Seit 25 Jahren ein Zeichen für Sicherheit und Gesundheit

Seit 1984 steht das BG-Zeichen (auch BG-PRÜFZERT-Zeichen genannt) für beste Qualität im Arbeitsschutz. Schutzhandschuhe, Zurrgurte für Lkw, Druckmaschinen oder Holzbearbeitungsmaschinen – es gibt kaum ein Arbeitsmittel, das die Prüfer des berufsgenossenschaftlichen Prüf- und Zertifizierungssystems BG-PRÜFZERT in dieser Zeit nicht begutachtet hätten. Mit Erfolg, denn im Jahr 2008 konnte bereits ein Jubiläum gefeiert werden: Die Prüfer stellten das 100.000 Zertifikat aus. Jedes Produkt, welches das BG-Zeichen trägt, überzeugt durch Sicherheit – ein Vorteil für Hersteller und Käufer.

Ein Gespräch mit Rüdiger Reitz, Leiter der Geschäftsstelle BG-PRÜFZERT in Dresden

Rüdiger Reitz

Rüdiger Reitz

Herr Reitz, in diesem Jahr feiert das BG-Zeichen seinen 25. Geburtstag. Eigentlich ist das Prüfzeichen jedoch älter...

Reitz: Das stimmt. Die ersten Prüfstellen der berufsgenossenschaftlichen Fachausschüsse wurden in den 1960er Jahren gegründet. Sie haben die ersten BG-Zeichen vergeben. Wir zählen jedoch erst seit 1984, als das BG-Zeichen nach einer kurzen Pause wieder eingeführt wurde.

Was war der Auslöser?

Das BG-Zeichen wurde 1977 zugunsten des GS-Zeichens zurückgezogen. Ziel war es, ein gemeinsames deutsches Sicherheitszeichen zu etablieren. Das klappte für die meisten Produkte hervorragend. Gewisse Einzelkomponenten von Produkten konnten allerdings nicht GS-geprüft werden. Diese Lücke hat das BG-Zeichen dann wieder geschlossen. Seitdem ergänzen sich die beiden Zeichen. Das GS-Zeichen steht für sichere Endprodukte, während das BG-Zeichen auch auf Einzelteile, zum Beispiel von Maschinen, oder für bestimmte Aspekte, wie z.B. Prüfungen auf Schadstoffgehalt, vergeben werden kann. Da es sich bei BG-PRÜFZERT um anerkannte Prüf- und Zertifizierungsstellen handelt, können auch wir GS-Zertifikate ausstellen. Unser Schwerpunkt liegt dabei auf gewerblich genutzten Produkten.

Welchen Stellenwert haben die Prüfzeichen bei den Herstellern?

Einen großen! Im vergangenen Jahr haben wir das 100.000. Zertifikat ausgestellt, derzeit kommen jährlich gut 3.000 neue dazu. Und man darf nicht vergessen, dass etwa 70 Prozent der Prüfungen auf freiwilliger Basis geschehen. Die Hersteller profitieren von einem hohen Schutzniveau, mögliche Produktmängel werden so vor dem Verkauf beseitigt. Und Sicherheit ist ein gutes Verkaufsargument.

Wer stellt die Prüfkriterien?

Unsere Prüfkriterien richten sich hauptsächlich nach den nationalen, europäischen und internationalen Normen. Bei innovativen Produkten, für die noch keine Normen existieren, entwickeln wir die Kriterien selbst, häufig zusammen mit dem BGIA. Forschung und Entwicklung und Prüfung und Zertifizierung ergänzen sich hierbei gut.

Dennoch sollte man sich eines vor Augen führen: Prüfung und Zertifizierung ist nicht unser Selbstzweck. Unser Ziel ist es, dass die Betriebe mit sicheren und gesundheitsgerechten Produkten arbeiten.

Und wie qualifizieren Sie Ihre Prüfer?

Viele unserer Prüfer und Zertifizierer arbeiten über die Fachausschüsse der gesetzlichen Unfallversicherung auch in der Normung mit. So sind sie in der Produktsicherheit stets auf dem aktuellsten Stand. Im Gegenzug fließt unser Wissen über Schwachstellen von Produkten und deren Lösungsmöglichkeiten mit ein. So gelingt uns eine optimale Verzahnung mit der Praxis. Man kann mit Recht behaupten: BG-PRÜFZERT trägt einen Teil dazu bei, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz weltweit zu fördern.

Im europäischen Kontext ist auch immer wieder vom CE-Zeichen die Rede. Wie grenzen sich das BG-Zeichen und GS-Zeichen von ihm ab?

Das CE signalisiert weder, ob das Produkt sicher ist, noch ob es bestimmte Qualitätskriterien einhält. Der Hersteller erklärt damit lediglich, dass das betroffene Produkt die EU-Rechtsvorschriften einhält. Wer vor dem Kauf auf Nummer sicher gehen will, sollte daher auf Prüfzeichen wie das GS-Zeichen und das BG-Zeichen als Auswahlhilfe achten.

Noch ein Wort zur Finanz- und Wirtschaftskrise. Spüren Sie hinsichtlich der Prüfungen bei BG-PRÜFZERT auch Auswirkungen?

Die Finanz- und Wirtschaftskrise wird nicht spurlos an uns vorbeigehen: Der deutsche Maschinenbau rechnet mit einem Auftragsrückgang von 10 bis 20 Prozent, eine ganze Reihe unserer Kunden hat Kurzarbeit angemeldet. Vereinzelt wurden auch schon Aufträge storniert. Durch die neue Maschinenrichtlinie, die Ende des Jahres in Kraft tritt, gibt es aber weiterhin einen hohen Bedarf an Prüfungen. Und einige Hersteller wollen gerade die Chance der Stunde nutzen, so dass wir einige neue Kunden gewinnen konnten.

www.dguv.de

Das BG-PRÜFZERT

Das BG-PRÜFZERT ist die unabhängige Prüf- und Zertifizierungsstelle der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV). BG-PRÜFZERT umfasst 18 eigenständige Prüf- und Zertifizierungsstellen, die nach Branchen gegliedert sind. Sie vergeben das BG-Zeichen auf Arbeitsmittel und Teilkomponenten. Geprüft wird, ob die Anforderungen an Sicherheit und Gesundheitsschutz eingehalten werden. Ein Zertifikat mit Zuerkennung des BG-Zeichens ist maximal fünf Jahre gültig. Wenn das Produkt auch weiterhin die sicherheitstechnischen Anforderungen erfüllt, ist eine Verlängerung möglich. Das Zertifikat wird zurückgezogen, wenn das Zeichen missbraucht wird oder sich die Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen grundlegend ändern. Das Engagement für Sicherheit und Gesundheit zahlt sich mehrfach aus: Die Mitgliedsbetriebe profitieren von vermiedenen Arbeitsunfällen, Arbeitnehmer können sich auf ihre Maschinen und Arbeitsgeräte verlassen, Hersteller vermeiden teure Fehler.