www.steine-und-erden.net > 2004 > Ausgabe 4/04 > Erste gemeinsame Tagung der Geschäftsbereiche Prävention von Steinbruchs-BG und Bergbau-Berufsgenossenschaft

[Die Industrie der Steine + Erden]






Visionen für die Prävention

Erste gemeinsame Tagung der Geschäftsbereiche Prävention von Steinbruchs-BG und Bergbau-Berufsgenossenschaft

Vom 14. bis 16. Juni 2004 trafen sich rund 120 Präventionsmitarbeiter beider Berufsgenossenschaften zu einem ersten Kennenlernen und Gedankenaustausch in Haltern am See. Das vor den Toren des Ruhrgebietes gelegene Münsterland bot den richtigen Rahmen dafür, den Begriff "Verwaltungsgemeinschaft" mit Leben zu erfüllen.
Trotz eines engen Terminkalenders ließ es sich der Hauptgeschäftsführer der Bergbau- und der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, Willi Lange, nicht nehmen, die Teilnehmer mit einem herzlichen Glückauf zu begrüßen. In seinem Vortrag ging er nochmals auf die Hintergründe des Zustandekommens der Verwaltungsgemeinschaft ein und stellte den derzeitigen Stand der Umsetzung vor. Dabei hob er die Prävention besonders hervor, da dieser Bereich der erste war, der auf der Verwaltungsgemeinschaft aufbauend zu einer neuen Struktur gefunden habe.
Schließlich ging Lange auf die aktuelle Diskussion bezüglich der Neustrukturierung der gewerblichen Berufsgenossenschaften ein. Dabei machte er deutlich, dass der Meinungsbildungsprozess zurzeit in vollem Gange ist und erste Ergebnisse Mitte des Jahres 2005 vorgestellt werden. Eines zeichne sich allerdings ab: an der bewährten Branchenorientierung der Prävention solle festgehalten werden.
Der weitere Verlauf des Nachmittags stand dann ganz im Zeichen des gegenseitigen Kennenlernens. So stellte Dipl.-Ing. Lambert Jülich, stellvertretender Leiter der Abteilung Prävention bei der Bergbau-Berufsgenossenschaft und Dipl.-Ing. Wolfgang Pichl, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereiches Prävention bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, die jeweiligen Präventionsbereiche vor.


Wolfgang Pichl stellt das Präventionskonzept der StBG vor
Wolfgang Pichl stellt das
Präventionskonzept der StBG vor




Gleiche "Wellenlänge" in der Prävention


Trotz unterschiedlicher Mitgliederstruktur wurde deutlich, dass beide Berufsgenossenschaften in ihrer Präventionsphilosophie ganz dicht beieinander liegen. Beide Bereiche verstehen sich als Dienstleister ihrer Mitgliedsunternehmen und betreiben Prävention zielgruppenorientiert, praxisnah und lebendig. Schließlich stellten Dr. Günter Levin und Dipl.-Ing. Helmut Ehnes, Leiter der Präventionsbereiche bei der Bergbau- und Steinbruchs-Berufsgenossenschaft, den aktuellen Diskussionsstand in den Bereichen
  • Dualismus,
  • zukünftige Rechtsetzungskompetenz der Berufsgenossenschaften,
  • Schaffung einer Unfallverhütungsvorschrift bzgl. der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung von Unternehmen vor.

Der Abend schließlich stand ganz im Zeichen der Verabschiedung von Dr. Levin und Dr. Sigrid Schmidt. Den Rahmen hierfür bot das Industrie-Museum "Zeche Zollern" in Dortmund. Nach einer kurzen Führung durch das Museum wurden Dr. Levin für seine langjährige Tätigkeit bei der Bergbau-Berufsgenossenschaft, zuletzt als Leiter der Abteilung Prävention, und Dr. Schmidt für ihre erfolgreiche Arbeit als leitende Arbeitsmedizinerin bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft geehrt und in den Ruhestand verabschiedet.



Leitgedanken für zukunftsorientierte Präventionsarbeit


Den nächsten Tag wurden in Workshops "Visionen für die Prävention" entwickelt. Bei diesen vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften initiierten Prozess bringen die Präventionsmitarbeiter aller Berufsgenossenschaften ihre Erfahrungen und Vorstellungen in eine zukunftsorientierte Präventionsarbeit ein. In sieben gemischt besetzten Workshopgruppen waren Leitgedanken zu diskutieren und eine Ist-Soll-Bestimmung vorzunehmen. Die Workshopergebnisse wurden anschließend vorgestellt und gemeinsam diskutiert. Die hierbei entwickelten Ergebnisse fließen in eine Auswertung ein, die zurzeit für alle gewerblichen Berufsgenossenschaften durchgeführt wird. Sie werden die Grundlage für die zukünftige Präventionsarbeit sein.
Der zweite Tag endete mit der Vorstellung einer Reihe bereits gemeinsam entwickelter und umgesetzter Präventionsaktivitäten. Den Wissenshorizont zu erweitern und einmal über den Tellerrand zu schauen - dazu dienten die Exkursionen, die am folgenden Tag durchgeführt wurden. So bekamen Mitarbeiter der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft Gelegenheit, ein Steinkohle-Bergwerk zu besuchen. Aber auch ein Chemiepark, eine Kokerei sowie eine U-Bahn-Baustelle in Bochum waren interessante und informative Ziele.

Dipl.-Ing. Wolfgang Pichl, StBG


Gruppenbild der Teilnehmer an der GBP-Tagung 2004 in Haltern am See
Gruppenbild der Teilnehmer an der
GBP-Tagung 2004 in Haltern am See




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