Gestatten: guter Eindruck!
Für den ersten Eindruck gibt es keine zweite Chance: Das trifft auf kein anderes Ihrer Werbemittel so sehr zu wie auf die Visitenkarte. Doch trotzdem wird die Gestaltung und Produktion dieses Aushängeschilds in vielen Firmen stiefmütterlich behandelt: Da holt sich ein computerbegabter Mitarbeiter eine Vorlage aus dem Netz, würfelt Schriften nach Gusto auf die Fläche, packt jede weiße Stelle mit Infos zu und garniert zum Schluss ordentlich mit seinen Lieblingsfarben und einer „lustigen“ Illustration aus seinem Gestaltungsprogramm. Ach ja: Dann bestellt er noch ein schön marmoriertes Papier und druckt sein „Design“ am Tintenstrahldrucker aus. Zugegeben, das ist der GAU in Sachen Visitenkarte. Wer Wert auf eine repräsentative, überzeugende Gestaltung legt, sollte mit Profis aus dem Grafikhandwerk zusammenarbeiten. Und im Dialog mit den Fachleuten auf diese Mindestanforderungen achten:
1. Richtiges Format wählen
Klar will man mit seiner Visitenkarte auffallen – warum also nicht ein ausgefallenes quadratisches, ein Hochformat oder gar ein formgestanztes Format in Sondergrößen wählen? Die Praxis zeigt: Angenommen von den Empfängern wird am besten das Normformat 85 x 54 Millimeter. So passt das gute Stück optimal in die Brieftasche, das Visitenkarten-Etui oder ins Rolodex. Verzichten Sie also auf Format-Extratouren – und lassen Sie auch Klappkarten in diesen Endmaßen fertigen.
2. Firmen-Erscheinungsbild wahren
Eine Visitenkarte schwebt nicht im gestalterisch luftleeren Raum. Sie ist ein wesentlicher Teil Ihres Erscheinungsbilds und sollte nach denselben Design-Grundregeln wie Ihr Briefbogen, Ihre Fahrzeugwerbung etc. angelegt werden – mit nicht mehr und nicht weniger Elementen als sonst auch. Enthalten in diesem Gestaltungsraster sind
- Ihr Firmenlogo,
- Ihre Firmenfarbigkeiten,
- Ihre Firmenschrift(en),
- und weitere grafische Elemente Ihrer Corporate Identity (CI),
damit Sie nach außen durchgängig einheitlich und somit wieder erkennbar auftreten!
3. Luftig und klar gestalten
Keine Bange vor weißen Flächen auf der Visitenkarte – weniger ist mehr! Geben Sie den wesentlichen Informationen Raum, um zu wirken. Als Faustregel gilt: Das Wichtigste (der Firmenname und das Logo) muss am größten sein, gefolgt vom Namen des Ansprechpartners und den Kontaktinformationen. Auch die Leseführung ist entscheidend: Rechts oben wird vom Betrachter viel rascher wahrgenommen als links unten. Unbedingt zu beachten: Reduzieren Sie die Informationen auf das Wesentliche. Breiten Sie beispielsweise nicht das gesamte Leistungsangebot Ihres Unternehmens auf der Visitenkarte aus – maximal drei Stichworte müssen genügen. Entscheidend: Alle Informationen müssen klar strukturiert gesetzt sein. Dann schließt der Empfänger darauf, dass Ihr Unternehmen ebenso sortiert ist.
4. Schriften clever einsetzen
Auf den ersten Blick erscheinen Schriftarten nur als beliebige Träger der Wortbedeutung. Wer genauer hinschaut, merkt: Jede Schriftart ergibt ein Bild mit eigenem Charakter.
Stimmen Sie Ihre Firmenschriftart auf die Unternehmenseigenschaften ab, die Sie vermitteln wollen. Und: Verwenden Sie auf Ihrer Visitenkarte maximal zwei unterschiedliche Schriftarten. Ansonsten entsteht ein Tohuwabohu, das extrem unprofessionell wirkt.
5. In griffiges Papier und Druck investieren
Nicht nur die Optik, auch die Haptik - das Fühlen - einer Visitenkarte hat Aussage. Ein schweres Papier verleiht Ihrer Karte und Ihrem Unternehmen Gewicht. Matte Oberfläche, dezent strukturierte Qualitäten und Papiere aus dem Weißspektrum wirken edel. Effektpapiere dagegen – wie Hochglanzfarben oder die bereits angesprochenen marmorierten Qualitäten – erzeugen schnell durch Effekthascherei einen billigen Eindruck.
Auch den Druck sollten Sie Profis überlassen: Druckereien mit ihren Offset- oder Digitaldruckmaschinen erzielen deutlich bessere Qualitäten als die eigenen Computerdrucker.
Tipp: Gönnen Sie all Ihren Mitarbeitern, nicht nur den Führungskräften, eine eigene Visitenkarte. Das wird als Auszeichnung verstanden und motiviert. Und: Gerade Fahrzeugführer, die nah am Kunden und den Baustellen dran sind, können ihre Visitenkarte zur Firmenwerbung einsetzen!
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Zugegeben, nur ein konstruiertes Beispiel – aber ein besonders schlechtes in Sachen Visitenkarte. Hier stimmt nichts: Format unhandlich, schlechtes Papier, ein wildes Sammelsurium willkürlich gesetzter, unleserlicher Schriften und Farbigkeiten, beliebige Phrasen als Slogans, um auch noch die letzte Leerstelle zu füllen; dazu Todsünden wie die Verwendung vorgefertigter Illustrationen und eine komplett unübersichtliche Struktur. Was wohl ein potenzieller Kunde über so einen Auftritt und die Firma denkt?
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Dieselbe Beispielfirma, dieselben Informationen – auf das Wesentliche reduziert und nach grafischen Grundregeln einfach gestaltet: Das Logo und der Firmenname stehen durch Größe, Farbigkeit und Platzierung im Vordergrund. Es werden nur zwei unterschiedliche Schriftarten verwendet. Alle Inhalte sind strukturiert und grafisch klar ausgerichtet. Unser Unternehmen ist seriös, professionell, organisiert und vertrauenswürdig – das ist die Metabotschaft dieser Visitenkarte.




