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Jedes Jahr tausende Unfälle an Kreissägen - die meisten wären vermeidbar

Allein in den letzten fünf Jahren verletzten sich über 10.000 Beschäftigte an Baustellenkreissägen, viele davon schwer.

Eine Sekunde Unaufmerksamkeit, ein falscher Griff und einige Finger, manchmal sogar die ganze Hand, sind abgesägt. Was folgt, ist ein langer Leidensweg, oft bleibende Schäden und eine eingeschränkte Erwerbsfähigkeit. Mehrere tausend Beschäftigte sind in Deutschland jedes Jahr Opfer von Kreissägenunfällen. Darauf hat die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) jetzt im Rahmen ihrer Aktion "Sicher unter der Haube" hingewiesen.

Fast die Hälfte aller Unfallopfer haben eine Minderung der Erwerbsfähigkeit von 20 Prozent und darüber. Die Behandlung ist aufwändig: Finger müssen angenäht, Gefäße, Sehnen und Nerven behandelt und Glieder häufig verschraubt werden. Nach der Wundheilung und oft wochenlanger stationärer Pflege folgen Monate mit Ergotherapie und Krankengymnastik. Nicht selten bleiben Schäden zurück.

Neben dem Leid der Unfallopfer entstehen allen Beteiligten hohe Kosten. Kosten pro Fall von 50.000 Euro und darüber sind keine Seltenheit. Dazu kommen noch die laufenden Rentenzahlungen.

Dabei sind viele Unfälle an der Kreissäge vermeidbar: Grundvoraussetzung sind der richtige Umgang nach Bedienungsanleitung sowie eine umfassende Unterweisung der Beschäftigten. Wenn die Unternehmen ihrer Verantwortung zur ständigen Kontrolle nachkommen und auch für die persönliche Schutzausrüstung sorgen, ist bereits ein wesentlicher Teil der Prävention geschafft. Ebenfalls wichtig sind technische Prüfungen sowie ein regelmäßiger Check, ob die Schutzhaube und der Spaltkeil in Ordnung und die Anschläge einsatzbereit sind und ob der Schiebestock griffbereit ist.

Besonders wirksam ist der Einsatz von selbsttätig schließenden Schutzhauben. Erhebungen in der Schweiz zeigten, dass drei von vier Unfällen an Kreissägen durch solche Schutzhauben vermieden werden könnten.

Deshalb hat die Schweizerische Unfallversicherung (SUVA) eigens für den Baustellenbetrieb den Hauben-Typ "B90" entwickelt. Gegenüber allgemein gebräuchlichen Hauben hat dieser Typ gleich mehrere Vorzüge:
  • Die Haube senkt sich selbsttätig in die Schutzstellung bis auf den Maschinentisch ab.
  • Beim Zuführen des Werkstücks stellt die Haube sich automatisch auf die Dicke des Holzes ein.
  • Sie ist fast durchsichtig und erlaubt die Sicht auf die Schnittstelle.


Baukreissäge
Vorhandene Baukreissägen können mit
absenkbaren Schutzhauben nachgerüstet werden.





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