Methoden zur Erfassung psychischer Belastungen

Durch die dynamischen Veränderungen der Arbeitswelt in Industrie, Verwaltung und Dienstleistung in den letzten Jahrzehnten haben sich die psychischen Anforderungen an die Beschäftigten erhöht. Damit einhergehend haben psychische Fehlbelastungen am Arbeitsplatz stark zugenommen. Entgegen des allgemeinen Trends in der Fehlzeitenentwicklung verzeichnen etwa die Krankenkassen ein starkes Ansteigen von Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen.

Aus Sicht des Arbeitsschutzes gilt es, psychische Gefährdungen zu erkennen und zu analysieren, um Schutzmaßnahmen einzuleiten. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) legt jetzt einen Forschungsbericht vor, der einen international erprobten Fragebogen auf seine Verlässlichkeit als Messinstrument psychosozialer Faktoren auch in Deutschland erprobt.

Grundlage der Analyse ist ein Fragebogen aus Dänemark. Dieses von Kopenhagener Forschern für schriftliche und telefonische Interviews entwickelte Erhebungsinstrument erfasst in verschiedenen Versionen psychische Belastungen am Arbeitsplatz. Mit diesem umfangreichen Instrument versuchten die Autoren, dem schwer bestimmbaren Begriff „psychische Belastung" durch ein möglichst breites Spektrum erhobener Daten Herr zu werden: Die Bewertung der eigenen Arbeit ist ebenso von Interesse wie die sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz. Zudem lassen sich sowohl konkrete Stressfaktoren wie Mobbing und Angst vor Arbeitsplatzverlust ermitteln als auch Fragen zur allgemeinen Lebenszufriedenheit und Gesundheit beantworten.

Eine PDF-Fassung des Forschungsberichts befindet sich unter www.baua.de, Rubrik „Informationen für die Praxis", Stichwort „Publikationen“ im Internet.