Kennen Sie die PECH-Regel?

Wolfgang Pichl

Jeder von uns hatte sicherlich schon einmal Pech gehabt und weiß damit aus eigener Erfahrung, was das Wort bedeutet. Was aber ist die PECH-Regel?

Beim Lesen einer Zeitung bin ich kürzlich auf einen Artikel mit der Überschrift: „PECH-Regel beachten“ gestoßen. In dem Beitrag wurde ich darüber informiert, dass Sporttreiben selbstverständlich gesund ist, aber nach einer akuten Sportverletzung die PECH-Regel unbedingt zu beachten sei: PECH steht in diesem Fall für Pause, Eis, Compression und Hochlagern, soweit die Ausführungen eines Sportmediziners.

Apronyme nennt man solche Abkürzungen, die ein bereits existierendes Wort ergeben. Bekannte Beispiele sind „Elster“ – elektronische Steuererklärung – oder ein bekanntes Beispiel aus der Arbeitsschutzwelt: „REACH“. REACH – auf deutsch erreichen – steht für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals, also die Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien und bedeutet, dass in Europa nur noch chemische Stoffe in Verkehr gebracht werden dürfen, die vorher registriert worden sind. Apronyme haben den Vorteil, dass man sich die Bedeutung hinter dem Wort, das man in einem anderen Zusammenhang kennt, in der Regel gut merken kann.

Ansonsten ist das so eine Sache mit Abkürzungen. Übermäßiger Gebrauch von Abkürzungen in normalen Lesetexten und in der täglichen Kommunikation gilt zurecht als schlechter Stil. Parodierend wird dann vom „Aküfi“, dem Abkürzungsfimmel, gesprochen. Nicht zuletzt durch das Internet und durch das Versenden von SMS-Nachrichten hat die Abkürzungswut immer mehr zugenommen. Auch wir bei den Berufsgenossenschaften machen davon häufig Gebrauch: BMAS, DGUV, SIFA, SIBE, U-Modell, TRGS, UVMG, BAV sind Abkürzungen, die uns leicht über die Lippen gehen oder aus der Feder fließen. Aber weiß derjenige, der nicht aus der berufsgenossenschaftlichen Welt kommt, sofort was damit gemeint ist? Missverständnisse sind vorprogrammiert und man redet aneinander vorbei. Mangelhafte Kommunikation und unterschiedlich interpretierbare Aussagen sind insbesondere im Arbeitsschutz ein großes Problem und Ursache für viele Unfälle. Daher mein Appell an Sie: Sprechen Sie hier eine klare, eindeutige Sprache. Lassen Sie keinen Platz für Missverständnisse und erlauben Sie keine unterschiedlichen Interpretationen Ihrer Aussagen.

Auch wir als Berufsgenossenschaften müssen uns hier noch mehr bemühen, Botschaften noch eindeutiger, verständlicher und praxisnäher zu formulieren.

Nehmen Sie uns beim nichtabgekürzten Wort.