Arbeitssicherheit

Tödlicher Unfall mit PSA gegen Absturz

In einem Trainingszentrum für Gebäudereiniger in den Niederlanden kam es zu einem tödlichen Absturzunfall. Da die Unfalluntersuchungen noch nicht abgeschlossen sind (Stand Mai 2013), ist derzeit nur folgendes bekannt:

Ein Mitarbeiter befand sich auf einer Steigschutzleiter nach EN 353-1 in rund 20 Metern Höhe und hatte einen Auffanggurt nach EN 361 angelegt. Der Gurt war neu und verfügte über die notwendige CE-Kennzeichnung. Die vordere Öse war mit dem Läufer der Steigschutzeinrichtung verbunden.

Als der Mitarbeiter die Hand von der Leiter nahm, stürzte er ab. Beim Auffinden des Mitarbeiters zeigte sich, dass er den Gurt noch anhatte, die Öse des Auffanggurtes jedoch abgerissen war  und sich noch an dem in der Steigschutzleiter eingehängten Läufer befand. Nach ersten Erkenntnissen war die Öse nicht korrekt am Gurt vernäht.

Weitere Details sind bisher nicht bekannt. Unabhängig von weiteren Erkenntnissen empfiehlt das Kompetenzcenter Zentrales Grubenrettungswesen der BG RCI  folgende Vorgehensweise:

  1. Eingangskontrolle von neuen Produkten durch einen Sachkundigen für PSA gegen Absturz.
  2. Durchführung einer Sichtprüfung auf ordnungsgemäßen Zustand und auf einwandfreies Funktionieren durch den Benutzer gemäß Pkt.8.2 BGR/GUV-R 198 vor jeder Benutzung der PSA gegen Absturz.
  3. Für Übungen oder im Training ist eine zweite unabhängige Sicherung unbedingt erforderlich (und zwar an einer anderen Öse am Auffanggurt  und an einem anderen Anschlagpunkt).
Auffanggurt an Leiter
Trotz CE-Kennzeichnung empfehlen Arbeitssicherheitsexperten vor der Nutzung immer eine Kontrolle auf ordnungsgemäßen Zustand der Ausrüstung.
 
Weitere Informationen

BG RCI Kompetenz-Center

Zentrales Grubenrettungswesen

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