Häufig Unfälle beim Bau von Biogasanlagen

Für die Nutzung erneuerbarer Energien stellt der Gesetzgeber Fördergelder zur Verfügung. Dies führt unter anderem zu einem Boom beim Bau von Anlagen zur Verstromung von Biogas. Wesentliche Bestandteile dieser Anlagen sind die Fahrsilos zur Bereitstellung der Biomasse sowie die Gär- und Endlagerbehälter für Flüssigkeiten und Sinkstoffe. Diese Silos werden meist aus Betonfertigteilen hergestellt oder vor Ort gegossen.

Bauherren und Betreiber dieser Anlagen sind landwirtschaftliche Betriebe, bzw. Betreibergesellschaften aus dem landwirtschaftlichen Umfeld.

An den Bauarbeiten sind häufig Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs- Berufsgenossenschaft beteiligt. Dies gilt neben dem Behälterbau auch für das Liefern und Pumpen des Transportbetons.

Die Planung der Anlagen und die Vergabe der Aufträge erfolgt meist nicht durch einen Generalplaner, sondern durch die Betreiber in Eigenregie. Dies führt oft zu Abstimmungsproblemen und zu ungenügenden Arbeitsschutzmaßnahmen.

Die Unfallzahlen der beteiligten Mitgliedsunternehmen steigen an. Deshalb wurden im vergangenen Herbst diejenigen Mitgliedsunternehmen im Präventionsbereich Nürnberg, die Silobehälter bauen, über die besondere Gefahren informiert und aufgefordert, alle Baustellen von Biogasanlagen zu melden. Sämtliche Baustellen wurden seitdem besichtigt.

Häufig beobachtete Mängel auf den Baustellen waren:

Soweit zusätzliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich waren, wurden diese mit dem Bauherren und den beteiligten Unternehmen besprochen. Besichtigungsberichte und Anordnungen richteten sich sowohl an Mitgliedsunternehmen als auch an die Betreiber der Biogasanlagen sowie deren Unfallversicherungsträger.

Es zeigten sich unklare Absprachen zwischen den Beteiligten darüber, wer in welchem Umfang für die Maßnahmen zum Arbeitsschutz zu sorgen hat. Die Koordinierungsaufgabe weist die Baustellenverordnung klar dem Bauherrn zu. Jeder Auftragnehmer sollte auf schriftliche Vorgaben Wert legen.

Mitgliedsunternehmen müssen darauf bestehen, dass Baugruben und deren Böschungen den Unfallverhütungsvorschriften entsprechen. Auch wenn diese Arbeiten vom Bauherrn in Eigenregie ausgeführt werden.

Für gute Zugangsmöglichkeiten zu den Silos und die Sicherung der Absturzkanten sorgt das ausführende Unternehmen am besten selbst. Randsicherungen sind auch für den späteren Betrieb der Anlagen erforderlich.

Zum Betonieren der dünnwandigen Behälter benötigt die Betonpumpe Endschläuche mit passendem Durchmesser. Beim Bestellen des Pumpenfahrzeuges ist hierauf zu achten. Metallische Reduzierstücke dürfen nur am Kopf der Pumpe angebracht werden. Am Pumpenendschlauch dürfen sich keine Metallteile befinden. Pumpenhersteller bieten mittlerweile auch konische Endschläuche an.

Falls Fragen zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz aufkommen, die sich zwischen Bauherrn und ausführenden Unternehmen nicht auf Anhieb klären lassen, hilft oft ein Anruf beim zuständigen Baustellen-TAB der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft.

Dipl.-Ing. Martin Böttcher, StBG