Arbeitssicherheit

Unternehmen für innovative Beiträge zur Risikoprävention am Arbeitsplatz ausgezeichnet

Europäische Anerkennung für erfolgreiche Präventionskampagne bei CEMEX Polen

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat den elften Europäischen Wettbewerb für gute praktische Lösungen organisiert, an dem mehrere hundert Unternehmen jeder Größenordnung aus 29 Ländern der EU und darüber hinaus teilgenommen haben. In diesem Jahr zeichnete die EU-OSHA die besten Beispiele der Zusammenarbeit von Führungskräften und Beschäftigten bei der Risikoprävention aus. Dazu gehört eine erfolgreiche Initiative, in der Führungskräfte und Mitarbeiter von CEMEX Polen den Arbeitsschutz nachhaltig auf allen Ebenen optimiert haben.

Die EU-OSHA gab die Preisträger während der europäischen Konferenz „Small business and workplace safety and health: the challenge; the opportunity“ (Kleine Unternehmen und Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz: die Herausforderung, die Chance) bekannt, die vom irischen Ratsvorsitz der Europäischen Union in Dublin organisiert wurde und nur einen Tag nach dem Welttag für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (28. April) stattfand. Zum ersten Mal verlieh die EU-OSHA die Preise sowohl an Führungskräfte als auch an Beschäftigte, was im Einklang mit dem Thema „Partnerschaft für Prävention“ der laufenden Kampagne „Gesunde Arbeitsplätze“ steht.

„Die Vorteile guter Strategien für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit werden in Europa auf betrieblicher Ebene immer noch nicht durchgängig anerkannt. Dies gilt vor allem für Kleinstunternehmen sowie für kleine und mittlere Unternehmen“, so Dr. Christa Sedlatschek, Direktorin der EU-OSHA. „Dieser Wettbewerb hat gezeigt, dass sogar ein Unternehmen mit nur sieben Beschäftigten über innovative Präventionslösungen verfügen kann, wie im Fall der spanischen Preisträger“, erklärte sie weiter.

„Wir würden gerne zeigen, dass die von den Preisträgern des Wettbewerbs für gute praktische Lösungen entwickelten Ideen und Konzepte in den verschiedenen Branchen/Industriezweigen und Mitgliedstaaten sowie an Organisationen unterschiedlicher Größe und Art angepasst werden können", betont László Andor, EU-Kommissar für Beschäftigung, Soziales und Integration. „Das Sammeln innovativer und guter praktischer Lösungen in Europa kann uns bei unseren Bemühungen, die künftigen politischen Maßnahmen weiterzuentwicken, nur nützen.“

Von den Preisträgern dieses Wettbewerbs wurde eine hohe Führungsverantwortung und eine aktive Einbeziehung der Beschäftigten in Sicherheits- und Gesundheitsschutzbelange erwartet. Die Organisationen stammen aus einer Vielzahl von Sektoren, wie aus dem Gesundheitswesen, dem Einzelhandel und der Landwirtschaft.

Die Preisverleihung bot den Preisträgern Gelegenheit, ihre guten praktischen Lösungen auszutauschen, so zur Senkung der Unfallrate bei der Automobilfertigung in der Türkei, zur Förderung des Wohlbefindens der Beschäftigten in einem Technologieunternehmen in Finnland sowie zur Ermittlung und Bekämpfung von Risiken in der Milchindustrie durch irische Beschäftigte.

Während der Veranstaltung wurden weitere Unternehmen von der EU-OSHA lobend erwähnt. Eine neue Broschüre veranschaulicht die Initiativen für gute praktische Lösungen, die in die Praxis umgesetzt wurden.

CEMEX verbessert Arbeitsschutzniveau auf allen betrieblichen Ebenen

CEMEX ist  ein multinationales Unternehmen und produziert Zement, Beton und weitere Baustoffe. Risiken für eigene und Mitarbeiter von Fremdfirmen beinhalten Abstürze, Verbrennungen, den Einzug in bewegliche Maschinenteile und Unfälle mit Fahrzeugen.

Eine Analyse des Unfallgeschehens zeigte Optimierungspotentiale in der Regelbefolgung und seitens der betrieblichen Führungskräfte. Das Unternehmen entwickelte eine Kampagne zur Bewusstseinsbildung für Gefährdungen sowie die aktive Einbeziehung von Beschäftigten und Führungskräften aller Ebenen.

CEMEX Polen führte die Kampagne unter dem Titel ‘Leadership on Occupational Safety’ durch. Das Top-Management – der CEMEX Poland-Präsident, Vorstandsmitglieder und Direktoren  – besuchten Produktionsstandorte. Einziger Fokus der Besuche war der betriebliche Arbeitsschutz. Informellen Gesprächen mit den Mitarbeitern folgten Vorschläge der Belegschaft zu bestehenden Gefahrenquellen an die Standortleiter.

In einem Trainingsprogramm für Führungskräfte wurden Ansätze zum Arbeitsschutz vermittelt. Die Meldung potentieller Gefährdungen durch eigene Mitarbeiter und Beschäftigte von Fremdfirmen wurde systematisiert.

Die höchsten Unfallzahlen wurden im Verkehr registriert. Um dem zu begegnen, wurden Besprechungen zwischen den Fahrern und Managern initiiert, die den Führungskräften halfen, dieses Arbeitsumfeld zu verstehen und die Fahrer für die Sicherheit zu sensibilisieren. Sicherheitstrainings und -audits sowie die sicherheitstechnische Überprüfung der Fahrzeuge flankierten die Aktion. Die CEMEX-Arbeitsschutzregeln wurden auf Fremdfirmen übertragen. Für Sicherheitsverstöße durch Auftragnehmer wurden Sanktionen vorgesehen; vorbildliches Verhalten wurde anerkannt, diese Unternehmen wurden auf eine Liste bevorzugter Auftragnehmer gesetzt.

Die Ergebnisse der Kampagne bestätigen den Weg:

Kampagnenplakat

Die Preisträger

Ausgezeichnete Firmen und Organisationen:

voestalpine Rotec Group (Österreich) für die Festlegung eines länderübergreifenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzstandards; Atlantica Leisure Group Ltd (Zypern) für die Senkung der Unfallrate im Hotelgewerbe; Rigshospitalet (Dänemark) für die Verbesserung der Arbeitsumgebung in einem großen Krankenhaus; Oy SKF Ab, Fabrik Muurame (Finnland) für die Förderung des Wohlbefindens der Beschäftigten in einem Technologieunternehmen; Arbeitsschutz- Partnerschaft Hamburg (Deutschland) für die Erarbeitung von Lösungen für Sicherheit und Gesundheitsschutz für Unternehmen in Hamburg; West Offaly Dairy Discussion Group (Irland) für die Reduzierung von Risiken auf Milchviehhöfen;  Wehkamp.nl/Gezond Transport/EVO (Niederlande) für die Erhöhung des Sicherheitsbewusstseins von Gabelstaplerfahrern; SONAE (Portugal) für die Einbeziehung von Beschäftigten und Führungskräften in die Risikoprävention in einem Einzelhandelsunternehmen; PROTÓN ELECTRÓNICA SLU (Spanien) für die Erarbeitung eines Risikopräventionsmodells für kleine Unternehmen; Tofas Türk Otomobil Fabrikasi A.S (Türkei) für die Senkung der Unfallrate bei der Automobilfertigung.

Belobigte Firmen und Organisationen:

MAHLE Filtersysteme Austria GmbH (Österreich) für die Aufforderung an die Beschäftigten zur Meldung von Sicherheitsproblemen; Lujatalo Oy (Finnland) für die Reduzierung der körperlichen Belastung im Baugewerbe;  Armor SA (Frankreich) für die Einbeziehung von Sicherheit und Gesundheitsschutz in die Unternehmensstrategie; Hellenic Petroleum SA (Griechenland) für den Aufbau einer Sicherheitskultur in der Erdölraffination;  Construction Safety Partnership (Irland) für die Verbesserung der Sicherheitsstandards auf Baustellen; GE Healthcare Norway AS (Norwegen) für die Positionierung von Sicherheit und Gesundheitsschutz als vorrangiges Ziel für Beschäftigte und Führungskräfte; CEMEX Polska (Polen) für die Führungsverantwortung zur Vermeidung von Unfällen; U.S. Steel Košice, s.r.o. (Slowakei) für die wirksame Meldung von Sicherheitsproblemen bei einem großen Stahlproduzenten; Ascom d.o.o. (Slowenien) für die Reduzierung von Muskel- und Skeletterkrankungen in der Fertigung;  Step Change in Safety (Vereinigtes Königreich) für die bessere Einbeziehung der Beschäftigten in der Offshore-Öl- und -Gasindustrie.

 
Weitere Informationen

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