeiten für die Steigerung der energetischen Leistungsfähigkeit von Schwarzpulver mittels physikalischer Einflussfaktoren“ vor.

Otto Ringgenberg, SOCIETE SUISSE DES EXPLOSIFS SA (Schweiz), berichtete in seinem Vortrag auf anschauliche Art über die sprengtechnischen Arbeiten, die im Zusammenhang mit der Erhöhung der Leistungsfähigkeit im Pumpspeicherkraftwerk „Hongrin“ in der Schweiz ausgeführt wurden. Im Ergebnis konnte so die nutzbare Energieleistung dieses bereits bestehenden Pumpspeicherkraftwerkes erheblich gesteigert werden; dies ist nicht zuletzt unter dem Blickwinkel der größer werdenden Nachfrage nach Energiespeichermöglichkeiten für die verstärkte Nutzung von erneuerbaren Energieformen von Bedeutung.

Einen Umstand, den es in jedem Fall bei der Durchführung von Sprengarbeiten zu verhindern gilt, ist die Entstehung von Steinflug. Joachim Goldhahn, Maxam Deutschland GmbH, zeigte in seinem Vortrag „Steinflugvermeidung bei Gewinnungssprengungen“ Wege auf, Gefahren zu erkennen und Nebenwirkungen sicher abzuschätzen. Über Bohr- und Sprengarbeiten im untertägigen estnischen Ölschieferbergbau berichteten Urmas Raego, ORICA Eesti und Dr. Frank Hammelmann, ORICA Mining Services, in ihrem Vortrag. Der Gewinnung von Ölschiefer im untertägigen, aber auch übertägigen Bereich kommt in Estland eine besondere Rolle bei der Energieerzeugung zu.

Elektronische Zündsysteme gewinnen immer mehr an Bedeutung. Die mit diesen Systemen verbundenen Vorteile der Gestaltung und Beeinflussung von Zündanlagen und zu realisierenden Sprengprojekte beflügeln die ständige Weiterentwicklung dieser Systeme. Über den aktuellen Stand der Systeme eDev und i-kon informierten Dr. Frank Hammelmann und Philip Buttgereit von der Firma ORICA Mining Services.

Im Bereich Bauwerkssprengung standen in diesem Jahr die Vorträge von Dr.-Ing. Rainer Melzer, Planungsbüro für Bauwerksabbruch, und Eduard Reisch, Reisch Sprengtechnik GmbH, im Mittelpunkt, die über den Sprengabbruch der Autobahnbrücke Murnau berichteten. Die ursprünglich für den maschinellen Abbruch vorgesehene Brücke musste aufgrund von massiven Problemen, die im Rahmen des maschinellen Abbruchs entstanden, sprengtechnisch abgebrochen werden.

Die Salzlagerstätten des K+S Tochterunternehmens Sociedad Punta de Lobos im Salar Grande, Nord-Chile, gehören zu den größten Südamerikas. Der Abbau der Steinsalzvorkommen erfolgt im Tagebau mittels Sprengtechnik. Die Optimierung der hier zum Einsatz kommenden Verfahren standen im Mittelpunkt des informativen Vortrages von Dr. Rüdiger Triebel, K+S Aktiengesellschaft.

Eine nicht erwünschte Nebenwirkung bei der Durchführung von Sprengarbeiten stellen Erschütterungen dar, die zu Schäden an Bauwerken und Einrichtungen führen können. Umso wichtiger ist es, mittels Erschütterungsprognosen Anhaltswerte zu ermitteln. Dr. Bernd Müller, Uwe Pippig, Benjamin Litschko, Geotechnisches Sachverständigenbüro Dr. B. Müller, stellten neue Methoden dar.

Der Beginn der diesjährigen Tagung Siegen 2013 fiel auf den Tag des Inkrafttretens des ersten Teils der Kennzeichnungsrichtlinie für Explosivstoffe.Diese Kennzeichnung ist auch in maschinenlesbarer Form anzubringen. Die zum Erfassen dieser Kennzeichnung erforderlichen Geräte standen im Mittelpunkt des Vortrages von Dr. Dietrich Eckhardt, Dr. Holger Krebs und Dr. Alexander von Oertzen, BAM Berlin, die über die Gefährdungsbeurteilung von elektrischen Geräten in Explosivstoffbereichen am Beispiel dieser Geräte berichteten. An dieses Thema knüpfte auch Jürgen Schroer; Bezirksregierung Arnsberg, Arbeitsschutzverwaltung, mit der Führung eines Elektronischen Lagerbuchs an.

Dr. Frank Hammelmaann, Orica Germany GmbH.
Dr. Frank Hammelmaann, Orica Germany GmbH.
 
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Die nächste Sprengtagung findet am 25. und 26. April 2014 statt.

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