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Kieswerk KBN in Perl: Komplettautomatisierung aus einer Hand

Der Qualitäts- und Kostendruck zwingt die Betreiber moderner Aufbereitungsanlagen in der Schüttgutindustrie ihre Anlagen so stark wie möglich zu automatisieren. Aus diesen Gründen steigt der Automatisierungsaufwand stetig bei Neuinvestitionen oder auch bei Umbauten bereits vorhandener Anlagen.
Ein gutes Beispiel für diesen Trend ist die neu realisierte Kiesaufbereitungsanlage der Firma KBN in Perl an der Mosel. Hier wurde das Ziel verfolgt, die Anlage so effizient wie möglich zu bedienen. D.h. ein Bediener in einer zentralen Schaltwarte kontrolliert den kompletten Aufbereitungsprozess, bedient die Ein- und Ausgangswaage (Fahrzeugwaage, Bandwaage eichfähig), bedient den Verladeprozess und ist gleichzeitig verantwortlich für die Erstellung der Lieferscheine und das Weiterleiten dieser via Modem an die Fakturierung. Zusätzlich können die Verfrachter ihre Lkw außerhalb der Geschäftszeiten selbstständig über das Wöhwa Selbstbediensystem beladen. Dies gibt dem Anlagenbetreiber die Möglichkeit, Asphalt- und Betonmischanlagen sowie Großbaustellen geschickt, kostengünstig und wann immer erforderlich zu beschicken und sich damit einen nicht unerheblichen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen.
Das Ziel bei der Automatisierung des Selbstbeladeprozesses war, schnell und effizient zu verladen und die Erstellung der Lieferscheine so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Um das zu erreichen, wurden Transponderkartenlesegeräte (berührungslos, staubunempfindlich) an den wichtigsten Punkten - wie z.B. am Werkseingangstor, am Zugang zum Selbstbedienterminal, am Verladepunkt und am Lieferscheinterminal - installiert. Zusätzlich wurde an jedem dieser Punkte eine Sprechstelle installiert, so dass mit jedem wichtigen Punkt des Verladesystems stets eine Sprechverbindung aufgenommen werden kann, sofern der Leitstand besetzt ist. Somit kann bei eventuell auftretenden Problemen beim Verwägen, Verladen oder der Lieferscheinerstellung mit dem betreffenden Fahrer direkt kommuniziert werden und das Problem schnell beseitigt werden.
Autorisierte Fahrer/Fahrzeuge (Dauerkunden) können sich am Werkstor identifizieren, um auch außerhalb der Geschäftszeiten Zugang zum Werk zu erhalten. Die Überprüfung und Verifikation der vom Fahrer dem System angezeigten Karte erfolgt über das Wöhwa Wägedatenverarbeitungsprogramm Gyro-Data. Hier wird über den vorhandenen Kundenstamm überprüft, ob Zugang gewährt wird oder nicht. Ist der Zugang gewährt fährt das Fahrzeug zur Eingabe und Auswahl der entsprechenden Daten durch den Fahrer.
Der Fahrer erhält nun wiederum nur über seine Karte Zugang zum Container, in dem sich das Wöhwa Selbstbedienterminal befindet. Nun kann der Fahrer das entsprechende Material und die entsprechende Menge wählen. Ist dies erfolgt, wird er vom System aufgefordert, die Waage zu verlassen und zum Verladepunkt zu fahren. Die Ampel an der Waage signalisiert zusätzlich grün, somit wird dem Fahrer nochmals signalisiert "alles OK" und er fährt zur Verladung.
Nach dem das Fahrzeug den Verladepunkt erreicht hat, muss der Fahrer sich nochmals identifizieren. Somit weiß das System genau, welches Fahrzeug sich am Verladepunkt befindet sowie welches Material und welche Tonnage verladen werden muss.
Eine hohe Qualität in der Mischung wird durch die unterschiedlichen Wöhwa Dosierbänder in den Körnungen von 0/2 bis 4/8 und die Dosierschieber bis zu der Körnung 16/22 ermöglicht. Zusätzlich wurde eine eichfähige Wöhwa Bandwaage mit automatischer Nachlaufermittlung installiert. Die Bandwaage kontrolliert und korrigiert gegebenenfalls direkt während des Verladeprozesses die zu verladene Menge und verhindert somit Über- bzw. Unterladungen. Außerdem ist das Bandwaagensystem direkt mit der Wöhwa Wägedatenverarbeitung Gyro-Data gekoppelt und es kann somit direkt, ohne eine zusätzliche Verwägung auf der Fahrzeugwaage, der Lieferschein erstellt werden.
Um nun den Lieferschein zu erhalten, muss der Fahrer an das Wöhwa Lieferscheinterminal fahren und sich dort erneut über ein Kartenlesegerät identifizieren. Das System weiß nun, wer sich am Terminal befindet und druckt den Lieferschein aus. Der Fahrer erhält den Lieferschein über einen im Lieferscheincontainer integrierten Schacht. Nun kann das Fahrzeug den Werkshof verlassen und die Lieferscheindaten können über ISDN Modem an die zentrale Fakturierung weitergeleitet werden.
Die komplette Anlagensteuerung, Verkabelung, Software und das Automatisierungskonzept wurde von Wöhwa erstellt. Das komplette System beinhaltet außerdem die komplette Wöhwa Wägetechnik und Dosiertechnik, wie Fahrzeugwaage, Bandwaage (eichfähig/ nicht eichfähig), Dosierbänder und Schieber.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass KBN eine innovative und komplette Automatisierung ihrer Anlage erhalten hat, die es ermöglicht, die Betriebsabläufe transparent und wirksam zu gestallten.


Gesamtansicht Werk KBN in Perl
Gesamtansicht Werk KBN in Perl


Kartenlesegerät mit Sprechanlage am Verladepunkt
Kartenlesegerät mit Sprechanlage am Verladepunkt


Wöhwa Lieferscheinterminal
Wöhwa Lieferscheinterminal




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