Arbeitssicherheit

„Risiko raus!“ im Zementwerk

Am Fahrsimulator gleichzeitig auf die Karte schauen und die Spur wechseln – geht nicht.  Welche Voraussetzungen muss jemand mitbringen, um einen Gabelstapler im Betrieb führen zu dürfen? Reicht es, dass er 18 ist, braucht er einen Lkw-Führerschein, wie war das mit der Arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung? Mehr als 100 Mitarbeiter der Dyckerhoff AG Zementwerke in Lengerich und Geseke stellten sich Ende Juli an zwei Tagen den Fragen im „Risiko raus!“-Mobil der BG RCI und bekamen kompetente Antworten von der zuständigen Aufsichtsperson Clemens Schütte.

Ziel der BG RCI-Kampagne ist es, Führungskräfte und Mitarbeiter für das Thema „Sicher fahren und transportieren“ zu sensibilisieren.

Sie bekommen wertvolle Hinweise, können so unter anderem die Gefährdungsbeurteilung in den Betrieben themenzentriert überarbeiten.

An der ersten Station informierte BG RCI-Mitarbeiter Clemens Schütte beispielsweise über den Ablauf einer Gefährdungsbeurteilung. Hierzu gab es unter anderem Hinweise zur Auswahl von Personal und Ausrüstung sowie zum Qualifizierungsbedarf. Die folgende Station zeigt dann praktische Beispiele der Umsetzung von Maßnahmen guter Praxis aus Mitgliedsbetrieben der BG RCI. Hier schließt der Gabelstapler-Parcours an, mit dem eine praktische Unterweisung durchgespielt wird. Auch wenn das Mobil, ein umgebauter Wohnwagenklassiker aus den USA, voll besetzt ist, können die Interessenten gut beurteilen, ob ihr Kollege alle Regeln beherzigt: Ein Monitor überträgt das Geschehen detailliert.

Clemens Schütte (2. von links) steht den Dyckerhoff-Mitarbeitern Rede und Antwort.
Clemens Schütte (2. von links) steht den Dyckerhoff-Mitarbeitern Rede und Antwort.
Gerd Töpfer (rechts), Fahrer des „Risiko raus!“-Mobils, beobachtet die Belastungsreaktionen am Fahrsimulator.
Gerd Töpfer (rechts), Fahrer des „Risiko raus!“-Mobils, beobachtet die Belastungsreaktionen am Fahrsimulator.

Da das Thema Wissensmanagement immer wichtiger wird, hat es eine eigene Station im Mobil bekommen. Zu allen Bereichen der BG RCI-Kampagne

bietet die BG Seminare an, über die man sich direkt  im Mobil informieren kann. Nicht ohne Grund findet sich die Station „Kontrolle behalten“ am Schluss der Ausstellung. Der Anspruch „Sicher fahren und transportieren“ endet für die BG RCI nicht am Werkstor. Die innere Einstellung zum sicheren Verhalten soll sich auch auf den Weg von und zu der Arbeitsstelle erstrecken. Ja, er habe schon an einem Motorradsicherheitstraining teilgenommen, sagte ein älterer und erfahrener Mitarbeiter zu Clemens Schütte vor dem Plakat „Zwei Räder – siebenfaches Risiko“.

Äußere Einflüsse wie Witterung, Dunkelheit, und Verkehrslage werden ebenso behandelt wie die innere Einstellung, Müdigkeit und Ablenkungen, die die Aufmerksamkeit und damit die Fahrtüchtigkeit des Fahrers beeinträchtigen. Die Belegschaft der beiden Dyckerhoff-Werke diskutierte im Risiko-raus!“-Mobil eifrig über die Ausstellung. „Keiner, der nicht an einer Unterweisung teilgenommen hat, kommt bei uns auf den Stapler!“ und „Ist das wirklich so, dass der Bremsweg exponential zu Geschwindigkeit ansteigt?“ waren nur zwei von vielen Bemerkungen. Wenn die Diskussion im Betrieb anhält, weiter vertieft wird  – dann hat sich der Besuch des Mobils gelohnt.

Martin Böttcher, Jörg Nierzwicki, BG RCI

Nicht nur Geschick an der Fernsteuerung ist gefragt.
Nicht nur Geschick an der Fernsteuerung ist gefragt.
Das Mobil bei Dyckerhoff in Lengerich.
Das Mobil bei Dyckerhoff in Lengerich. // Fotos: jön
 
Weitere Informationen

Martin Böttcher
T +49 511 7257-803 . martin.boettcher@bgrci.de
www.risiko-raus-kampagne.de