Unternehmensführung

Verfahrensmechaniker der Baustoffindustrie starten ins Berufsleben

41 Auszubildende der Baustoffindustrie erhielten im Juli in der Erfurt Bildungswerk gGmbH (ebw) ihre Abschlusszeugnisse. Weitere neun Schüler hatten ihre Ausbildung aufgrund guter Leistungen bereits vorzeitig beendet.

Beim Berufskolleg des TÜV Nord in Moers hatten die Azubis bereits im Mai ihre IHK-Prüfung bestanden.

Die dreijährige Ausbildung erfolgt in Erfurt wie in Moers in länderübergreifenden Berufsschulklassen für Verfahrensmechaniker der Fachrichtungen Transportbeton, Baustoffe, vorgefertigte Betonerzeugnisse und Asphalttechnik sowie einer Klasse für Aufbereitungsmechaniker in den Fachrichtungen Naturstein sowie Sand und Kies.

Bei der dualen Berufsausbildung in Erfurt wird dabei in der Walter-Gropius-Schule die Fachtheorie vermittelt und die praktische Ausbildung übernimmt das ebw. Die Übernahmequote nach dem Abschluss ist mit ca. 90 Prozent außergewöhnlich hoch. Für das neue Lehrjahr liegen bereits 53 Anmeldungen vor.

Für ihre guten und sehr guten Leistungen wurden die Besten der einzelnen Fachrichtungen ausgezeichnet. Nicole Probandt, (Heidelberger Beton GmbH, Gebiet Brandenburg), Oliver Tillack (Dornburger Zement GmbH & Co. KG), Nico Rindt (Deutsche Asphalt GmbH, Bereich Nord), Johannes Reichelt (Mitteldeutsche Baustoffe GmbH), Stefan Kutschera (Basalt AG) erhielten von Roland Eckart (Regionalleiter Nordost der Heidelberger Beton GmbH) als Anerkennung eine Urkunde und eine Geldprämie.

Zwischen dem Unternehmerverband Mineralische Baustoffe (UVMB) und dem ebw besteht eine langjährige Partnerschaft. Der 2004 aus ehemaligen Landesverbänden gegründete UVMB vertritt nach einer Fusion mit dem Verband der Beton- und Fertigteilindustrie Mitte Ost 2011 als Gesamtverband die Interessen von derzeit 206 Mitgliedsunternehmen mit etwa 6.000 Beschäftigten.

Berufsperspektive Steine+Erden

Auch das ebw Erfurt bekommt die rückläufigen Ausbildungszahlen zu spüren. Nach Jahrgängen mit über 70 Absolventen in den Jahren 2007 und 2006 sei man jetzt mit 50 „auf der Talsohle angekommen“, blickt Ausbildungsleiter Hans-Jürgen Schurack jedoch optimistisch in die Zukunft. Ein Problem aus seiner Sicht sei jedoch, dass die Steine- und Erdenindustrie als Perspektive bei der Berufswahl noch zu wenig bekannt sei.

Arbeitsagenturen und Schulen würden diese Berufe kaum vorstellen. „Viele Schulabgänger haben von der Arbeit in Steinbrüchen sowie Kies- oder Betonwerken eine völlig falsche Vorstellung.“ Hier würde immer noch das Bild von schwerer körperlicher Arbeit und wenig Technik vorherrschen, so Schurack. Inzwischen haben aber auch hier moderne Technologien Einzug gehalten, die den Arbeitsalltag erleichtern. Mehr Anreize, diese Berufe zu ergreifen, würde auch eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung bewirken. Die gültigen Tarifverträge würden schon eine gute Basis garantieren, aber „mehr Geld in der Tasche ist ein gutes Argument, mehr über diese Laufbahn nachzudenken“, sagt Schurack.

Die Tarifkommission des UVMB hatte bereits im Jahr 2011 erkannt, dass die Sicherung des Berufsnachwuchses auch von einer ausreichenden Ausbildungsvergütung abhängt. Deshalb wurden mit dem Entgelttarifvertrag vom 30. Juni 2011 die Ausbildungsvergütungen für die einzelnen Ausbildungsjahre deutlich angehoben, nämlich im 1. Ausbildungsjahr von 482,00 Euro  auf 617,00 Euro, im 2. Ausbildungsjahr von 530,00 Euro auf 668,00 Euro und im 3. Ausbildungsjahr von 578,00 Euro auf 822,00 Euro. Diese Ausbildungsvergütungen können sich durchaus sehen lassen und stellen eine gute ökonomische Basis für die Nachwuchsgewinnung dar.

Roland Eckart, Nicole Probandt, Hans-Jürgen Schurack, Oliver Tillack, Nico Rindt, Johannes Reichelt, Stefan Kutschera, Annegret Marschall (Fachbereichsleiterin), Thomas Fahlbusch (Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK Erfurt)
Die Besten der Fachrichtungen wurden vom UVMB ausgezeichnet. (von links nach rechts) Roland Eckart, Nicole Probandt, Hans-Jürgen Schurack, Oliver Tillack, Nico Rindt, Johannes Reichelt, Stefan Kutschera, Annegret Marschall (Fachbereichsleiterin), Thomas Fahlbusch (Abteilungsleiter Aus- und Weiterbildung der IHK Erfurt) // Foto: Presseagentur Fakt.

Auszug aus dem BerufeNet-Steckbrief der Arbeitsagentur

Verfahrensmechaniker/in Steine- und Erdenindustrie – Fachrichtung Baustoffe

Was macht man in diesem Beruf?

Verfahrensmechaniker/innen in der Steine- und Erdenindustrie der Fachrichtung Baustoffe stellen hydraulische, also wasserlösliche Bindemittel wie Zement, Kalk, Dolomit und Gips her. An weitgehend automatisierten Anlagen steuern und überwachen sie die einzelnen Verfahrensschritte. Sie bedienen Fördereinrichtungen zum Transport der in Steinbrüchen abgebauten Rohstoffe. Während der Produktion kontrollieren sie die Qualität der Erzeugnisse durch entsprechende Messungen und die Analyse von Proben. Bei Abweichungen von den Vorgaben korrigieren sie die Maschineneinstellungen. Sie lagern Zwischen- und Endprodukte sachgerecht und verladen bzw. verpacken sie. Außerdem reinigen und warten sie die Produktionsanlagen.

Wo arbeitet man?

Verfahrensmechaniker/innen in der Steine- und Erdenindustrie der Fachrichtung Baustoffe arbeiten hauptsächlich in der Gewinnung und Aufbereitung von Steinen und Erden (z.B. Zement-, Kalk- oder Gipswerke).

Überwiegend sind sie in Werkhallen und auf Leitständen, aber auch im Prüflabor und in Büroräumen tätig, wo sie z.B. Messergebnisse dokumentieren. Bei der Überwachung von Steinbrucharbeiten halten sie sich im Freien auf.

Worauf kommt es an?

Was verdient man in der Ausbildung?

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:

1. Ausbildungsjahr: 436 bis 659

2. Ausbildungsjahr: 491 bis 771

3. Ausbildungsjahr: 553 bis 888 (Beträge in Euro)

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben.

Auszubildende aus den Bereichen Aufbereitungs- und Verfahrensmechaniker der Steine- und Erdenindustrie
Entspannte Gesichter nach bestandener IHK-Prüfung beim TÜV Nord: Auszubildende aus den Bereichen Aufbereitungs- und Verfahrensmechaniker der Steine- und Erdenindustrie.
 
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