Premiere mit Wiedererkennungswert: Erste deutsche Hitachi-65-Tonnen-Mulde

Die Robert Schulte Steinbruch GmbH im sauerländischen Drolshagen wurde vor achtzig Jahren gegründet. Nach wie vor im Familienbesitz baut das Unternehmen im Steinbruch Neuenhaus heute jährlich bis zu 300.000 Tonnen Grauwacke ab, die zu einschlägigen Mineralstoffprodukten, hochwertigen Edelsplitt-Linien und im angeschlossenen Mischwerk zu Asphalt verarbeitet werden. Hohe Abraummächtigkeiten und die starke Verwitterung der oberflächennahen Grauwackeschichten im rund 24 Hektar großen Betrieb machen seit geraumer Zeit einen Sprengabbau in die Tiefe notwendig: bis zu 120 Meter tief reichen heute die drei aktiven Sohlen mit Wandhöhen von max. 25 bis 30 Metern. Bei gut 2000 Metern Umlaufdistanz und Steigungen bis 12 % stießen jedoch die beiden bislang eingesetzten Euclid-Starrrahmenkipper an deutliche Kapazitätsgrenzen.

 „Wir mussten die Umlaufkapazitäten deutlich erhöhen, um unsere Tagesleis-tung im Einschichtbetrieb auch bei fortschreitender Abbautiefe zu sichern“, erklärt Axel Schulte mit Blick auf die langfristig genehmigte Planung im Betrieb Neuenhaus. Nach eingehender Analyse der betrieblichen Voraussetzungen – Ladetechnik, Brechervolumen, Personalbedarf – entschieden sich die Verantwortlichen schließlich für die Anschaffung einer modernen Großmulde, die mit Einzelchargen von über 60 Tonnen die erforderliche Umlaufleistung zuverlässig gewährleistet.

Moderne Fahrzeugtechnik

Zehn Jahre nach Übernahme der Euclid-Technologie und drei Modellgenerationen später kennzeichnen die Hitachi-Muldenkipper nach wie vor jene Grundmerkmale, die den Euclid-Erfolg gerade auch in der deutschen Gewinnungsindustrie ausmachten: ausgewogene Fahreigenschaften durch breite Spurweiten und günstige Schwerpunkte, dazu niedrige Ladehöhen der verschleißoptimierten Muldenkörper.

Nach seiner offiziellen Markteinführung Ende vergangenen Jahres knüpft der Hitachi EH1100-3 jetzt daran an. Neben dem kleineren Hitachi EH750-3 (Nutzlast 41,8 t) ist der 65-Tonner das zweite Muldenkipper-Modell im bundesweiten Kiesel-Vertrieb, das exakt auf die typischen Bedürfnisse von Gewinnungsbetrieben zugeschnitten ist und damit nicht zuletzt die umfangreiche Hitachi-Baggerpalette in den spezifischen Leistungsklassen von 50 – 120 Tonnen sinnvoll ergänzt.

Bei nominell 110,7 Tonnen Gesamtgewicht trägt der Hitachi EH1100-3 je nach Ausrüstung bis zu 65 Tonnen Nutzlast. Die 38,7 m³ große Mulde (SAE 2:1) besitzt einen flachen Boden, der für eine gleichmäßige Verteilung des Ladeguts sorgt. Mit seiner niedrigen Ladehöhe von 3,76 m passt sich der Hitachi-65-Tonner problemlos in vorhandene Ladeflotten ein.

Die einzigartige Hitachi-Bremsüber-wachung des vollhydraulischen Bremssystem entlastet aktiv den Fahrer. Die Betriebsbremse portioniert je nach Lastsituation und Untergrund ihre Verzögerungsleistung effizient zwischen vorderen Scheiben- und hinteren Ölbadlamellenbremsen. Über ein separates Pedal wird die Retarderfunktion der wartungsarmen Ölbadbremsen aktiviert –  bei schwierigen Verhältnissen an den Lade- oder Kippstellen kann zudem der gesamte Bremsdruck per Knopfdruck auf die hinteren Radpaare geleitet werden.

Sicherheit, Bedien- und Wartungskomfort sowie eine lange Lebensdauer standen auch bei der Auslegung von Rahmen und Fahrwerk des Hitachi EH1100-3 im Vordergrund. Der Hauptrahmen in Kastenprofilbauweise verjüngt sich vom Heck zur Front, nimmt hinten hohe Lasten zuverlässig auf und bietet dank fehlender Querträger guten Wartungszugang auf Motor und Antriebsstrang. Dazu trägt auch das kompakt bauende Hitachi-Accu-Trac-Fahrwerk mit Längslenkern vorne und Dreieckslenkern hinten bei. Dabei gewährleistet die innovative Technologie eine hohe Fahrzeugstabilität in allen Lastsituationen und unterdrückt dank hocheffizienter Neocon-Gel/Helium-Dämpfern an beiden Achsen fahrwegbedingte Vibrationen und Stoßbelastungen zuverlässig. Geringe statische Lenkkräfte an der Vorderachse und ein reduzierter Reifenverschleiß durch minimierte Seitenkräfte sind weitere Vorteile der Hitachi-spezifischen Radaufhängung.

Die Aufstiege und Plattformen zur ROPS/FOPS-zertifizierten Fahrerkabine sind durch robuste Geländer gesichert, das Fahrerhaus selbst entspricht dank effizienter Gummilagerung und Doppelwandung hohen Arbeitschutzrichtlinien. Im Cockpit erwartet den Fahrer im luftgefederten Komfortsitz echter Pkw-Standard, wobei die umfassenden Diagnose-Funktionen der zentralen Hitachi-Fahrzeugüberwachung über gut ablesbare Analog- und Digitalanzeigen jederzeit im Blick bleiben. Zur umfassenden elektronischen Ausrüstung zählt optional auch das Haultronics-III-Onboard-Wägesystem, das über eine „Ladeampel“ an der Fahrzeugseite die sichere Auslastung der vollen Nutzlast erlaubt.

Zufriedene Partner

Nach inzwischen 400 Betriebstunden zeigt sich Christoph Kaufmann zufrieden mit dem neuen Hitachi EH1100-3: „Vor allem seine Einbindung in unsere Betriebsorganisation gestaltete sich absolut reibungslos. Unsere Fahrer haben sich auch dank des hohen Bedienkomforts sehr schnell umgestellt. Bis auf die neue höhere Einhausung des Vorbrechers waren keine baulichen Anpassungen in unserer Förderkette notwendig und die vorhandenen Ladegeräte harmonieren sehr gut mit der neuen Mulde.“

www.kiesel.net

12 Prozent Steigung markieren das Maximum für den brutto 110 Tonnen schweren 4x2 im tiefen Abbau der Robert Schulte Steinbruch GmbH
12 Prozent Steigung markieren das Maximum für den brutto 110 Tonnen schweren 4x2 im tiefen Abbau der Robert Schulte Steinbruch GmbH
Fahrerarbeitsplatz im Hitachi EH1100-3
Platz nehmen: der Fahrerarbeitsplatz im Hitachi EH1100-3 bietet hohen Arbeitsschutz und Komfort gleichermaßen
Alles im Blick: die installierte Rückfahrkamera erleichtert unter anderem die Überwachung der Vorbrecherbeschickung erheblich
Alles im Blick: die installierte Rückfahrkamera erleichtert unter anderem die Überwachung der Vorbrecherbeschickung erheblich