Technik

Aitik und Goliath: Herkulesaufgabe für einen Volvo FH16

In der Bibel wird die Größe des mächtigen Kriegers Goliath mit den Worten „sechs Ellen und eine Spanne“ beschrieben. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem Goliat (Volvo Schreibweise ohne „h“), der über den Tagebau Aitik in Nordschweden herrscht – ein Volvo FH16, der täglich 500 Tonnen Kupfererz aus den Tiefen des Berges herausholt.

Ein Blick über die grauen Terrassen des gewaltigen Tagebaus Aitik in der schwedischen Arktis ist ein atemberaubendes Erlebnis. Mit einer Länge von drei, einer Breite von 1,1 Kilometern und einer Tiefe von 425 Metern ist Aitik eine der größten Kupferminen Europas – und sie wird immer größer. „Ich habe wirklich Glück, hier arbeiten und all das erleben zu dürfen. Das ist eine ganz spezielle Umgebung“, sagt Lkw-Fahrer Gustav Nilsson.

Ein kürzlicher Ausbau der Mine brachte eine ganz neue Art des Transports von Kupferkonzentrat mit sich – eine Aufgabe, die von Gällivare Frakt, einer Logistikfirma im Besitz von Nilssons Vater und Onkel, Ingemar und Kurt Nilsson, übernommen wird. Um diese Mammutaufgabe zu bewältigen, investierte die Firma in Goliat – einen speziell angefertigten Volvo FH16 mit 540 PS. Voll beladen wiegt Goliat 144 Tonnen.

Gällivare Frakt transportiert das gesamte in Aitik abgebaute Kupferkonzentrat, das heißt, Goliat befördert täglich 500 Tonnen zwischen der Aufbereitungsanlage und dem Verladeterminal. Aus diesem Rohstoff werden pro Jahr etwa 46.000 Tonnen Kupfer gewonnen. Zusätzlich transportiert Goliat etwa 25 Tonnen Silber und 1,3 Tonnen Gold im Jahr. Bei einem aktuellen Kupferpreis von ungefähr 6.400 Euro pro Tonne bedeutet das, dass Goliat Kupfer im Wert von etwa 300 Millionen Euro im Jahr transportiert.

Ferngesteuerter Goliat

Die täglich von Goliat gefahrene Route ist eine acht Kilometer lange Strecke zwischen der Aufbereitungsanlage und dem Terminal, wo das Kupferkonzentrat entladen wird. Gustav wiegt das leere Fahrzeug und fährt dann in den langen, schmalen Korridor, in dem das Kupferkonzentrat geladen wird. Die Luken an den Waggons werden geöffnet, und das Kupferkonzentrat ergießt sich von oben in den Lkw. Gustav bewegt seinen Goliat per Fernsteuerung, um die Ladung gleichmäßig zu verteilen. „Das funktioniert unglaublich leicht – fast wie ein Computerspiel“, sagt er mit einem Lächeln.

Das Kupferkonzentrat füllt die Halle mit einem Geruch, der irgendwo zwischen Meeresalgen und Schnupftabak liegt – einem Geruch, der von den Menschen in dieser als Malmfälten (Erzfelder) bekannten Gegend mit Geld assoziiert wird. „Davon leben wir hier. Die Minen sind unglaublich wichtig für uns“, erzählt Gustav.

Nachdem der Ladevorgang abgeschlossen ist, geht Gustav in seine Fahrerkabine zurück, legt seine Hand an den I-Shift-Bedienhebel und startet das Fahrzeug. Er lehnt sich in den Fahrersitz zurück und erklärt, wie einfach sein Job mit dem neuen Lkw und dessen Ausstattung geworden ist. „Man merkt kaum, dass man 100 Tonnen befördert. Die Straße ist breit, und die Route wird nur von uns gefahren“, sagt er.

Die Arbeit in der Mine von Aitik ist jedoch nicht immer so angenehm, da die Aufbereitungsanlage den schneidenden arktischen Winden ausgesetzt ist. „Die Temperatur im Winter kann bei minus 30 Grad Celsius liegen, und der Wind bläst das ganze Jahr über“, verrät Gustav. „Es herrscht ein raues Klima.“

Goliat und Anhänger
Goliat und Anhänger sind mit Luftfederung und verstärkten Achsen ausgerüstet, und der Lastzug besitzt insgesamt 36 Reifen. // Foto: Volvo Trucks

Zum Entladen fährt Gustav den Lkw in das Depot, klappt die Stützbeine aus und kippt die Ladung zunächst vom Anhänger und anschließend vom Zugfahrzeug ab. Leistungsstarke Vibratoren schütteln auch den letzten Rest des Kupferkonzentrats heraus.

Der neue Lkw in Verbindung mit dem neuen Lade- und Kippsystem hat dem Minenbesitzer Boliden geholfen, erhebliche Produktionssteigerungen zu erzielen. Im vergangenen Jahr wurden 31,5 Millionen Tonnen Erz produziert. „Wir haben einen Motor mit einer Leistung von 540 PS gewählt, um den Straßenverhältnissen Rechnung zu tragen“, meint Ingemar Nilsson. „Die Steigung von der Aufbereitungsanlage zum Terminal ist gering, und wir fahren mit einem leeren Fahrzeug zurück.“

Fakten zum Goliat Volvo FH16:

Fakten über den Tagebau Aitik

Die Mine und Aufbereitungsanlage nahmen 1968 ihren Betrieb auf. Aitik ist Europas größter Tagebau und eine der größten Kupferminen Europas. Sie ist außerdem ein großer Produzent von Gold und Silber. 2011 wurden 31,5 Millionen Tonnen Erz abgebaut. Am 31. August 2010 wurden neue Einrichtungen zur Aufbereitung, Erzproduktion und für die Verladung eingeweiht, die zu den größten industriellen Investitionen in Schweden in den vergangenen Jahren gehören. Das schwedische Metallunternehmen Boliden hat mehr als 6 Milliarden SEK investiert, um die Produktionsrate zu erhöhen und die Lebensdauer der Mine auszuweiten. Die neue Aufbereitungsanlage verarbeitet Kupfer, Gold und Silber. Das Projekt begann 2006. Das Unternehmen hofft, die Produktion bis 2014 auf 36 Millionen Tonnen Erz pro Jahr zu verdoppeln.

Der Film Aitik gegen Goliath:

http://www.youtube.com/watch?v=z1k7wudmJMo

 
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