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Statistik 2003 der StBG: Unfälle und Berufskrankheiten deutlich reduziert

Entsprechend den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen haben sich auch bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft die Mitgliederzahlen (- 2,98 Prozent) und die Zahl der Versicherten (- 5,63 Prozent) in 2003 reduziert. Erfreulicherweise hat sich jedoch das Unfall- und Berufskrankheitengeschehen noch weit stärker vermindert. Das Risiko, in einem Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit zu erleiden, war damit noch nie so gering wie heute.
Insgesamt liegen die meldepflichtigen Arbeitsunfälle pro 1000 Vollarbeiter im Jahr 2003 bei 50,90 und damit um 6,41 Prozent niedriger als in 2002. Bei der Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle pro 1000 Vollarbeiter, die sich auf 4,19 beläuft, ist ein Rückgang von 1,98 Prozent zu vermelden (Abb. 1). Auch die Zahl der neuen Arbeitsunfallrenten ist zurückgegangen; bezogen auf 1000 Vollarbeiter von 1,89 in 2002 auf 1,80 in 2003; dies entspricht einer Reduzierung von 4,29 Prozent. Die neuen Wegeunfallrenten haben sich absolut um einen Fall (von 39 auf 38) verringert. Allerdings ergibt sich wegen der stärker reduzierten Vollarbeiterzahlen eine leichte Erhöhung bei den neuen Wegeunfallrenten pro 1000 Vollarbeiter von 0,26 auf 0,27 (Abb. 2).
Die tödlichen Arbeitsunfälle haben sich leider von 21 in 2002 auf 23 in 2003 erhöht. Sieben dieser 23 tödlichen Arbeitsunfälle ereigneten sich in der Gewinnung und Aufbereitung, fünf Fälle auf Baustellen sowie fünf weitere in Beton- und -fertigteilwerken. Zwei tödliche Arbeitsunfälle passierten im öffentlichen Straßenverkehr. Die Restlichen sind Einzelfälle, die den vorgenannten Bereichen nicht zuzuordnen sind. Auch die tödlichen Wegeunfälle, bei denen in 2002 nur ein Fall vorlag, haben sich auf insgesamt drei in 2003 erhöht (Abb. 3).
Von den bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft versicherten sieben Industriezweigen liegt das größte Unfallrisiko einen meldepflichtigen Arbeitsunfall zu erleiden in der Beton- und Fertigteilindustrie (64,59), gefolgt von der Natursteinindustrie (55,30). Der Industriezweig mit dem geringsten Unfallrisiko ist auch in 2003 die Erdöl- und Erdgasindustrie (16,76) (Abb. 4). Etwas anders sieht die Situation bei den neuen Arbeitsunfallrenten aus (Abb. 5); hier ergeben sich für die Kies- und Sandindustrie die schlechtesten und für die Kalk- und Gipsindustrie die besten Ergebnisse.
Eine Analyse der neuen Arbeitsunfallrenten in 2003 zeigt bzgl. "Arbeitsbereich", dass die größten Häufigkeiten im nicht öffentlichen Straßenverkehr auftreten, d. h. insbesondere in Gewinnungs- und Aufbereitungsstätten. Auf Rang 2 und 3 folgen Fertigteilwerke (24) und Betonsteinwerke (19) (Abb. 6). Bezüglich des Merkmals unfallauslösenden Gegenstand ergeben sich neue Arbeitsunfallrenten am häufigsten im Zusammenhang mit Fahrmischern und SKW (19) sowie LKW (16). Eine Aufschlüsselung nach der Tätigkeit des Verletzten zeigt sich ein eindeutiger Schwerpunkt im Bereich "Gehen, Laufen, Steigen" mit 104 Fällen von insgesamt 251; dies entspricht 41,43 Prozent (Abb. 7). Die Anstrengungen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft mit geeigneten Kampagnen gerade in diesem Bereich Erfolge zu erzielen sind daher gerechtfertigt.
Die Entwicklungen im Bereich der Berufskrankheiten zeigt in fast allen Bereichen eine Verminderung der Zahlen. Die Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit haben sich von 552 in 2002 auf 451 in 2003 verringert; dies entspricht einer Reduzierung von 101 Fällen (- 18,30 Prozent) (Abb. 8). Die deutlichsten Verminderungen ergeben sich im Bereich Lendenwirbelsäulenerkrankungen (Heben und Tragen schwerer Lasten oder extreme Rumpfbeugehaltung) (- 36), Lendenwirbelsäulenerkrankungen (vertikale Einwirkung von Ganzkörperschwingungen) (- 17), Silikosen (- 18), Asbestosen mit Lungenkrebs (- 12) und Lärmschwerhörigkeiten (- 7) (Abb. 9). Bei den neuen Berufskrankheitenrenten ist der Stand von 2002 mit 89 Fällen in 2003 beibehalten worden (Abb. 8). Allerdings hat es bei den einzelnen Berufskrankheiten geringe Verschiebungen der Zahlenwerte gegeben. Die häufigste neue Berufskrankheit ist nach wie vor die Silikose (32 Fälle), gefolgt von den Lärmschwerhörigkeiten in 21 Fällen und den Hauterkrankungen mit 10 Fällen (Abb. 10).
Dipl.-Ing. Jürgen Koch, StBG

Abbildungen:
Abb 1: Anzeigepflichtige Arbeitsunfälle/1000 Vollarbeiter und anzeigepflichtige Wegeunfälle/1000 Vollarbeiter
Abb 2: Neue Arbeitsunfallrenten/1000 Vollarbeiter und neue Wegeunfallrenten/1000 Vollarbeiter
Abb 3: Tödliche Arbeitsunfälle und Wegeunfälle (absolut)
Abb 4: Anzeigepflichtige Arbeitsunfälle/1000 Vollarbeiter nach Branchen
Abb 5: Neue Arbeitsunfallrenten/1000 Vollarbeiter nach Branchen
Abb 6: Neue Arbeitsunfallrenten (Arbeitsbereich)
Abb 7: Neue Arbeitsunfallrenten (Tätigkeit des Verletzten)
Abb 8: Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit/ Berufskrankheitenrente
Abb 9: Die häufigsten Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit
Abb 10: Die häufigsten neuen Berufskrankheitenrenten




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