EU-Kampagne „Starte sicher!" zum Schutz junger Arbeitnehmer

Die Wahrscheinlichkeit, dass 18- bis 24-Jährige am Arbeitsplatz verletzt werden, liegt europaweit um mindestens 50 % über der von anderen Altersgruppen. Hinter der Statistik stehen Einzelschicksale: Junge Menschen, die für den Rest ihres Lebens mit Unfallfolgen und Gesundheitsschäden zu kämpfen haben, oder die sterben, obwohl ihr Leben noch vor ihnen lag. Es liegt in der Verantwortung der Arbeitgeber, mehr für den Schutz junger Mitarbeiter zu tun, während junge Menschen bei ihrem Eintritt in die Arbeitswelt stärker auf Gesundheits- und Sicherheitsaspekte achten sollten.

Deswegen wurde im Juni 2006 die Kampagne „Starte sicher!" vom EU-Kommissar für Beschäftigung, soziale Angelegenheiten und Chancengleichheit, Vladimir Špidla, von dem aktuellen österreichischen und dem kommenden finnischen EU-Ratsvorsitz und von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz gestartet. Ziel der Kampagne ist es, die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz für die 75 Millionen junger Menschen in der EU zu verbessern.

In seiner Ankündigung zum Start der Kampagne wies Kommissar Špidla darauf hin, dass die Sicherheit junger Arbeitnehmer nicht nur Sache der jungen Menschen selbst ist: „Unsere Botschaft lautet: Wir sind alle für den Schutz der jungen Menschen am Arbeitsplatz verantwortlich. Die Arbeitgeber haben die Fürsorgepflicht und sind gesetzlich verpflichtet, für den Gesundheitsschutz und die Sicherheit ihrer Beschäftigten zu sorgen. Die EU-Rechtsvorschriften erkennen an, dass junge Menschen eines besonderen Schutzes bedürfen. Aber auch die Eltern, die Akteure im Bereich des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit am Arbeitsplatz und die Bildungsgemeinschaft sind davon betroffen. Und schließlich ist dies auch Sache der politischen Entscheidungsträger. Wir alle müssen zusammenarbeiten und dafür sorgen, dass junge Menschen einen sicheren und gesunden Start ins Arbeitsleben haben."

Kampagnenlogo Starte Sicher

„Starte sicher!" wird von Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Jugendorganisationen und vom Bildungswesen sowie von allen EU-Mitgliedsstaaten unterstützt. Die Kampagne soll Arbeitgeber und junge Arbeitnehmer für Risiken sensibilisieren und die Bildungsbehörden als wichtige Akteure einbeziehen. Hans-Horst Konkolewsky, Direktor der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz, hat hierzu erklärt: „Wir dürfen nicht warten, bis die jungen Menschen ins Arbeitsleben eingetreten sind, um sie über Gesundheitsschutz und Sicherheit aufzuklären. Wir müssen sie früh ansprechen, wenn sie noch zur Schule gehen oder studieren.

„Starte sicher!" umfasst ein breites Spektrum von Quizfragen, interaktiven Lernmaterialien sowie Veranstaltungen wie Preisverleihungen für gute praktische Lösungen sowie einen Wettbewerb, um den Europäischen Jungfilmemacher des Jahres zum Thema Gesundheit und Sicherheit zu küren, Höhepunkt der Kampagne ist die Europäische Woche für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit vom 23. bis 27. Oktober 2006, in deren Rahmen eine Reihe von Sensibilisierungsmaßnahmen veranstaltet wird.

Besuchen Sie die Website der Europäischen Agentur (http://ew2006.osha.eu.int), wenn Sie weitere Informationen benötigen, und helfen Sie jungen Menschen beim sicheren Start in ihr Arbeitsleben.