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Berufsgenossenschaften unterstützen China bei Reform der Unfallversicherung

Ein Abkommen zur Kooperation bei der Verhütung und Versicherung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten haben jetzt das chinesische Ministerium für Arbeit und soziale Sicherheit sowie der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) unterzeichnet. Ziel ist unter anderem eine bessere Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten in China. Mit den jüngsten Grubenunglücken wurde erneut die Notwendigkeit einer Verbesserung des Arbeitsschutzes deutlich.
Das Abkommen sieht unter anderem gemeinsame Schwerpunktveranstaltungen zu wichtigen Fragen im Bereich der chinesischen Unfallversicherung vor sowie Schulungsseminare für chinesische Unfallversicherungsexperten.
HVBG-Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Breuer und der chinesische Vizeminister für Arbeit, Wang Dongjin, erwarten von einer engeren Zusammenarbeit rasche und konkrete Resultate. "China hat sich nach gründlicher Analyse verschiedener Unfallversicherungssysteme ausdrücklich für eine Übernahme wesentlicher Elemente der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung entschieden. Wir sehen dies auch als eine Bestätigung unserer Arbeit und freuen uns, den Ausbau des chinesischen Systems unterstützen zu können", sagte Breuer nach der Unterzeichnung. Minister Wang verwies auf den integrierten Ansatz der Berufsgenossenschaften, Prävention, Rehabilitation und Entschädigung "aus einer Hand" zu bieten. Dies sei der "wichtigste internationale Trend" auf dem Gebiet der Versicherung gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. Das deutsche System mit seiner über 120-jährigen Geschichte bezeichnete er als "ein Vorbild für die erst im Aufbau befindliche chinesische Unfallversicherung".
Die Volksrepublik China hat im Jahr 2004 die grundlegende legislative Reform ihrer Unfallversicherung abgeschlossen und dabei zahlreiche Anleihen an der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung gemacht. Bei der praktischen Umsetzung der neuen Vorschriften unterstützen die Berufsgenossenschaften jetzt das zuständige Ministerium und wichtige Provinzbehörden, welche die Hauptlast in der Administration der Unfallversicherung tragen. Derzeit sind in China 70 Millionen Menschen durch die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Bis zum Jahr 2007 soll der Versicherungsschutz auf 100 und bis 2010 auf 120 Millionen Menschen ausgedehnt werden.



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