Unternehmensführung

Instrumente der Offensive Mittelstand für den Arbeitgeber-Service der Arbeitsagentur

Der Arbeitgeber-Service der Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet ein umfassendes Dienstleistungsangebot an, das speziell auf die Bedürfnisse von Unternehmen ausgerichtet ist – schnell, kompetent und zuverlässig. Er vermittelt passende Fachkräfte, gibt finanzielle Unterstützung und berät zu allen Fragen rund um Qualifizierung von Beschäftigten. Und das kostenfrei an über 600 Standorten in Deutschland. Nun wird er um eine Qualifizierungsberatung unter Nutzung der Instrumente der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) wie Unternehmenscheck und Beraterdatenbank erweitert.

Neben der klassischen Arbeits- und Ausbildungsvermittlung wird in diesem Umfeld die Arbeitsmarktberatung immer wichtiger. Stichworte: Strukturwandel, Fachkräftemangel und demografischer Wandel: Die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitskräften in ausreichender Zahl und Eignung ist heute und zukünftig ein Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft. Verstärkt hat die Arbeitsagentur dabei die Erschließung bislang unzureichend genutzter Entwicklungspotenziale einzelner Beschäftigtengruppen wie Frauen, Migranten, Geringqualifizierte und Ältere im Blick.

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Fachkräfte rekrutieren

Strategien für eine systematische Personalentwicklung einschließlich einer vorausschauenden Weiterbildungsplanung sind nötig, um Fachkräfte zu rekrutieren und leistungsfähiges Personal langfristig zu binden. Kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) fehlen in der Regel aber die Ressourcen und das Expertenwissen hierfür. Sie benötigen Beratungs- und Unterstützungsangebote, um ihre Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft zu erhalten.

Die klassischen Instrumente der Arbeitsmarktberatung nach § 34 SGBIII sind unter anderem die Analyse der Lage und Entwicklung des nationalen und regionalen  Arbeitsmarktes und der Berufe, die Unterstützung bei der Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung (beispielsweise Ältere, Vereinbarkeit von Familie und Beruf) sowie finanzielle Hilfen.

Dazu kommt Unterstützung bei der Beschäftigung ausländischer Arbeitnehmer (Incoming/Willkommenskultur) sowie die Inklusion von Menschen mit Handicap oder Rehabilitanden.

Qualifizierungsberatung

Ergänzend erprobte die Arbeitsagentur im Rahmen ihres gesetzlichen Auftrags von 2009 bis 2011 unterschiedliche Ansätze zur Professionalisierung der Qualifizierungsberatung für KMU. Die Beratungsarbeit sollte stärker auf die Förderung der Weiterbildungsaktivitäten ausgerichtet werden, um einen zusätzlichen Beitrag zur Beschäftigungssicherung sowie zur Sicherung des Fachkräftepotenzials zu leisten und Arbeitslosigkeit stärker vorzubeugen, wie René Siegert, Leiter Produkt- und Programmentwicklung des Arbeitgeber-Service der BA, in einem Thesenpapier formulierte.

Hier kam die „Initiative neue Qualität der Arbeit“, INQA, mit ins Spiel. Mit ihrer Neuausrichtung im Frühjahr 2012 und der Verstärkung des Fokus auf die „Steigerung der Qualität der Arbeit als Schlüssel für Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft vor dem Hintergrund des Strukturwandels in der Wirtschafts- und Arbeitswelt“ stellte sich die Frage, wie der Verbreitungs- und Nutzungsgrad der Sensibilisierungs- und Unterstützungsangebote, der Lösungskonzepte und best-practice-Beispiele der Initiative besonders in KMU gesteigert werden kann. So kam die Bundesagentur für Arbeit mit ihren flächendeckenden Unternehmenskontakten im Mai 2012 mit ins Boot.

Mit ihren regionalen Netzwerken und Beratungspartnern bietet die INQA den regionalen Arbeitgeberservices zur Ergänzung der eigenen Angebote Fachkompetenz und Umsetzungserfahrung zur gemeinsamen Bearbeitung des betrieblichen Beratungs- und Unterstützungsbedarfs zur Fachkräftesicherung.

Lotsen für Firmen

Jedoch sehen sich die Mitarbeiter des Arbeitgeber-Service der BA nicht als Unternehmerberater, sondern als Lotsen. Mit der zum 1. Juli 2013 bundesweit eingeführten „Qualifizierungsberatung“ sollen in der Regel interne Lösungsansätze zur Sicherung des Fachkräftebedarfs gefunden werden. Hierfür werden auch die Instrumente der INQA genutzt. Andrea Teering von der BA verwies bei einer Präsentation des Angebots in Berlin beispielsweise auf den Unternehmenscheck „Guter Mittelstand“, der von der Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland federführend entwickelt wurde. Mit dem Check können Unternehmen ihre Potenziale selbst erkunden und Verbesserungen einleiten. Zur Vertiefung einzelner Themen werden weitere Praxischecks entwickelt. Beispielsweise zu den Themen Personalführung, Innovation oder Arbeitsschutz.

„Wir wollen und können vor dem Hintergrund der gesetzlichen Grundlage nicht als Unternehmensberater tätig werden, können kein komplettes Personalkonzept erstellen“, sagt Daniel Hauke von der BA in Nürnberg. „Der Arbeitgeber muss nach der Beratung selbst aktiv werden.“ Und das kann er tun, wenn er sich nach der Qualifizierungsberatung an die autorisierten Berater der Offensive Mittelstand wendet. Dort kann er dann eine qualitätsgesicherte Beratung zu allen Themenfeldern des Checks erhalten.

Jörg Nierzwicki, BG RCI

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Weitere Informationen

Der direkte Link zum Arbeitgeber-Service der BA:

www.arbeitsagentur.de/zentraler-Content/A01-Allgemein-Info/A016-Infomanagement/Allgemein/AGS.html

Faktor A – Das Arbeitgebermagazin der BA

www.faktor-a.arbeitsagentur.de

Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland

www.offensive-mittelstand.de