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Bundeskongress Baustoff-Recycling: Bundesverkehrsminister Stolpe besucht Stand der Steinbruchs-BG

Vom 17. - 18. Juni 2004 traf sich die komplette Baustoff-Recyclingbranche im Maritim-Strandhotel Travemünde zum ersten Bundeskongress der Bundesvereinigung Recycling-Baustoffe (BRB). Mit dabei war auch die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, die sich branchenspezifisch mit den Hauptthemen "Staub- und Augenschutz", "BAUZ", "Gütesiegel Sicher mit System" und "Förderpreis" im Rahmen der begleitenden Fachausstellung präsentierte. Bereits 2002 war die StBG Partner bei einer regionalen Veranstaltung in Cottbus (Berlin-Brandenburgischer Baustoff-Recycling Tag).
In Deutschland betreiben rund 600 Unternehmen etwa 2000 Recycling-Anlagen mit unmittelbar 3500 beschäftigten Arbeitnehmer. Ein Vielzahl dieser Betriebe ist gesetzlich unfallversichert bei der StBG. Mit einer durchschnittlichen Quote von 94 Arbeitsunfällen/1000 Vollarbeiter zählt diese Branche in den letzten Jahren neben der Betonfertigteilbranche zu den Industriezweigen mit dem höchsten Unfallgeschehen bei der StBG. Grund genug, um mit den zahlreichen Standbesuchern über die Ursachen zu sprechen sowie Mittel und Wege für eine rasche Verbesserung der Situation aufzuzeigen. Darüber hinaus konnten die Gäste mit einem Wissensquiz ihre themenbezogenen Kenntnisse testen und bei Erfolg als Preis dafür eine Schutzbrille mit nach Hause nehmen.
Interessiert ließ sich auch der Bundesminister für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, Dr. Manfred Stolpe, am Stand von den vielfältigen Präventionsaktivitäten der StBG berichten und wünschte den Mitarbeitern weiterhin Erfolg bei der Verbesserung des Unfall- und Berufskrankheitengeschehens.


Minister Dr. Manfred Stolpe zu Gast bei der StBG Minister Dr. Manfred Stolpe zu Gast bei der StBG Minister Dr. Manfred Stolpe zu Gast bei der StBG
Minister Dr. Manfred Stolpe zu Gast bei der StBG


Zur Eröffnung des Kongresses führte Dr. Kohler, der Vorsitzende des BRB, aus, die Branche sei über die nunmehr gemeinsame starke Interessenvertretung einerseits glücklich, andererseits stimme sie die konjunkturelle Lage und das technische und rechtliche Umfeld jedoch wenig glücklich. Im vergangenen Jahr seien über 60 Mio. Tonnen an güteüberwachten Sekundärbaustoffen produziert und damit rund 70 Prozent der angefallenen Baureststoffe einer Wiederverwertung zugeführt worden. Dies entspreche aber nur rund 10 Prozent der Produktionsmenge von Gesteinskörnungen.
Angemahnt werde in diesem Zusammenhang eine höhere Akzeptanz von Recycling-Produkten und eine konsequente Schonung der Primärrohstoffe durch Förderung des Recyclings. Oftmals werde auch bei Ausschreibungen öffentlicher Bauträger Recycling-Materialien einfach "vergessen". Als positive Entwicklung führte er die Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern an, die geregelt haben, dass Recycling-Materialien ihre Abfalleigenschaften unter bestimmten Voraussetzungen verlieren und Produkte werden.
Praktisch alle Vorträge der Fachreferenten aus Deutschland und Österreich rankten sich dementsprechend um die Themenbereiche "Qualitätssicherung" und "Produktanerkennung/Normung bei Sekundärrohstoffen". Besonders aufmerksam wurde von den über 130 Teilnehmern aus Industrie, Verwaltung und Politik die Ausführungen von Dr. Stolpe verfolgt. Dieser betonte in seinen Ausführungen die Notwendigkeit der Schonung von Rohstoffressourcen durch verstärkten Einsatz von Recyclingmaterialien und nannte dafür als beispielgebend den am weitesten fortgeschrittenen Einsatz von Primärbaustoffen im Straßenbau. Um den Anteil wiederverwerteter Bauschuttmassen insgesamt mit dem Hinweis auf das Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes zu erhöhen, wolle er sich primär für eine Ersetzung des Begriff "Abfall" durch den Begriff "Rohstoff aus Recycling" einsetzen.
Kurzweiliger Abschluss des Programmes bildete der Vortrag "Survival im Management" von Rüdiger Nehberg, dessen Name für Kreativität, Spaß am Ungewöhnlichen, Mut zum Risiko steht - und das alles gepaart mit Engagement für Menschenrechte. Nehberg: "Niederlagen haben mich nie deprimiert. Im Gegenteil: Sie haben meine Kreativität vergrößert um scheinbar Unmögliches doch noch zu realisieren." Diesem Optimismus möchten wir uns anschließen und freuen uns auf ein Wiedersehen zum angekündigten nächsten Bundesrecycling-Kongreß 2005 in München.

Dipl.-Ing. Jürgen Pester, StBG


Vortrag Rüdiger Nehberg   Der Stand der StBG
Vortrag Rüdiger Nehberg   Der Stand der StBG




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